14-6-2017 Gedruckt am 25-06-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/17309

Uni Salzburg: Self-Service-IT mit Red Hat

Open Source reduziert Komplexität

Die Paris Lodron Universität Salzburg (PLUS) ist ein Zentrum für Forschung und Lehre. Da die Universität weiter wächst, wollte die IT-Abteilung den Zugriff auf IT-Services für die mehr als 18.000 Studierenden und rund 2.800 Mitarbeiter vereinfachen und verbessern.

Das IT-Team der Universität Salzburg entschied sich in dem Projekt PLUS Web Services für Red Hat als Partner. (Bild: Paris-Lodron-Universität Salzburg - Scheinast)

Die Paris Lodron Universität Salzburg (PLUS) ist ein Zentrum für innovative Forschung und Lehre in Österreich. Namenspatron der Universität ist Fürsterzbischof Paris Lodron, der die Bildungseinrichtung im Jahr 1622 gründete.
 
Eine leistungsfähige, verfügbare und kosteneffiziente IT-Infrastruktur bildet die Basis für erfolgreiche Lehre und Forschung. Die IT-Abteilung der Hochschule hat daher in den letzten Jahren beispielsweise die Sprach- und Datenkommunikation für die rund 30 Standorte und das Rechenzentrum modernisiert.
 
Die Administration und die Bereitstellung der IT-Services waren jedoch noch mit einem erheblichen manuellen und zeitlichen Aufwand verbunden. Darüber hinaus existierte in einigen Instituten für bestimmte Aufgaben eine eigene IT-Infrastruktur. Viele Fachbereiche etwa wickelten die Kommunikation über eigene Mail- und Webserver ab und die Computerwissenschaften nutzten eigene Anwendungen im Bereich des High Performance Computing (HPC) für aufwändige Rechenmodelle.
 
"Unser Ziel war es daher, die Administration zu vereinfachen und immer mehr IT-Dienste zentral und automatisiert anzubieten, die alle Fachbereiche über ein Self-Service-Portal schnell für sich nutzen können", erklärt Thomas Wenninger, COO of IT an der Universität Salzburg. "Zudem ging es uns darum, die bestehende Hardware besser und optimal auszulasten und die HPC-Anwendungen bei freien Kapazitäten zu unterstützen." 
 

Open-Source-Lösung reduziert IT-Komplexität 

Nach einer ausführlichen technischen und betriebswirtschaftlichen Evaluation entschied sich das IT-Team der Universität Salzburg in dem neuen Projekt PLUS Web Services für Red Hat als Partner. 
 
In einem gemeinsamen Discovery Workshop diskutierten Experten von Red Hat Consulting zusammen mit dem Projektteam der Universität Salzburg zunächst das Ziel und das Architektur-Design der neuen Lösung, inklusive Abschätzung der Kosten. Daraus ging eine Roadmap mit der weiteren Vorgehensweise und Aufgabenverteilung hervor.
 
Als nächstes implementierte die Universität die neue Architektur mit verschiedenen Technologien von Red Hat: 
  • Red Hat CloudForms, eine offene Hybrid-Cloud-Managementplattform, ist das zentrale Tool zur Verwaltung der Cloud-Landschaft und unterstützt virtuelle Maschinen und Container.
  • Red Hat Enterprise Linux, eine unternehmensgerechte Linux-Betriebssystem-Plattform, die eine hohe Sicherheit und Zuverlässigkeit bietet. 
  • Red Hat Satellite, ein System-Lifecycle-Management-Tool, mit dem sich Infrastrukturen von Red Hat einfacher in physikalischen, virtuellen sowie Private- und Public-Cloud-Umgebungen implementieren, skalieren und verwalten lassen.
  • Red Hat Virtualization, eine Plattform zur Einrichtung und Verwaltung umfangreicher Virtualisierungsumgebungen sowie interner und Private-Cloud-Umgebungen.
 
Die Universität erhält mit Red Hat Infrastructure Academic Edition, wie sie Red Hat für höhere Bildungseinrichtungen und die akademische Community anbietet, während eines festgelegten Zeitraums und zu einem festen Preis unbegrenzten Zugriff auf Red Hat Enterprise Linux, Red Hat Virtualization und Red Hat CloudForms. 
 
In der ersten Phase des Projekts kamen die Produkte von Red Hat zur Optimierung der universitären Infrastruktur zum Einsatz, einschließlich des Aufbaus einer IaaS-Plattform mit einem Service-Katalog zur Bereitstellung von IT-Ressourcen. Bislang steht der Service-Katalog für die IT-Infrastruktur und die EDV-Verantwortlichen im Fachbereich zur Verfügung. In einem weiteren Schritt plant die Universität, den Zugang auch für Studenten und weitere Mitarbeiter zu öffnen.
 

Optimierte IT-Prozesse für einen schnelleren Service

Früher wurden neue Ressourcen per Change-Ticket angefordert und mit VMware-Lösungen vollständig manuell verwaltet. Heute erfolgt die gesamte Verwaltung zentralisiert und vollständig automatisiert.
 
