8-6-2017 Gedruckt am 27-06-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/17303

SEO-Crashkurs 4 - Wie sagt man so schön?

Die wichtigsten SEO-Grundbegriffe

Einige Begriffe, die im Internet herumgeistern, begegnen uns im Crashkurs auch immer wieder. Ein gemeinsames Verständnis ist extrem wichtig, damit alle Beteiligten (seien das Marketingabteilungen, Technik oder Agenturen) verständigen können. Wir erklären deshalb in diesem Crashkurs-Durchgang, was es mit SEA, Crawlern und Pageviews auf sich hat und warum sie für Website-Betreiber interessant sind.

(Bild: CC0 - pixabay.com)

SEO

Unter Suchmaschinenoptimierung bzw. Search Engine Optimization versteht man Maßnahmen, mit denen man die Sichtbarkeit von Websites in Suchmaschinen verbessern kann. Die Maßnahmen umfassen Aspekte wie Seitengeschwindigkeit, Inhalte, Ladezeit der Website etc. und unterstützen die gute Sichtbarkeit in Suchmaschinen.
 
Gute Sichtbarkeit bzw. gute Rankings bringen in der Regel auch mehr Zugriffe auf die Website. Möchte man also, dass Besucher auf die Website kommen, sollte man sie auch für Suchmaschinen optimieren. Denn: was nützt die beste Website, wenn niemand sie findet?
 
In den Suchergebnissen wird zwischen organischen (organic) und bezahlten (paid) Ergebnissen unterschieden – bezahlte Anzeigen, bei Google sogenannte AdWords, erscheinen über (und häufig auch unter) den organischen Suchergebnissen. Mit SEO beeinflusst man nur die organischen Ergebnisse. 
 

SEA

Suchmaschinenwerbung bzw. Search Engine Advertising bezeichnet Online-Marketingmaßnahmen, bei denen in Suchmaschinen, Suchnetzwerken sowie mit Remarketing, Bannern und Co. geworben wird. Je nach Bedürfnis und Werbeziel (z.B. Steigerung der Markenbekanntheit / Branding, Produktverkauf, …) gibt es passende Formate, mit denen potenzielle Kunden optimal erreicht werden können. 
 
Die Anzeigen in den Suchmaschinen werden auch als paid content bzw. bezahlter Inhalt bezeichnet – im Gegensatz zu organischen Ergebnissen, bei denen durch Suchmaschinenoptimierung und eine gute Seitenperformance Sichtbarkeit erzielt wird. 
 

On Page / Off Page

In der Suchmaschinenoptimierung wird zwischen On-Page- und Off-Page-Faktoren unterschieden, die die Sichtbarkeit einer Seite beeinflussen.
On-Page-Faktoren sind Aspekte wie Technik, Inhalte und Nutzerfreundlichkeit der Website. Sie kann und sollte man als Website-Betreiber beachten und optimieren, um die Seite gut sichtbar zu machen. 
 
Off-Page-Faktoren sind zum Beispiel Backlinks, die der eigenen Website Trust geben. Denn: Links sind wie Empfehlungen. Je relevanter die Seite, von der sie kommen, umso besser wirken sie sich auf das Ranking der eigenen Seite aus. 
 

Page Impressions / Visits

Als Visit bezeichnet man den Besuch eines Users auf einer Website. Meistens besteht ein Visit aus mehreren Page Impressions (oder auch Pageviews), also den Aufrufen einzelner Seiten einer Website.
 
Misst man die Pageviews eines Visits, kann man den Weg eines Besuchers auf der Website nachverfolgen. Das ist zum Beispiel sinnvoll um herauszufinden, ob User auf einer bestimmten Unterseite häufig abspringen – und inwiefern man die Seite optimieren kann, um die Besucher zu halten. Außerdem kann man anhand der Anzahl der Pageviews feststellen, wie lange Personen auf der Website verweilen und ob die Inhalte gut untereinander vernetzt sind, sodass die Besucher einen Anreiz haben, weiter zu klicken und länger auf der Seite zu bleiben.
 

Snippet

Unter Snippet versteht man die Darstellung des Treffers im Suchergebnis. Gut gesetzte Meta Tags können dazu genutzt werden, diese Darstellung zu beeinflussen.
 

Meta Tags: Title, Description & Co.

Meta Tags sind übergeordnete Elemente, die ein Dokument bzw. eine Website beschreiben.
 
