Rüdiger Maier
Die amerikanische Echelon Corporation ist der Entwickler der intelligenten LonWorks-Netzwerke, die international als Standard für interoperable Kontrollnetzwerke anerkannt sind. Mit Tausenden von Anwendungen und Millionen installierter Geräte weltweit ist das System eine führende offene Kontrollnetzwerk-Lösung für Gebäude- und Heimautomation, Industrieautomation, Transportwesen und öffentliche Energieversorgungsanwendungen.
Im Oktober des Vorjahres versammelten sich rund 3.000 Teilnehmer auf der LonWorld99 in Amsterdam, um über das Thema "Netzwerke des tägliche Lebens" zu diskutieren. Hier vereinbarten etwa Cisco und Echelon, "gemeinsam die Power des Internets für Netzwerke des täglichen Lebens auszubauen". Sun Microsystems war einer der Hauptsponsoren der Veranstaltung, da Echelon in seinen Kontrollnetzwerk-Protokollen die Java- und Jini-Technologien anwendbar macht.
Für großes Aufsehen sorgte auf der Konferenz auch das Auftreten des jungen österreichischen Unternehmens Loytec. Das Unternehmen baut auf dem seit vielen Jahren am Institut für Computertechnik der TU Wien unter Univ. Prof. Dietmar Dietrich angesammelten Wissen auf, das bei der Entwicklung für die bei LonWorks zum Einsatz kommenden Chips von Motorola entstand. Da sich Motorola allerdings entschloß, den Chip nicht mehr weiter zu produzieren, steht das gesammelte Wissen nun den Jungunternehmern zur Verfügung.
Um die Verbreitung der Technologie zu beschleunigen, schließen sich in immer mehr Ländern User-Gruppen für LON zusammen, die größte davon ist mit über 140 Mitgliedsfirmen die deutsche LNO. Die LNO und die LNO Austria streben auf ihren regionalen Märkten im wesentlichen gleiche Ziele an. Intention des oben angeführten Vertrages ist es, eine gegenseitige Unterstützung bei allen Aktionen festzulegen, die sich an übergreifende oder überlappende Zielgruppen wenden und wo eine Kooperation im Sinne der gemeinsamen Ziele nützlich ist.
Neues Steuerungskonzept Obersalzbergbahn
Not macht erfinderisch: Das dachte sich auch die Firma Elektrotechnik Escher aus Mainleus, Oberfranken, als sie im Herbst 1997 eine Installation in Betrieb nahm, die von vielen bis dahin sicher als unmöglich abgestellt wurde. Die Obersalzbergbahn in den bayrischen Alpen bei Berchtesgaden brauchte eine Modernisierung hinsichtlich ihrer Steuerung, da die alte Elektronik von 1936 reichlich überaltet und einer modernen Gondelseilbahn nicht mehr gewachsen war . Die Betreiberfamilie Schalmoser beauftragte die Firma Escher daraufhin, sich des Problems anzunehmen. Dabei sollten vorhandene Steuerleitungen bestehen bleiben, um Kosten zu sparen. Bei der vorhandenen Verkabelung gab es zwischen den einzelnen Stationen aber nur eine einpolige Verbindung, jedoch zum Teil als Freileitung, zum Teil als Steuerleitung.
Zur Lösung dieser Herausforderung wurde auf die LonWorks-Technologie zurückgegriffen. Zunächst installierte man je einen Router PLT21 in der Berg-, Mittel- und Talstation mit nachgeschalteten FTT 10A LON-Bus I/O-Modulen. Zur Datenübertragung nutzte man die PLT21-Zweidraht-Übertragung in dem von der Ceneleg freigegebenen C-Band mit 135 kHz.
Die intelligenten Route übersetzten das FTT 10A-Eingangsprotokoll mit 78 kBit Übertragungsrate auf das 135 kHz C-Band mit einer Übertragungsrate von 4,8 kBit.
Ein entscheidender Vorteil dieser in der LonWorks-Technologie arbeitenden Router ist die Eigenschaft, dass sie Mehrfachversuche zu Übertragung des Datenprotokolls ausführen und eine Datenübertragung erst bei Rückantwort des Empfängermoduls und gesicherter Datenübertragung erfolgt.
Durch diese Retry-Schaltung ist eine sichere Datenübertragung auch bei kurzzeitig gestörten Übertragungswegen sichergestellt. Weiter erlauben diese intelligenten Router eine selektive Auswahl und Weitergabe von Daten. Dies bedeutet in der Praxis, dass die im jeweilig nachgeschalteten FTT 10A-Netz arbeitenden Module dank ihrer dezentralen Intelligenz selbständige Steuerungs- und Funktionsabläufe sicherstellen und lediglich die für die zentrale Überwachung und Steuerung notwendigen Befehle weitergeben oder empfangen werden.
Insgesamt werden bei dem Projekt 1600 Meter Entfernung vom Tal auf den Berg überbrückt. Partner der Firma Escher für den LON-Bereich war die deutsche Firma Unitro Fleischmann. Die im Herbst 1997 vorgenommene Installation ergab trotz der problematischen Leitungsführung eine einwandfreie Funktion der Datenstrecke.
LNO Austria
Die im Herbst 1999 gegründete LNO - Lon Nutzer Organisation Austria - Verein zur Förderung der Verbreitung des Daten-Übertragungssystems LonWorks, wurde am 24.8.1999 von den vier Unternehmen Echelon, Honeywell, Philips und Somfy gegründet. Öffentliche Veranstaltungen, die Arbeit in den Arbeitskreisen Gebäudeautomation und Öffentlichkeitsarbeit sowie Publikationen sollen LonWorks als Standard in der Automatisierung verbreiten.




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