22-3-2017 Gedruckt am 27-05-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/17180

Suchmaschinen und Datenschutz

Googeln mit Privatsphäre? Ja – aber wozu?

Ob Privatperson oder Unternehmen – Google speichert und verwertet alle Informationen, die Sie und Ihre Mitarbeiter online preisgeben. Und das sind mehr, als Sie denken. Wir beleuchten, wie sich dieses Geschäftsmodell auf Sie auswirkt und wie Sie sich mit einer europäischen Datenschutz-Suchmaschine vor den Auswirkungen schützen können.

Bild: CC0 Public Domain - pixabay.com

Heute schon gegoogelt? Wahrscheinlich ja. Auch wenn Sie eine andere Suchmaschine bevorzugen, verwenden Sie wahrscheinlich den Begriff "googeln". Die Vormachtstellung des größten Anbieters hat sogar unseren Sprachgebrauch massiv beeinflusst. Und noch stärker unser Leben. Auch, wenn wir das auf den ersten Blick gar nicht so richtig mitbekommen.
 
Google sammelt Daten. Viele Daten. Was der Konzern genau damit macht, ist nicht bekannt. Tatsache ist, dass er viel Geld damit verdient. Und dass die US-Regierungsbehörden Einblick in all diese unzähligen Datensätze haben, die unablässig vervollständigt werden. Private mögen sich fragen, inwieweit sie das stören soll, wenn NSA, CIA & Co ein genaues (wenn auch unrealistisches) Bild von ihnen haben. Zumindest bis sie versuchen, aus beruflichen oder privaten Gründen in die USA einzureisen.
 
Für Unternehmen ist die Sache jedoch weitaus brisanter. Stellen Sie sich vor, all Ihre Mitarbeiter verwenden Google. Wie viele Informationen liefern Sie ungefiltert in die USA? Wie viele davon könnten gegen Sie verwendet werden, wenn die US-Behörden wissen, woran Sie gerade arbeiten, was Sie für die Zukunft planen oder welche Ziele Sie verfolgen? Können Sie sicher sein, dass große US-Konkurrenten diese Informationen nicht gegen Ihre Geschäftsinteressen verwenden? Diverse Abkommen zum Datenaustausch zwischen heimischen und US-Geheimdiensten sollte man auch nicht außer Acht lassen.
 
Tatsache ist: Es gibt viele gute Gründe, auf US-Anbieter im Allgemeinen und auf Google im Besonderen zu verzichten. Aber fangen wir ganz von vorne an.
 

Wie wirkt sich Google auf uns aus?

Auf den ersten Blick positiv. Sie suchen Informationen und erhalten im Bruchteil einer Sekunde alle relevanten Antworten. Klingt doch toll, oder? Doch wer genauer hinsieht, bemerkt, dass die Suchergebnisse nicht ganz so neutral ausfallen, wie wir uns das wünschen würden. Im Gegenteil. Sie passen wie angegossen zu unseren Interessen und unserer Meinung. Der Nachbar erhält wahrscheinlich völlig unterschiedliche Ergebnisse. Fazit: Sie stecken in der Google-Filterblase fest, die immer kleiner wird. Jede zusätzliche Information, die Google über Sie erhält, schränkt Ihre Suchergebnisse weiter ein.
 
"Optimierte" Suchergebnisse sollen uns helfen, indem sie alle Informationen ausfiltern, an denen wir ohnehin kein Interesse haben. Aber in Wirklichkeit beschränken sie unser Wissen, unsere Weitsicht und verhindern, dass wir einen differenzierten Blick auf die Geschehnisse entwickeln können. Doch wie schafft es Google, uns exakt das zu liefern, was wir angeblich sehen möchten?
 

Optimierte Ergebnisse auf Kosten unserer Privatsphäre

Damit uns Google genau das liefern kann, was wir scheinbar erwarten, muss die Suchmaschine natürlich möglichst viele Informationen sammeln. Zu diesem Zweck werden IP-Adressen, User-IDs, bisherige Suchen, Cookies und viele weitere Quellen ausgewertet. Wer Google Analytics oder andere Analysetools auf der eigenen Webseite verwendet, gewinnt einen kleinen Einblick, was alles mit einfließt. Zusammen mit allen bisherigen Suchen, besuchten Webseiten und den Aktivitäten in sozialen Netzwerken ergibt sich ein umfassendes, aber auch einseitiges Bild über jeden einzelnen von uns, das in riesigen Datenbanken gespeichert und ständig mit neuen Daten gefüttert wird.
 
