11-5-2017 Gedruckt am 25-05-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/17264

Übernahmen & Zukunftsziele

S&T gibt ein Update

Die Linzer S&T AG ist in den letzten Jahren zu einem ansehnlichen Konzern herangewachsen. Nach der jüngsten Übernahme des Kundensegments "IT-Markt" von Raiffeisen Informatik ist man bemüht, sein Image in der Öffentlichkeit auf den neuesten Stand zu bringen.

Rudolf Felser

CFO Richard Neuwirth und COO Michael Jeske von der S&T AG. (Bild: Rudolf Felser)

Das Systemhaus S&T, in seiner heutigen Form entstanden durch die 2012 abgeschlossene Fusion mit der Quanmax AG, will sein Bild in der Öffentlichkeit "updaten". Aus dem aktuellen Anlass eines neuen Zukaufs, dem mittlerweile abgeschlossenen Erwerb des Kundensegments "IT-Markt" der Raiffeisen Informatik Gruppe, wurde daher zum Pressegespräch geladen. Wie es Richard Neuwirth, seit 11 Jahren bei der S&T und heute als CFO der S&T AG für den Finanzbereich der Gruppe zuständig, ausdrückte: "Einigen ist die S&T relativ unbekannt. Jene, die sich in der bewegten Vergangenheit mit S&T beschäftigt haben, haben vielleicht ein überholtes Bild. Denen wollen wir ein Update geben." Neuwirth zur Seite stand Michael Jeske, COO der S&T AG, seit 2009 im Unternehmen und seit 2012 mit dem Service-Bereich betraut. 
 

International erfolgreich, lokal stark 

Die S&T AG, an der über den Umweg seiner Tochter Ennocon übrigens auch der Apple-Zulieferer Foxconn beteiligt ist, hat ihre Konzernzentrale in Linz, ist eine österreichische Aktiengesellschaft, hat es aber im Herbst letzten Jahres in den Frankfurter TecDAX geschafft. "Als einziges österreichisches Unternehmen unter den Top 30", wie Neuwirth nicht ohne Stolz betonte. 2016 erwirtschafteten die derzeit rund 3.700 Mitarbeiter in 25 Ländern und an den sieben Standorten in Österreich einen Umsatz von 503,7 Mio. Euro. Rund 100 Mio. davon erwirtschaften die heimischen Töchter des Konzerns jährlich mit ihren mittlerweile rund 400 Mitarbeitern.
 
Der Schwerpunkt des Geschäfts liegt, natürlich neben dem DACH-Raum, vor allem in Zentral- und Osteuropa, seit dem Einstieg beim deutschen Embedded-Computing-Spezialisten Kontron AG – in dieser Branche ist auch Foxconn-Tochter Ennocon tätig – Ende 2016 aber auch zunehmend in den USA und Kanada.
 
Trotz dieser internationalen Ausrichtung ist man bei S&T bemüht, besonders die lokalen Stärken hervorzuheben. So beschäftigt das Unternehmen Jeske zufolge über das ganze Land verteilt hundert eigene Field-Service-Techniker. "Wir können gewährleisten, dass wir jeden Punkt in Österreich innerhalb von vier Stunden anfahren können, um Störungen zu beheben. Das ist wichtig für unsere Kunden", so der COO.
 

"Null Überlappungen" 

Neuer Schwerpunkt für S&T ist nach der Ende April abgeschlossenen Übernahme des "Drittkunden-Geschäfts" der Raiffeisen Informatik (R-IT), die sich nunmehr auf ihre Banken-Expertise im eigenen Haus konzentriert, das Rechenzentrums-Thema. So betreibt das Unternehmen nun am Standort Wien ein georedundantes und ausfallsicheres Tier-3-Plus-Rechenzentrum. "Das war für S&T eine gute Möglichkeit, das eigene Portfolio zu verstärken. Wir haben damit ein hochmodernes Rechenzentrum in Wien, was auch im Sinne der Datenhoheit und EU-Datenschutzgrundverordnung für österreichische Kunden immer wichtiger wird", erklärte CFO Neuwirth. Rund hundert Mitarbeiter der R-IT wurden übernommen, 90 Kunden werden schrittweise an S&T übertragen. Weitere fünf Mio. Euro sollen in das neue Rechenzentrum investiert werden. Für Neuwirth erfreulich: "Wir haben mit der Raiffeisen IT null Überlappungen, auch was die personellen Ressourcen betrifft." Neben den übernommenen Mitarbeitern ist man in Wien sogar auf der Suche nach 25 weiteren Mitarbeitern.
 

Ziel: Umsatzmilliarde 

Wo will das Unternehmen hin? Was sind die Ziele für die Zukunft? "Wir haben schon vor Jahren begonnen, auch in Forschung und Entwicklung zu investieren. Immer mit einem Fokus auf Digitalisierung und die Unterstützung der Geschäftsprozesse unserer Kunden. Wir werden auch weiterhin verstärkt in F&E investieren", gab Neuwirth einen kleinen Ausblick. Auf der Seite der harten, monetären Fakten hat man sich ebenfalls ein Ziel gesetzt. Nach dem Rekordjahr 2016 mit über 500 Mio. Euro Umsatz will S&T "2018 die Umsatzmilliarde überschreiten und damit führender Anbieter aus Österreich werden", so der CFO weiter.