28-3-2017 Gedruckt am 27-05-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/17189

SEO-Crashkurs 3

Der richtige Zeitpunkt für Suchmaschinenoptimierung

Irgendwann ist er gekommen – der Zeitpunkt, an dem Sie sich als Websiteverantwortlicher mit dem Thema SEO (Search Engine Optimization) beschäftigen sollten. Den einen richtigen Moment gibt es nicht, der Blick geht nämlich in eine andere Richtung: für jeden Zeitpunkt gibt es die passenden Maßnahmen, um das Beste aus der eigenen Website herauszuholen.

Bild: CC0 Public Domain - pixabay.com

Suchmaschinenoptimierung ist immer ein laufender Prozess und kein abgeschlossenes Projekt – irgendwo muss man trotzdem damit beginnen.
 
Bevor wir im SEO-Crashkurs auf die Bereiche eingehen, die Sie optimieren können, laden wir Sie deshalb ein herauszufinden, wo Ihre Website aktuell steht und worauf Sie jeweils Ihren SEO-Fokus legen sollten.
 

Wann ist der richtige Zeitpunkt für SEO? (Bild: Otago)

 
Hier kann die Optimierung beginnen:
  • SEO bei einer neuen Website
Sie haben beschlossen, eine Website für Ihr Unternehmen aufzusetzen. Ist sie von Anfang an solide aufgebaut, sparen Sie sich einen Mehraufwand in der Zukunft. 
Ein inhaltliches Konzept, das zu ihren Zielgruppen passt, ein realistisch umsetzbarer Contentplan und ein Fokus auf die Nutzerfreundlichkeit von Beginn an bringen die Website auf den richtigen Weg. Außerdem ist sie so von Beginn an eine solide Basis für Ihre Onlinemarketing-Strategie.
Mit sinnvollen Inhalten positionieren Sie sich in ihrer Branche von Beginn an und erhöhen die Chance auf gute Verlinkungen.
 
SEO-Fokus bei einer neuen Website:
- Was sucht meine Zielgruppe? Die Ausrichtung am Bedarf Ihrer Kunden ist Grundlage für den Aufbau der Seite und die Präsentation der Leistungen
- Seitenstruktur für einen klaren Aufbau von Beginn an
 
  • SEO bei Website-Relaunch
Der Relaunch einer Website ist der ideale Zeitpunkt, um SEO-Maßnahmen zu setzen. Technisches "Aufräumen" unkontrolliert gewachsener Strukturen sind hier ebenso ein Thema wie Vereinheitlichung von Formaten, Optimierung der Seitengeschwindigkeit und das Entfernen alter URL-Leichen. Seitenbesucher kommen nämlich auch über alte, zu Beispiel als Favoriten gespeicherte, URLs auf Ihre Website – wie bei einem Nachsendeauftrag sollte die Weiterleitung deshalb auf die neue Zielseite führen.
Viele Websitebetreiber klagen nach dem Relaunch über den Verlust ihrer Google-Rankings. Mit einer guten SEO-Strategie umgehen Sie dieses Risiko – Sie halten Ihre Rankings und arbeiten gezielt an ihrer Verbesserung.
 
SEO-Fokus beim Website-Relaunch:
- Analyse: für welche Themen werde ich bereits gefunden und worauf will ich mit meinen Inhalten fokussieren 
- Weiterleitungen bei Veränderung der Website- oder URL-Struktur
 
  • SEO bei Verlust des Google-Rankings 
Dafür, dass sich die Rankings verschlechtern, gibt es viele Gründe: Änderung der Relevanz-Kriterien bei Google, Änderungen an der eigenen Seite (Relaunch, neues Design etc.) – die Folge: plötzlich bleiben die Besucher und das Geschäft aus.
Um den Trafficverlust zu vermeiden ist es wichtig, Überarbeitungen der eigenen Seite gut und mit Bedacht zu planen. Mit den richtigen SEO-Maßnahmen lassen sich die Rankings auch nach einem Absinken wieder verbessern und die Basis für eine gute Performance legen.
 