Auf Unternehmen umgelegt ist diese Datensammlung natürlich besonders problematisch. Nehmen wir an, ein großes IT-, Medien- oder Pharmaunternehmen mit mehreren tausend Mitarbeitern setzt bei der Websuche auf Google. Wenn all diese Angestellten unternehmensrelevante Recherchen betreiben, lassen sich aus den gespeicherten Daten unendlich viele logische Schlüsse ziehen, die allesamt dem Unternehmen zugeordnet werden können. Daraus kann Google nicht nur ableiten, womit sich die Mitarbeiter aktuell beschäftigen, sondern auch, in welche Richtung sich die Firma voraussichtlich entwickeln wird.
 
Gehen wir einen Schritt weiter: Ihr Unternehmen möchte einen großen Deal an Land ziehen. Woher beziehen Sie Ihre Informationen? Über Google? Dann haben Sie zwei Probleme: Erstens sehen Sie nur Ergebnisse, die in Ihre höchstpersönliche Filterblase passen. Zweitens weiß Google nun genau, wonach Sie Ausschau halten. Und gibt ebendiese Informationen dank Patriot Act, National Security Letters und Gag Orders potenziell an die US-Behörden weiter. Dass diese wiederum daran interessiert sind, der US-Wirtschaft Vorteile zu verschaffen, ist nicht weiter verwunderlich.
 

Der vielbemühte Kampf gegen den Terror

Sie könnten an dieser Stelle einwenden, dass die betreffenden US-Gesetze doch nur darauf abzielen, den Terrorismus einzudämmen und nicht primär als Mittel zur Wirtschaftsspionage missbraucht werden. Die Überwachungsmaßnahmen der USA sprechen aber eine andere Sprache. Es ist kaum anzunehmen, dass zum Beispiel die deutsche Bundesregierung, die Welthandelsorganisation und viele globale Unternehmen als terrorverdächtig gelten. Überwacht werden sie dennoch. Nicht zuletzt mithilfe der marktführenden US-Unternehmen.
 
Denn eines haben alle US-Dienste gemeinsam: Sie unterliegen dem Patriot Act und werden mit sogenannten Security Letters verpflichtet, Kundendaten an die US-Behörden weiterzugeben. Dazu kommen noch Geheimhaltungsanordnungen (Gag Order), die den betroffenen Unternehmen unter Strafandrohung verbieten, die Kunden und/oder die Öffentlichkeit darüber zu informieren, dass der Dienst von Geheimdiensten und Behörden als Überwachungswerkzeug missbraucht wird.
 

Datenschutzrisiko US-Anbieter

Betroffen sind ohne Ausnahme alle Unternehmen, die ihren Firmensitz in den USA haben. Doch damit nicht genug: Auch Tochterunternehmen in Europa unterliegen dem Patriot Act. In Folge sind natürlich auch die Datenschutzerklärungen das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind. Denn egal, was US-Firmen versprechen, wir können nie sicher sein. Dank Gag Order dürfen die Überwachungsmaßnahmen schließlich nicht bekannt gegeben werden.
 
Selbst, wenn Datenschutz draufsteht, muss nicht Datenschutz drin sein. Ein US-Dienst, der nach außen kommuniziert, keine Daten zu sammeln, könnte sehr wohl dazu verpflichtet sein. Deshalb ist es enorm wichtig, zuerst den Unternehmenssitz zu kennen. Liegt er in den USA, ist grundsätzlich Misstrauen angesagt.
 
Aber was bedeutet das für europäische Unternehmen? Ganz einfach: Solange die Mitarbeiter Google verwenden, werden ihre Websuchen gespeichert, überwacht, ausgewertet. Dabei sollten wir alle daran interessiert sein, uns, unsere Mitarbeiter, unsere Kunden und unser geistiges Eigentum zu schützen.
 
