Newsfeed abonnieren
Lösungen

Navision Financials

Esterhazy wirtschaftet mit Navision Financials

Die Privatstiftung Esterházy, einer der größten land- und forstwirtschaftlichen Betriebe Österreichs, stellte die gesamte Organisation auf Profit Centers um. Eine tief greifende Innovation für einen so traditionellen Wirtschaftszweig. Und man suchte eine moderne Unternehmenslösung, die alle Bereiche des Betriebs dabei unterstützen könnte: von der Verpachtung bis zur Lohnverrechnung, von der Jagd bis zur Weinkellerei, vom Getreide bis zur mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung. Man fand Navision Financials.

Die Fürst Esterházy'sche Privatstiftung Schloss Eisenstadt zählt zu den größten land- und forstwirtschaftlichen Betrieben Österreichs. Sie wurde 1996 gegründet, als Melinda Fürstin Esterházy die neue Rechtsform der "Privatstiftung" nützte und einen Großteil des Familienbesitzes in drei Stiftungen einbrachte. Die Privatstiftung Esterházy erwirtschaftet mit 60 bis 70 Mitarbeitern rund 60 Millionen Schilling Umsatz, verfolgt aber auch die Aufgabe, langfristig die Substanz der Güter zu erhalten und die Baulichkeiten und Kulturdenkmäler zu pflegen.

Das gilt natürlich besonders für den berühmtesten Besitz, Schloss Esterházy in Eisenstadt samt Nebengebäuden und Park, Sitz der Geschäftsführung. Hier befindet sich eine Schlosskellerei, die eine 250 Jahre alte Weintradition hochhält. Außerdem besitzt die Stiftung Esterházy noch verschiedene Gebäude und Immobilien, darunter Feriensiedlungen und Hütten am Neusiedler See.

Besondere Bedeutung hat der Grundbesitz, er liegt im Burgenland und umfasst nicht weniger als 28.000 Hektar oder 280 km². (Zum Vergleich: Die Fläche des Bundeslandes Wien beträgt 415 km².) Die Hälfte davon besteht aus reinem Wald, und so spielt die Forstwirtschaft eine wichtige Rolle und liefert Brennholz, Bauholz und neuerdings Christbäume; daneben verwaltet man eine Jagd im sogenannten "Tiergarten", einem Esterházy'schen Jagdgatter im Leithagebirge. Die landwirtschaftlichen Flächen messen 4.500 Hektar, ein Gutteil davon wird verpachtet; ein eigener Betrieb bei Donnerskirchen erzeugt Getreide, Raps und Zuckerrüben. Mit 7.000 Hektar Seefläche und 2.000 Hektar Schilf gehört schließlich auch der halbe Neusiedler See der Stiftung Esterházy. 55 Hektar Weingärten runden den Grundbesitz auf das Angenehmste ab.

Tradition und Profit Centers

Als die Privatstiftung Esterházy entstand, sollten die Güter modernisiert und in ihrer Ertragskraft gestärkt werden. Dazu griff man tief in die Organisation ein und stellte die gesamte Betriebsführung auf Profit Centers um - in der Land- und Forstwirtschaft ein sehr innovativer Schritt. Dafür benötigte die Stiftung Esterházy freilich eine zeitgemäße Unternehmenslösung.

"Wir überlegten uns, wie kann man eine Forstwirtschaft, also einen sehr traditionellen Betrieb, mit moderner EDV unterstützen", erklärt Herbert Nemeth, verantwortlich für die EDV der Stiftung Esterházy. Die Software sollte den gesamten Betrieb abdecken und für jedes Profit Center einen stufenweisen Deckungsbeitrag berechnen, eine Plankostenrechnung durchführen und betriebswirtschaftliche Kennzahlen ermitteln.

Zuschlag für ACP Data

Die Privatstiftung Esterházy ging an diese Aufgaben außerordentlich systematisch heran und zog spezialisierte Consultants aus der Forstwirtschaft zu Rate. Das Ergebnis war ein 40seitiges Pflichtenheft für die EDV, das man einem guten Dutzend Anbieter zukommen ließ. Man sichtete die Offerte, zog drei Kandidaten in die engere Wahl - und entschied schließlich klar für Navision Financials, betreut von ACP Data im steirischen Gleisdorf. "Die beiden Hauptgründe für die Navision-Lösung waren die benutzerfreundliche Oberfläche und der flexible modulare Aufbau", erläutert Nemeth.

ACP Data ist das Navision Solution Center innerhalb der ACP, einer Gruppe von Computerunternehmen. Der Verbund mit den Schwestergesellschaften macht es ACP Data möglich, Gesamtlösungen anzubieten, komplett mit Hardware, Software, Services und Telekommunikation.

Lohn- und Gehalt

So begann ACP Data, eine Unternehmenslösung mit einem NT-Server und 16 PC-Arbeitsplätzen an drei Standorten im Burgenland einzurichten. Um die Software optimal an den Betrieb anzupassen, nahm ACP Data allerdings eine Reihe von Adaptionen vor.