SEO-Fokus bei Verlust des Google-Rankings:
- Voraussetzung für die SEO-Rettungsmaßnahmen ist ein passendes Vorgehen bei der Erfolgsmessung und zum Monitoring der Überarbeitungen (z.B. Einsatz der Search Console)
- Die richtige Interpretation der Veränderungen (Ursachenanalyse) und Ableitung gezielter Maßnahmen
 
  • Ich möchte in Google besser sichtbar sein
Fehlt die gute Website und vor allem die gute Platzierung in den Suchmaschinen, verschwindet man neben dem Mitbewerb und verpasst die Chance, neue Kunden zu erreichen.
Der Wunsch nach Sichtbarkeit ist oft Ausgangspunkt für die Beschäftigung mit dem Thema SEO. Das Gute ist: an Ihrer Sichtbarkeit können Sie arbeiten, und das ohne Hexerei.
Probleme beim Ranking bereiten beispielsweise oft die schlechte Seitengeschwindigkeit und nicht vorhandene oder unklare Seiteninhalte. Große Bilddateien lassen die Seite langsam laden, fehlende Inhalte machen es Suchmaschinen und Usern schwer, wichtige Informationen zu finden. 
Sie möchten von den Kunden im richtigen Moment gefunden werden? Dann müssen Sie auch über die Themen schreiben, die Ihre Kunden beschäftigen. Dies setzt einen Perspektivenwechsel voraus – der Fokus beim Erstellen von Inhalten muss auf den Informationsbedürfnissen Ihrer Zielgruppen liegen.
Nicht jede Website benötigt jedoch einen umfassenden Relaunch. Oft können schon mit einfachen Maßnahmen Verbesserungen erzielt werden. Deshalb lohnt es sich, die Website auf ihre unterschiedlichen SEO-Säulen (siehe SEO-Crashkurs 1 - Was ist SEO?) hin zu analysieren und mit der Optimierung an den richtigen Stellen anzusetzen.
 
SEO-Fokus für Verbesserung der Sichtbarkeit:
- Das Erkennen kurzfristige Verbesserungspotenziale, wie zum Beispiel der Seitengeschwindigkeit (siehe Praxis-Tipp V)
- Planung langfristiger SEO-Maßnahmen, um den Traffic konstant zu steigern und zu halten
 
Im nächsten Teil unseres Crashkurses widmen wir uns den wichtigsten Grundbegriffen der Suchmaschinenoptimierung. Wir erklären, was man unter anderem mit Überschriften, Titles, Metadescriptions und Chancen-Keywords auf sich hat und welche Einflüsse sie auf Websites und Rankings haben.
 

Praxis-Tipp V: Wie schnell ist Ihre Website?

Wissen Sie, wie schnell Ihre Website lädt? Lange Ladezeiten spielen mit der Geduld der Besucher – und sind oft der Grund, warum jemand eine Seite verlässt. Außerdem ist die Seitengeschwindigkeit auch ein Reihungskriterium in den Suchmaschinen.
 
Mit Page Speed Insights von Google können Sie einfach herausfinden, wie es um die Geschwindigkeit Ihrer Seite mobil und am Desktop steht.
 
Bei der Analyse erhalten Sie auch Hinweise darauf, wo Sie mit der Optimierung ansetzen sollten.
 
In dieser Serie bisher veröffentlicht:
 
Über den Autor
Jan Königstätter beschäftigt sich seit über 12 Jahren mit dem Thema Webanalyse & Suchmaschinenoptimierung. 2002 wurde er technischer Leiter bei immodirekt.at, 2009 wechselte er zu derStandard.at und baute dort den Bereich Webanalyse, Suchmaschinenoptimierung und Suchmaschinenmarketing auf und aus. 2014 gründete er zusammen mit Markus Inzinger die Otago Online Consulting GmbH.