Günter Steiner
In Zukunft wird ein Großteil der Produktkäufe, sowie die Abwicklung von Geschäften via Internet erfolgen. Für das Jahr 2000 wird für Europa ein Wert von 21 Milliarden US-Dollar vorhergesagt und für das Jahr 2001 61 Milliarden US-Dollar, wobei der Business-to-Consumer Bereich ungefähr ein Zehntel des Business-to-Business-Bereichs beträgt.
Wie ist aber die aktuelle Situation in Österreich? Im Rahmen der Studie "Elektronische Geschäfte im Internet mit Schwerpunkt auf Konsumgüter", die ich vom 1.9. bis zum 8.10.99 durchführte, wurden 1015 Internetuser befragt, wobei 54,0% angaben, schon einmal via Internet Einkäufe getätigt zu haben. Der Frauenanteil betrug dabei 28,0% im Vergleich zu 52,0% der Gesamtbevölkerung über 14 Jahre.
Es zeigte sich dabei, dass die soziodemographische Struktur der Internetuser (Alter, Geschlecht, Bildung, Beruf) sehr stark gegenüber der Gesamtbevölkerung abweicht. Der Anteil der älteren Generation steigt jedoch kontinuierlich. Bereits 9% der Internetuser sind über 50 Jahre. Betrachtet man die Altersstruktur so sind 70,0 % der österreichischen Internetuser zwischen 20 und 39 Jahre. In der Gesamtbevölkerung über 14 Jahre fallen 38,2% in diese Altersgruppe. 42,9% der Internetuser haben Matura, 27,6% Hochschulabschluss (Gesamtbevölkerung über 14 Jahren: 14% Maturanten, 6% Akademiker). Mit Abstand am populärsten ist das Netz, bei den Angestellten (58,9%), gefolgt von den Studenten (19,0%).
Der Zugang ins Internet steigt seit 1997 sprunghaft an. 67,9% der Umfrageteilnehmer besitzen erst seit 1997 einen Internetzugang. Der beliebteste Dienst ist nach wie vor das Abrufen aktueller Informationen und Nachrichten (78,6%). Damit ist diese Verwendungsart wichtiger als das "allgemeine Surfen" (64,6%). An dritter Stelle liegt das Abrufen von Produktinformationen (63,6%). Weiters folgen geschäftliche, wissenschaftliche Recherchen (55%), Aus und Weiterbildung (51,4%), Chatten (45,8%) und Telebanking (40%). Am wenigsten beliebt ist das Downloaden (35,9%) und das Spielen (11,3%)
Bei den Produktkäufen liegen mit 60,4% die Bücher an erster Stelle, gefolgt von Software (38,0%), Video`s und CD`s (26,5%), und Hardware (19,3%). Am wenigsten gekauft werden Gebrauchtwagen (0,9%) und Erotikartikel (1,6%)(Mehrfachnennungen möglich).
An erster Stelle beim elektronischen Zahlungsverkehr steht trotz der gegebenen Sicherheitsbedenken noch immer die Kreditkarte. 64,6% der Online-Shopper gaben an, die Käufe mittels Kreditkarte bezahlt zu haben. Auf Rechnung nannten 39,1% und per Nachnahme 34,3% (Mehrfachnennungen möglich). Die Gründe warum noch nicht via Internet eingekauft wurde liegt mit 51,2% an den Sicherheitsmängeln bei der Zahlung. 40,9% bevorzugen den traditionellen Handel, bei 31% ist kein Bedarf gegeben und 30,8% haben kein Vertrauen ans Internet.
Betrachtet man die Studie als Gesamtobjekt so kann man sagen, die Internetuser beziehungsweise die Online-Shopper sind jung und sehr gebildet. Die Frauen, die bis dato als Internetmuffel angesehen wurden, sind auf dem Vormarsch.o
(Die Studie wurde - auch mit Unterstützung des MONITOR - von Günter Steiner im Rahmen einer Diplomarbeit erstellt. Im Web finden Sie weitere Details dazu unter http://www.tronicplanet.at/studie/)



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Mag. Christoph Weiss, i2s consulting, Leiter Büro Österreich: Magister und Textil-Fachingenieur. Führungserfahrung als IT-Leiter im Bereich technischer Grosshandel. Mehrfach Linien- verantwortlicher für ERP-Einführungen. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Technikum Wien. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) 