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Hard & Software

BMC Software Österreich

Texas im Millenium Tower

Im November des Vorjahres feierte das neue und stark erweiterte Österreich-Team der BMC Software seinen Einstand in den neuen Räumlichkeiten im 16. Stock des Wiener Millennium Tower. Gemäß texanischen Bräuchen durften dabei Bullenreiten und Western-Musik nicht fehlen.

Rüdiger Maier

Das Unternehmen ist der weltweit führende Anbieter von Software zur Absicherung der Systemverfügbarkeit, Optimierung der Performance und Wiederherstellung unternehmenskritischer Anwendungen. BMC zeigte in den vergangenen beiden Jahren seines österreichischen Bestehens eine enorme Performance. Das 1980 gegründete Unternehmen, das seinen Hauptsitz in Houston/Texas hat, zählt mit einem Umsatz von über 1,5 Mrd. Dollar und mehr als 6000 Mitarbeitern weltweit, zu den größten und schnellstwachsendsten unabhängigen Software-Häusern.

Anlässlich seines zweijährigen Bestehens in Wien und des starken Wachstums hat das Unternehmen seine Österreich-Niederlassung vergrößert. Neuer Österreich-Chef ist der 32jährige Helmuth Antonu, MBA, der in den vergangenen zwei Jahren für den Vertrieb im Unternehmen verantwortlich zeichnete. Diese Veränderungen nahm Rüdiger Maier zum Anlass, um mit Helmuth Antonu das folgende Interview zu führen.

Seit wann sind Sie bei BMC und wie hat sich die Übernahme der beiden Firmen Boole & Babbage und New Dimension im letzten Jahr ausgewirkt?

Ich bin seit Mai 1997 bei BMC Software. In diesen zweieinhalb Jahren hat sich einiges verändert, vor allem durch die Übernahmen von Boole & Babbage und New Dimension im vergangenen Jahr. Da die Produkt-Architektur der Softwarelösungen beider übernommener Firmen sehr ähnlich zu BMC's Softwarelösung war, konnte die Zusammenführung auf Produktebene sehr rasch erfolgen und teilweise bereits abgeschlossen werden. Daher konzentrieren wir uns nun verstärkt darauf, die neu gewonnenen Möglichkeiten an unsere Kunden weiterzugeben. Mit den Übernahmen wurde auch der Konzern neu strukturiert.

Welche Kunden stehen im Mittelpunkt Ihres Interesses und welche Anforderungen decken Sie mit Ihren Produkten ab?

Unser Fokus liegt ganz klar bei den Unternehmen, die sich mit einer extrem hohen Abhängigkeit von ihren IT-Systemen konfrontiert sehen. Unsere Softwarelösungen sind deshalb vor allem für drei Kernbereiche konzipiert: die Verfügbarkeit der IT-Systeme, die Optimierung der System-Performance (Service Level), sowie die Wiederherstellbarkeit (Recovery) des Systems nach einem unerwarteten Systemausfall. Wir legen großen Wert darauf, den "Business View" auf die IT-Systeme unserer Kunden nicht außer Acht zu lassen. Einen unternehmenskritischen Geschäftsprozess, z.B. die Warenbewirtschaftung in einem Handelsbetrieb, abzusichern, bedeutet mehr als nur die Performance einer Datenbank zu optimieren. Der gesamtheitliche Ansatz muss sichergestellt sein - mit anderen Worten: Von der eigentlichen Applikation bis hin zum Rechner sind Verfügbarkeit und optimale Performance zu gewährleisten. Selbstverständlich resultiert der Einsatz unserer "Application Service Assurance"-Lösungen auch in der einfacheren Administration und effizienteren Nutzung vorhandener Personal- und technischer Ressourcen.

Seit wann beschäftigt sich BMC mit diesen Themen und wie heißen die wichtigsten Produkte?

BMC wurde 1980 gegründet und hat sich damals ganz auf Lösungen für das Systemmanagement im IBM-Mainframe-Umfeld konzentriert. Seit 1993 bieten wir auch entsprechende Lösungen für heterogene Systeme an. Im Bereich der Systemverfügbarkeit heißen unsere Lösungen MAXIM, PATROL und MAINVIEW. Sie werden für das Datenbank-Management eingesetzt, während RESOLVE unser Flaggschiff bei Backup und Recovery ist.

INCONTROL ist einerseits unsere Lösung für das unternehmensweite automatisierte Produktionsmanagement, andererseits ein umfassendes Outputmanagement System für das Verteilen, Zusammenführen, sowie Anzeigen von Multiplattform-Output.

Darüber hinaus haben wir im Bereich e-business die ASA-Strategie (Application Service Assurance) entwickelt.

Wie würden Sie die Anforderungen beschreiben, denen sich heute österreichische Unternehmen stellen müssen?