Beispielsweise musste die Lohn- und Gehaltsverrechnung für die Forstwirtschaft umgestaltet werden. Denn die Kommunalsteuer erhält hier nicht die Gemeinde, in der sich der Firmensitz befindet, sondern jene Gemeinde, in der gearbeitet wurde. In der Praxis fallen Forstarbeiten natürlich in ganz verschiedenen Waldgebieten an, die zu unterschiedlichen Gemeinden gehören, und oft berührt ein einziger Wald gleich mehrere Gemeinden. So muss für jede Arbeitsstunde genau verbucht werden, wo welcher Forstarbeiter Holz geschlägert hat, und die Kommunalsteuer wird entsprechend aufgeteilt. "Wir versorgen das halbe Burgenland mit Groschenbeträgen", seufzt Nemeth.

Bei Lohn- und Gehaltsverrechnung ist gerade ACP Data ein Spezialist - das österreichische Standard-Modul für Lohn & Gehalt in Navision Financials stammt aus der Gleisdorfer Software-Schmiede. Daniel Sichart, Geschäftsführer der ACP Data, betont: "Wir haben eben nicht nur technisches Wissen, sondern auch Branchen-Know-how. So konnten wir flexibel auf die Kundenwünsche eingehen und die Lösung ganz individuell für die Stiftung Esterházy anpassen."

Das Ergebnis rechtfertigt die Mühe. "Die Lohn- und Gehaltsverrechnung funktioniert zu unserer besten Zufriedenheit", bemerkt Nemeth. "Ich kenne selbst mehrere Lohn- und Gehaltslösungen, aber diese hier ist ein Highlight. Wir sind begeistert!"

Vermietung und Verpachtung

Komplett neu entwickeln musste ACP Data einen Zusatz für Vermietung und Verpachtung. Zahlreiche Äcker, Weiden und Wälder, aber auch Jagden, Fischereien, Badehütten, Wohnungen und Geschäftslokale werden vermietet oder verpachtet. Auch diese vielfältigen Geschäftsbereiche kann Navision Financials jetzt abdecken, samt Eigenheiten wie die Indexbindung von Preisen.

Die Materialwirtschaft im Forstbereich regelt eine Spezial-Software der Firma Latschbacher. Hier entwickelte ACP Data eine Schnittstelle zu Navision Financials und integrierte die Software nahtlos in die Unternehmenslösung.

Besonderes Schwergewicht lag natürlich auf den Profit Centers und auf der Kostenrechnung. Während die Finanzbuchhaltung so knapp wie irgend möglich gehalten wurde, erweiterte ACP Data die Kostenrechnung beträchtlich. Eine einzige Ware, beispielsweise Kopierpapier, kann jetzt auf viele Kostenstellen aufgeteilt werden. In einer einzigen Buchung sind bis zu fünf verschiedene Maße und Einheiten möglich; wenn zum Beispiel ein Holztransport stattfindet, können Arbeitsstunden, Festmeter, Kilometer, Stückzahl und Tonnen angegeben werden. Das erlaubt ein ausführliches Buchen von Leistungen und Waren zwischen den Profit Centers. Für jedes einzelne Profit Center können Kennzahlen wie Cash-Flow und Break-Even ausgewiesen werden. Die Deckungsbeitragsrechnung erfolgt zweistufig für die variablen Kosten und immerhin sechsstufig für die Fixkosten.

"Die Kosten lassen sich jetzt viel besser kontrollieren, und das Kostenbewusstsein steigt", so Nemeth. "In Summe haben wir jetzt eine durchgängige Lösung für alle Bereiche, wir müssen sämtliche Belege nur ein einziges Mal erfassen, und wir erreichen eine große betriebswirtschaftliche Transparenz."

Auch der Generaldirektor der Privatstiftung Esterházy, Dr. Thomas Schreiner, zieht ein positives Resümee: "Wir können Navision Financials für land- und forstwirtschaftliche Betriebe nur bestens empfehlen."

ACP Data
Software Entwicklungs GmbH
Tel. 03112/ 8880
http://www.acp.at

weitersagen: drucken
Termine

18. Juni - 22. Juni

In ganz Österreich

SAP Mittelstandstage

Print-Archiv
Folgen Sie uns
Leser empfehlen
MONITOR-Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter!

E-Mail:
Die von Ihnen angegebene E-Mail Adresse wird von MONITOR Online weder an Dritte weitergegeben noch zu anderen Zwecken verwendet.
MONITOR-Autoren
Alexander Hackl

Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. ..mehr..

Die neuesten Artikel:

© Copyright 1983-2012 by MONITOR / Bohmann Druck und Verlag Gesellschaft m.b.H. & Co. KG (www.bohmann.at)

Add to Google  | Abo | Themenvorschau | Mediadaten | Inserate buchen | Kontakt | Impressum