23-2-2017 Gedruckt am 30-05-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/17141

5. M2M/IoT-Forum

IoT und M2M gewinnen an Bedeutung

Das Internet der Dinge und Machine- to-Machine-Kommunikation sind zwei der wichtigsten Grundlagen für Digitalisierungs-Konzepte. Es sind nicht nur bekannte Namen und überstrapazierten Beispiele wie Tesla, Uber oder Amazon, die darauf setzen, sondern auch heimische und europäische Unternehmen wie Hagleitner, Liebherr, thyssenkrupp oder Red Bull Mediahouse. Eine der führenden Veranstaltungen zu diesem Thema ist das M2M/IoT-Forum, organisiert von SUCCUS und der Stadt Wien. Die 5. Ausgabe des Events findet am 27. und 28. März 2017 im Wiener Rathaus statt. Wir haben den Lead-Partnern der Veranstaltung, den Telekom-Unternehmen Drei, Tele2 und T-Mobile auf den Zahn gefühlt.

Rudolf Felser

(Bild: CC0 Public Domain - pixabay.com)

 Die Telkos sind ein wesentlicher Teil des IoT-Puzzles. Denn schließlich läuft die Kommunikation ganz oder teilweise über ihre Netze. Deswegen haben sie sich fast durch die Bank schon vor Jahren des Themas angenommen. Das bestätigt auch Maria Zesch, CCO von T-Mobile Austria, die beim M2M/IoT-Forum an der Panel Discussion zum Thema "The Real-Time Enterprise" teilnimmt: "Die T-Mobile Austria beschäftigt sich schon seit 2010 mit der Digitalisierung, Cloud-Lösungen, Machine-2-Machine, Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge, viele Schlagworte die in die gleiche digitale Kerbe schlagen: Mit Kunden effizientere Wege gehen und neue Geschäftsmodelle aufsetzen. Das Mobilfunknetz ist dabei der Motor und das Herzstück der Digitalisierung."
 

Der Kunde zuerst

Auch Tele2 ist Teil der IoT-Wertschöpfungskette. "Tele2 IoT ist als Operator zu verstehen. Wir konzentrieren uns darauf, Dinge mit Partnern und Kunden in aktuell mehr als 50 Ländern zu vernetzen und bieten darüber hinaus eine Reihe an Zusatzservices. Unser Ansatz ist: Der Kunde zuerst. Wir sind darauf bedacht, das jeweilige Modell so aufzusetzen, dass der Kunde noch erfolgreicher sein kann. Das ist es, was uns wichtig ist. Daher bieten wir hoch individualisierte Lösungen und agieren horizontal. Das heißt, wir launchen nicht komplette Lösungen, sondern sind IoT Enabler, der seine Kunden auch dahingehend unterstützt, mit den richtigen lokalen und globalen Partnern zusammenzuarbeiten", so Thomas Kanzler von Tele2 IoT.
 
Selbstverständlich ist auch Drei Feuer und Flamme für das Thema. "Drei arbeitet gemeinsam mit der 3Group an einer IoT-Plattform, die österreichischen Unternehmen in den kommenden Monaten konkrete Vorteile bieten wird", erklärt Tom Tesch, Pressesprecher des Unternehmens. Im Rahmen des letztjährigen M2M/IoT-Forums hat der Mobilfunker seine "3IoT Complete"-Lösung vorgestellt, die Mitte Februar auch kommerziell gestartet ist. Kernstück ist eine IoT-Box mit integriertem Internetzugang sowie Temperatur- und Feuchtigkeitssensor. In Österreich ist man laut Tesch auf dem richtigen Weg: "Es braucht noch einiges an Aufklärungsarbeit, aber mehr und mehr Unternehmen beschäftigen sich mit diesem Thema. Es wächst und gewinnt ständig an Bedeutung. In den kommenden Jahren wird mithilfe von 5G noch vieles im IoT- und M2M-Bereich möglich werden."
 
Ähnlich sieht das auch T-Mobile-CCO Maria Zesch: "Die Digitalisierung als Schlagwort ist in den Etagen der Geschäftsführungen definitiv angekommen. Es hakt allerdings noch bei der Umsetzung. Besonders in mittelständischen Unternehmen wird die digitale Transformation nicht als Sache des Chefs, sondern als die des CIOs beziehungsweise der IT-Leiter gesehen. Digitalisierung muss aber von ganz oben beginnen." Aber sind IoT und M2M nicht nur etwas für große Unternehmen? Mitnichten, wenn man Zesch fragt: "Als Teilbereiche der Digitalisierung sind IoT und M2M für alle Unternehmensgrößen relevant. Es sind die aufgeschlossenen, innovativen Unternehmen, die die Chancen der Digitalisierung sehen. Die Größe der Unternehmen ist dabei nachrangig."
 
Es sind allerdings nicht nur Chancen, um die es geht. Je mehr sich Markt, Konsumenten, Partner und Nachfrage ändern, desto mehr werden aus Chancen Notwendigkeiten. "Sobald man das Gefühl hat, den Marktanforderungen nicht mehr gerecht werden zu können, sollte man sich mit dem Thema befassen. Vor allem dann, wenn man merkt, an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren und Absatzeinbußen bei Produkten oder Services verzeichnet. Der Vertrieb ist einer der wichtigsten Indikatoren: Wenn es hier Schwierigkeiten gibt, ist man womöglich nicht mehr up to date", liefert Kanzler einen Indikator.
 

Gute Beispiele

Es gibt gute Beispiele dafür, wie man die modernen Entwicklungen zu seinem Vorteil nutzen kann. "Was die Digitalisierung betrifft, zeigen Startups, wie es geht. Einer unserer Kunden, Runtastic, hat als österreichisches Startup aus Pasching bei Linz begonnen und ist nun ein Betrieb von globaler Relevanz. Das Unternehmen nutzt digitale Tools auf allen Ebenen und auch dafür, neue Umsatzquellen zu erschließen. Doch auch etablierte Betriebe zeigen, wie sich digitale Tools gewinnbringend einsetzen lassen: Die Österreichischen Lotterien setzen seit kurzem LED-Displays bei ihren Partnern, den Trafiken, ein. Diese Displays zeigen die aktuelle Höhe des Jackpots. Die Daten dafür kommen aus der Cloud. Mit diesem Marketing-Tool konnten die Österreichischen Lotterien die Frequenz in den Trafiken und auch ihren eigenen Umsatz steigern. Konica-Minolta wiederum stattet jede einzelne seiner Kopier- und Multifunktionsmaschinen mit einer SIM-Karte aus. Dadurch können die Wartungszyklen zwischen Kunden und Services besser kommuniziert und Kosten gespart werden", so Zesch.