Für immer mehr österreichische Unternehmen erweisen sich Enterprise Resource Planning (ERP)-Lösungen als eine strategische Stütze von größter Bedeutung. ERP ist die Basis für eine Vielzahl von wichtigen betriebswirtschaftlichen Funktionen, von der Finanzverwaltung über die Fertigung bis hin zu Personalwesen, Verkauf und Vertrieb. Diese Lösungen helfen, die Geschäftsprozesse effektiver zu gestalten und zu integrieren. Die Performance, Verfügbarkeit und Wiederherstellbarkeit solcher Systeme hängt jedoch von einem komplexen Netzwerk verschiedener Technologien ab. Deshalb lassen sie sich nur sehr schwer manuell überwachen und verwalten. Daher wächst der Bedarf an effektiven, strategischen Lösungen für das ERP-Management. Dies ist das Umfeld, in dem wir uns beispielsweise mit einer unserer aktuellen Entwicklungen, der "Application Service Assurance" für e-business, bewegen.

Auch für heimische Unternehmen wird das Thema e-business immer wichtiger. Was bieten Sie hier an?

Als Anbieter von Software zur Absicherung der Systemverfügbarkeit konzentrieren wir uns vor allem auf die Geschäftsprozesse unserer Kunden. Hier sehen wir ein starkes Anwachsen der Nachfrage nach Lösungen im e-commerce Bereich.

Um die Wichtigkeit des Themas e-commerce zu betonen, wollen wir im ersten Quartal des heurigen Jahres eine klaren Schwerpunkt in diesem Bereich setzen. Dabei ist es uns besonders wichtig, zu zeigen, dass mit unserer Lösung die Sicherheit aller Informationen garantiert ist und diese nicht in unbefugte Hände gelangen kann. Für die Umsetzung entsprechender Konzepte sehe ich derzeit vor allem in den Bereichen Telekommunikation, Finanzdienstleistungen und Industrie gute Potentiale. So wird etwa das gesamte System von amazon.com durch PATROL verwaltet.

Wie wickeln Sie Ihre Projekte bei den Kunden ab, welchen Stellenwert haben dabei Partnerfirmen?

Um die Projekte bei unseren Kunden optimal betreuen zu können, arbeiten wir eng mit unseren Partnern zusammen. Seit September des Vorjahres haben wir eine eigene Abteilung "Professional Services", die sich um optimale Serviceangebote kümmert. Das eigentliche Projekt-Consulting überlassen wir aber unseren Partnern, wir sind nur direkt im Umfeld unserer Software-Lösungen tätig.

Unser erklärtes Ziel ist es, eine möglichst kurze Implementierungsphase beim Kunden zu erzielen und ihm somit rasch zu Produktivität zu verhelfen. Dabei arbeiten wir mit lokalen Softwarehäusern - etwa Data Contact, Infomatec oder focus software consult - aber auch mit Outsourcing-Spezialisten wie AII, Syntacom oder Siemens zusammen.

Wie sehen Sie das Konkurrenzumfeld für Ihre Produkte?

Unsere Produkte werden oft fälschlich mit Produkten von Tivoli, mit dem Unicenter von Computer Associates oder HP Open View verglichen, die aber alle Systems Managements Frameworks sind. Sie dienen also im Gegensatz zu unserem PATROL nicht der Absicherung der Geschäftsprozesse.

Wie wird es mit BMC nach dieser Wachstumsphase weitergehen ?

Wir wollen die Entwicklung der letzten beiden Jahre, in denen wir unseren Umsatz in Österreich vervierfachen und die Mitarbeiterzahl von 14 auf 32 mehr als verdoppeln konnten, beibehalten. Ich gehe davon aus, dass wir im nächsten Geschäftsjahr ein Wachstum von 35% verzeichnen werden. Damit könnten wir einen Umsatz von 90 -100 Mio. Schilling erreichen. Ich erwarte auch, dass nach dem Jahr-2000-Wechsel, der für viele Firmen mit großer Zurückhaltung beim Softwarekauf verbunden war, nun wieder mehr Firmen in neue Software investieren.

Um unsere Kundenbasis zu vergrößern, führen wir derzeit viele Gespräche mit großen Beratungsunternehmen, aber auch mit kleineren Partnern, die sich auf einzelne Märkte spezialisiert haben. Parallel dazu erachten wir die laufende Schulung unserer eigenen Mitarbeiter als selbstverständlich, um immer beste Beratung bieten zu können. Außerdem suchen wir laufend nach neuen Vertriebs-Mitarbeitern, mit denen wir neue Branchen bearbeiten werden.

Vielen Dank für das Gespräch !

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MONITOR-Autoren
Dr. Manfred Wöhrl

Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. ..mehr..

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