Dazu kommt, dass Arbeitnehmer hierzulande nicht unzulässig überwacht werden dürfen. Bei jeder Google-Suche werden jedoch permanent Daten an Google übertragen. In Bezug auf Windows 10 geht das Bayerische Landesamt für Datenschutz sogar der Frage nach, ob das Datensammeln am Arbeitsplatz mit dem Arbeitnehmerrecht vereinbar ist – neben dem Betriebssystem bestehen auch Bedenken wegen der Datenübertragung an die Suchmaschine Bing. Und was für Bing gilt, gilt natürlich gleichermaßen für Google und andere Anbieter.
 

Europäische Alternative mit höchstem Komfort

Im Bereich Suchmaschinen hat sich ein europäischer Dienst mit Hauptaugenmerk auf Datenschutz etabliert. Die zertifizierte Suchmaschine StartPage.com wurde als erste und einzige Suchmaschine mit dem Europäischen Datenschutzgütesiegel ausgezeichnet. Und obwohl Google-Ergebnisse geliefert werden, erhält Google keinerlei persönliche Informationen über die User. Sie werden weder ausspioniert noch landen Sie in einer Filterblase. Wie das funktioniert? Ganz einfach.
 
Wenn Sie eine Suchanfrage an StartPage stellen, entfernt die Suchmaschine alle Informationen, mit deren Hilfe Sie identifiziert werden könnten (IP-Adresse, User-ID, identifizierende Browser-Informationen usw.). Lediglich Sprache und Ländercode werden übermittelt, damit Sie passende Suchergebnisse erhalten können. Anschließend übermittelt StartPage die Suchanfrage an Google, erhält die Ergebnisse und liefert Ihnen diese aus, ohne sie zu manipulieren. 
 
Vereinfacht gesagt steht StartPage wie eine massive Firewall zwischen Ihnen und Google. Sie sind zu keinem Zeitpunkt in direktem Kontakt mit dem US-Giganten, profitieren aber trotzdem von den umfangreichen Ergebnissen. Natürlich werden Sie von einer Webseite, die Sie über StartPage besuchen, trotzdem gesehen – es sei denn, Sie verwenden den unternehmenseigenen Proxy-Dienst. Damit können Sie sich auch Webseiten im Schutz der Anonymität anzeigen lassen.
 

Welche Unterschiede gibt es zwischen Google und StartPage?

Nutzerfreundlichkeit und Komfort können ebenfalls mit dem Marktführer mithalten. Erst vor kurzem hat StartPage neue Funktionen hinzugefügt, mit denen interaktive Karten, Flug-Informationen und kurze Sofort-Antworten von Wikipedia gleich in der Ergebnisliste aufgezeigt werden – natürlich ebenfalls völlig anonym.
 
Was manchen Usern auffällt ist, dass die Suchergebnisse etwas anders aussehen. Das liegt natürlich vorrangig daran, dass StartPage keine Cookies setzt oder ausliest und die Suche somit nicht "optimieren", also an Ihre Gewohnheiten anpassen kann. Der Vorteil: Sie erhalten echte, ungefilterte Ergebnisse. Wer also daran gewöhnt ist, bei Google die eigene Webseite immer an erster Stelle zu finden, wird in Bezug auf das tatsächliche Ranking womöglich eines Besseren belehrt. Denn oft werden bei Google Seiten ganz oben angezeigt, die in Wirklichkeit nicht einmal unter den ersten 100 Ergebnissen gerankt werden. So gesehen bietet StartPage gleich die Chance, das Ranking zu bewerten und zu verbessern
 

StartPage ist Google-Suche ohne Patriot Act

Für eine weltweit gute Performance hat StartPage mehrere Server-Standorte, unter anderem auch in den USA – da jedoch der Unternehmenssitz in den Niederlanden liegt, ist StartPage außerhalb der US-Gerichtsbarkeit und kann nicht gezwungen werden, mit Überwachungsprogrammen zu kooperieren. StartPage speichert weder IP-Adressen oder User-IDs, setzt keine Tracking-Cookies und speichert keinerlei Suchanfragen. Somit sind bei der Websuche sowohl Ihre Privatsphäre als auch die Pläne und Aktivitäten Ihres Unternehmens vor US-Behörden sicher.