15-2-2017 Gedruckt am 27-05-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/17132

Ergonomie am Arbeitsplatz -

nicht nur für etablierte Unternehmen ein wichtiges Thema

Ergonomie am Arbeitsplatz bezeichnet ein ganzheitliches, dauerhaft angelegtes Konzept. Um Ergonomie umzusetzen, ist es entscheidend, um den Detailreichtum zu wissen, der sich hinter diesem Begriff verbirgt. Er bedeutet die komplette Ein- und Ausrichtung eines Arbeitsplatzes und ist bei Neu- wie Umgestaltung zu berücksichtigen. Dies gilt besonders in repräsentativ ausgerichteten Unternehmen wie Start-ups, wo lange und intensive Arbeitszeiten an der Tagesordnung sind.

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Die Folgen von körperlichen Belastungen aufgrund fehlender Ergonomie sind nicht zu unterschätzen. Sie entwickeln sich zu einem regelmäßigen, schlimmstenfalls chronischen Zustand und sind eine wesentliche Ursache für Krankheitsausfälle. Die zum Teil permanenten körperlichen Belastungen führen zudem vielfach zu psychischen Beeinträchtigungen und Erkrankungen. Ergonomie dient demnach als Teil umfassender Prävention. Um diese richtig umzusetzen, erfordert es einer genauen Auseinandersetzung mit der Beschaffenheit eines Arbeitsplatzes. 
Dieser setzt sich aus mehreren einzelnen Elementen zusammen: Tisch, Stuhl, PC-Monitor, PC-Maus und Beleuchtung sind Beispiele. Für ein ganzheitliches Ergonomiekonzept kommt es darauf an, alle diese Faktoren zu berücksichtigen. Arbeitsstühle und Tische beispielsweise benötigen die richtige Höhe und Ausrichtung, um ergonomisch zu wirken. Das Ziel: Es gilt, statische Körperhaltungen und damit (einseitige) Belastungen von Knochen, Muskulatur und Nerven zu vermeiden. 
 
Ergonomie fördert die Bewegung und damit die körperliche und geistige Dynamik. Ebenso zählt die akustische und visuelle Wahrnehmung am Arbeitsplatz. Kommt es hier zu permanenten Störungen, beispielsweise durch mangelhafte Beleuchtung, sind Konzentrationsschwächen und damit Fehlerquellen vorprogrammiert. Gleiches gilt für ein unzureichend geregeltes Raumklima. Dieses setzt sich aus der Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftbewegung und Luftqualität zusammen. Für jeden dieser Faktoren existieren empfohlene Richtwerte, welche ein gutes Raumklima ermöglichen. Diese Richtwerte lassen sich beispielsweise der Arbeitsstättenverordnung, kurz AStV entnehmen. Wie wichtig das Raumklima im Zusammenhang mit Ergonomie ist, zeigen die auftretenden Folgen diesbezüglicher Mangelzustände: Beeinträchtigungen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, gereizte Augen und Erkrankungen wie Schnupfen. Ergonomie bietet demnach alle Möglichkeiten, Beeinträchtigungen am Arbeitsplatz zu vermeiden. Sie steigert auf einem gesunden Weg langfristig und nachhaltig die Produktivität. 
 

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Um ein von Ergonomie geprägtes Arbeitsumfeld zu schaffen, bedarf es gleichermaßen der Initiative von Unternehmen und deren Mitarbeitern. Bereits erste kleinere Schritte begünstigen einen langfristigen Erfolg. Es beginnt mit der korrekten Ausrichtung des Arbeitsplatzes gemäß der "STA"-Reihenfolge = Stuhl, Tisch und Arbeitsmittel. Der zweite Faktor lautet Bewegung. Neben der notwendigen Bewegungsfreiheit zählt, dass die Mitarbeiter aktiv in Bewegung bleiben. Der dritte Aspekt: Alle Details, die einen ergonomischen Arbeitsplatz auszeichnen, sei es der richtige Arbeitsstuhl oder die Lampe, sind wichtige Investitionen. Deshalb zählt es hier, auf Qualität zu setzen. Diese macht sich im wahrsten Sinne des Wortes langfristig bezahlt. Neben der Bereitschaft in Qualität zu investieren, kann Abwechslung dabei helfen, einen ergonomisch ausgerichteten Arbeitsplatz zu schaffen. Ein Beispiel hierfür stellen Schreibtische dar. Wer beispielsweise neben Sitzschreibtischen Steharbeitsplätze zur Verfügung stellt, begünstigt damit die Dynamik und individuelle Flexibilität der Mitarbeiter. Dies stellt einen weiteren produktivitätssteigernden Aspekt dar und betont die Wichtigkeit personalisierter ergonomischer Konzepte. 
 
Die durch Erkrankungen des Bewegungsapparates auftretenden Krankheitsausfälle machen deren Zusammenhang mit unzureichend ausgestatteten Arbeitsplätzen deutlich. Ergonomiekonzepte dienen in diesem Fall als ganzheitlicher Lösungsansatz. Ein belastungsfreies Arbeiten, welches auf Effizienz und Sicherheit setzt, kommt Mitarbeitern und deren Unternehmen gleichermaßen zugute.