"Mit den leistungsfähigen Automatisierungs-Funktionen von CloudForms können wir unsere bestehenden Provisionierungs- und Betriebs-Workflows über den kompletten Lebenszyklus zentralisieren und den Mitarbeitern IT-Dienste über einen Service-Katalog schnell bereitstellen", erläutert Thomas Wenninger. Als Ergebnis kann die IT-Abteilung die Geschwindigkeit und Qualität ihrer Services für Mitarbeiter verbessern. "Wir sind damit besser in der Lage, unsere Dienstleistungen zu standardisieren und den Fachabteilungen im Self-Service anzubieten", sagt Wenninger. "Sie können IT-Ressourcen wie virtuelle Maschinen einfach selbst provisionieren und sich dann wieder aus dem Katalog abmelden, wenn sie die IT-Ressourcen nicht mehr benötigen."
 

Höhere Skalierbarkeit und Flexibilität der IT-Ressourcen

Mit Red Hat CloudForms kann die IT-Abteilung der Universität Salzburg Ressourcen effizienter verteilen und via Load Balancing bei Bedarf an leistungshungrige Anwendungen im HPC-Umfeld temporär zuweisen.
 
"Mit der Lösung von Red Hat können wir einfach und automatisiert Applikationen skalieren, um eine höhere Nachfrage zu bewältigen, und lasten gleichzeitig unsere Hardware besser aus", sagt Wenninger. "Zu Spitzenzeiten, etwa zu Beginn und zu Ende jedes Semesters, benötigen wir bestimmte Ressourcen. Zwischen diesen Lastspitzen können wir die Ressourcen für andere Anwendungsszenarien, beispielsweise HPC, einsetzen und erzielen so eine effizientere Nutzung von Hardware und Software."
 
Darüber hinaus ermöglicht die flexible Open Source-Lösung der Universität den Aufbau einer Umgebung, welche die jeweiligen Anforderungen der Fakultäten durch eine bessere Integration unterstützt – ohne die Kosten zu erhöhen.
 
"Die Open-Source-Lösungen von Red Hat sind im Unterschied zu proprietären Produkten mit allen wichtigen Standards kompatibel", sagt Wenninger "Dadurch vermeiden wir einen Vendor Lock-In und bringen die unterschiedlichen Anforderungen unserer Fachbereiche besser unter einen Hut."
 

Mehr Konsistenz und besser planbare Kosten

Die von der Universität genutzte Red Hat Infrastructure Academic Edition bietet zu einem festen Preis und in einem festgelegten Zeitraum einen unbeschränkten Zugriff auf Lösungen von Red Hat. Die IT-Kosten werden damit transparenter und berechenbarer.
 
"Durch die Campus-Lizenzierung können wir ohne zusätzliche Lizenzkosten skalieren, wenn wir unsere Infrastruktur aufstocken", sagt Wenninger.
 

Umfassende, fachliche Unterstützung

Durch Red Hat Infrastructure Academic Edition erhält die IT-Abteilung Zugriff auf Red Hat Consulting, das Red Hat Customer Portal und die Knowledgebase, inklusive Anleitungen für die Installation und Verwaltung der Lösungen von Red Hat. Die Universität Salzburg nutzte diese technische Beratung zur erfolgreichen Implementierung und Erweiterung ihrer IaaS-Architektur und den zugehörigen Lösungen von Red Hat.
 
"Die Red Hat Consulting Architects haben uns bei der Konzeption und der Implementierung der umfangreichen Private Cloud sowie der IaaS-Architektur bestens unterstützt", sagt Wenninger.
 

Eine Grundlage für künftige Service-Erweiterungen

Der erfolgreiche Abschluss der ersten Implementierung der Lösungen von Red Hat hat das IT-Team der Universität Salzburg dazu veranlasst, weitere Möglichkeiten bezüglich der Kosteneffizienz und Leistungssteigerung ihrer eingesetzten Produkte und Services zu erkunden.
 
In der zweite Phase des Projekts PLUS Web Services liegt der Fokus auf der effizienteren Verteilung von Software-Anwendungen und Tools. Ferner plant die Universität, den Service-Katalog auch für Studenten zugänglich zu machen. Darüber hinaus baut die IT-Abteilung derzeit Schritt für Schritt parallel zur bestehenden VMware-Umgebung eine virtuelle Landschaft auf Basis von Red Hat Virtualization auf. Wenn alle Tests gut verlaufen, wird ein Großteil der VMware-Infrastruktur auf Open Source-Technologien von Red Hat migriert. Darüber hinaus plant die Universität im Rahmen der Academic Institution Subscription die Infrastruktur um Red Hat OpenStack Platform zu erweitern.
 
"Durch die Migration auf Red Hat CloudForms und andere Lösungen von Red Hat sind wir im künftigen Projektverlauf in der Lage, effizient Services anzubieten und mittelfristig unsere Betriebskosten weiter zu reduzieren", sagt Wenninger.