Sie wissen, wie ein klassisches Suchergebnis aussieht: ein Seitenname bzw. -titel, eine URL und ein kurzer Abriss über den Inhalt der Seite, die Sie auswählen und anklicken können. Diese Kurztexte informieren idealerweise darüber, was den Besucher auf der Seite erwartet und ob das seinen Erwartungen entspricht.
 

(Bild: Otago)

 
Seitentitel und die sogenannte Description sollten für jede Landingpage individuell gesetzt werden. Sie sind eine Chance, dem Suchenden einen Eindruck vom Seiteninhalt zu geben und helfen dabei zu entscheiden, ob die Seite die richtigen Antworten auf seine Suchanfrage bietet. Sie können die Darstellung im Snippet beeinflussen – müssen aber nicht.
 
Die Zeichenzahlen sind dabei begrenzt: Der Title darf max. 60-65 Zeichen (Google misst die Pixel-Breite), die Description max. 150 – 160 Zeichen haben.  
 
Setzt man Titles & Descriptions nicht selbst, wählen die Suchmaschinen selbst einen Text aus, den sie als passend zur Suchanfrage sehen.
 
Achtung: 
  • Google nutzt fallweise Textausschnitte von der Zielseite, anstatt individuell angelegten Titles & Descriptions!
  • Social Sharing Seiten nehmen den ersten Text, den sie auf der Seite finden, wenn es keine Description gibt
  • Google macht Keywords fett, wenn sie mit dem gesuchten Begriff (der Sucheingabe) übereinstimmen – das bringt Aufmerksamkeit!
 
Der Inhalt des Titles kann wesentlichen Einfluss auf das Ranking haben, während die Description in erster Linie einen Klickanreiz bietet. 
Google übernimmt nicht gezwungenermaßen die individuell angelegten Titles & Descriptions – wird ein anderer Text auf der Seite als passend zur Suchanfrage eingeschätzt, wird dieser angezeigt!
 

Crawler

Unter Crawler oder Webcrawler versteht man ein automatisches Programm, das das Web nach Inhalten durchsucht und diese dann an die Suchmaschinen abliefert.
 
Gecrawlt werden dabei Inhalte wie Texte, Bilder und Videos, nicht erfasst werden (können) Inhalte wie / im Format …  – darauf sollte man auch achten, wenn man eine Website aufsetzt! Nicht gecrawlt werden zum Beispiel Inhalte, die ein Login benötigen.
 
Bei Google hat man die Möglichkeit, einzelne Landingpages auszuschließen, damit sie nicht als Suchergebnis erscheinen. Das ist zum Beispiel bei eigenen Druckversionen einer Seite sinnvoll.
 

Index / Indexierung

Die gecrawlten Inhalte werden von der Suchmaschine erfasst und können in Folge durchsucht und so zum Treffer bei einer Suchanfrage werden.
 

Longtail

Hat man eine halbwegs genaue Vorstellung davon, was man finden möchte, tippt man präzisere Suchanfragen ein. Diese bezeichnet man als sogenannte Longtail-Suche: "Wohnung 1020 mit Balkon" bringt für den konkreten Bedarf genauere Ergebnisse als "Immobilien" 
 

(Bild: Otago)

 
Unternehmen können sich diese Longtail-Sucheingaben zunutze machen. Wer sich auf Longtail-Phrasen in der eigenen Branche spezialisiert und dazu passenden Content auf der Website hat, hat bessere Chancen, dafür gefunden zu werden. Zwar suchen weniger Menschen nach diesen konkreten Phrasen, die die allerdings danach suchen, wollen auch ein konkretes Angebot dafür haben.
 
Praxis-Tipp VI: So sieht Ihr Snippet aus
Testen Sie, wie Ihre individuellen Titles und Descriptions im Suchergebnis aussehen würden, mit dem SERP Snippet Generator von Sistrix.
 
Praxis-Tipp VII: Backlinks
Wissen Sie, welche Seiten auf Sie verlinken? In der Google Search Console finden Sie unter "Suchanfragen" > "Links zu Ihrer Website" eine Übersicht.
 
In dieser Serie bisher veröffentlicht:
 
Über den Autor
Jan Königstätter beschäftigt sich seit über 12 Jahren mit dem Thema Webanalyse & Suchmaschinenoptimierung. 2002 wurde er technischer Leiter bei immodirekt.at, 2009 wechselte er zu derStandard.at und baute dort den Bereich Webanalyse, Suchmaschinenoptimierung und Suchmaschinenmarketing auf und aus. 2014 gründete er zusammen mit Markus Inzinger die Otago Online Consulting GmbH.