27-1-2017 Gedruckt am 28-03-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/17104

Accenture Technology Vision 2017

Disruptive Technologietrends der nächsten drei Jahre

Neue Technologien verändern auch die Gesellschaft. Angefangen bei Ackerbau und Viehzucht, über die Dampfmaschine, bis hin zu den Computern - sie alle haben deutliche Spuren hinterlassen. "Wir erleben derzeit den größten Umbruch seit dem Beginn des Informationszeitalters", sagt Bernhard Wurmb, Managing Director und Technology Lead bei Accenture Österreich. Darüber, welche der neuen Entwicklungen in den nächsten drei Jahren den größten Einfluss haben werden, hat sich Accenture in seiner aktuellen Studie "Technology Vision 2017" Gedanken gemacht.

Rudolf Felser

Technologie lernt vom Menschen. (Bild: CC0 Public Domain - pixabay.com)

 Neue digitale Technologien versetzen den Menschen in die Lage, ihre eigenen Lebensumstände zu verbessern, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt zu gestalten und damit die Welt zum positiven zu verändern. Gleichzeitig wächst der Einfluss des Einzelnen auf die Entwicklung, das Design und die Funktionsweise von Technologie. Das ist eine der Erkenntnisse der Studie "Accenture Technology Vision 2017", die sich mit den disruptiven Technologietrends der kommenden drei Jahre befasst. Die diesjährige Ausgabe steht unter dem Motto "Technologie für Menschen". Die Studie zeigt anhand von fünf Trends auf, wie die Konsumenten vom technologischen Wandel profitieren werden und warum es sich für Unternehmen lohnt, diese Trends aufzugreifen.
 
 
Entscheidend ist, dass Unternehmen neue Technologien einsetzen, um menschliche Fähigkeiten zu ergänzen und zu erweitern, so eine weitere Kernaussage der Studie. Zudem sind die Autoren der "Technology Vision" überzeugt, dass wir uns am Anfang eines neuen Technologiezeitalters befinden, in dem nicht allein der Nutzen von Technologie für den Menschen im Vordergrund steht, sondern der Einzelne auch immer größeren Einfluss auf ihr Design und ihren Einsatz nimmt. So richten sich Technologien zukünftig noch viel stärker an den individuellen Bedürfnissen der Menschen aus und antizipieren diese. Die Folge: Die Nutzererfahrung wird hyper-personalisiert und Technologie lernt vom Menschen.
 
"Die Geschwindigkeit des technologischen Wandels ist atemberaubend. Wir erleben derzeit den größten Umbruch seit dem Beginn des Informationszeitalters", sagt Bernhard Wurmb, Managing Director und Technology Lead bei Accenture Österreich. "Je stärker Technologie unsere Arbeit und unser Leben verändert, umso größer sind die gesellschaftlichen Herausforderungen, aber auch die neuen Möglichkeiten, die damit einhergehen. Letztlich liegt die Gestaltungshoheit darüber, wie dieser Wandel unser Leben verändert, bei den Menschen selbst. Wir sind zuversichtlich, dass Führungspersönlichkeiten in Wirtschaft und Gesellschaft ihrer Verantwortung gerecht werden und den positiven Einsatz dieser neuen Technologien sicherstellen."
 
 

Trends: Von KI bis Neuland

Für die Technology Vision befragte Accenture mehr als 5.400 Führungskräfte und IT-Manager in 31 Ländern weltweit, darunter auch in Österreich. Neun von zehn Befragten (86 Prozent) sind demnach der Meinung, dass es nicht nur rapide Fortschritte bei einzelnen Technologien sind, die zu Innovationen führen, sondern erst das Zusammenspiel dieser Technologien echte Durchbrüche ermöglicht.
 
Die fünf Trends der Technology Vision 2017 sind:
  • Künstliche Intelligenz wird das neue User Interface: Künstliche Intelligenz (KI) kommt in immer mehr Bereichen zum Einsatz, denn sie ermöglicht die einfache und intelligente Interaktion zwischen Mensch und Maschine. Damit wird KI zum neuen User Interface, die unseren Umgang mit virtuellen Systemen von Grund auf verändern wird. 97 Prozent der von Accenture befragten Experten sind der Ansicht, dass KI die Art und Weise, wie ihr Unternehmen neue Erkenntnisse über Kunden gewinnt und mit ihnen interagiert, revolutionieren wird.
  • Design für den Menschen: Die Frage, wie Technologie gestaltet ist und welche Funktionen sie haben soll, wird von Menschen für Menschen entschieden. Technologie ordnet sich unseren Verhaltensweisen unter und passt sich ihnen an. Gleichzeitig erlernt sie unsere Gewohnheiten und unterstützt den Einzelnen damit bei der reibungslosen Bewältigung seines Alltags. Vier von fünf befragten Führungskräften (80 Prozent) gaben an, dass Unternehmen sich zukünftig noch stärker an den Wünschen ihrer Kunden orientieren müssen, um besser zu verstehen, wie Technologie Verbrauchern noch größeren Nutzen bringen kann.
  • Vom Ökosystem zum Makrokosmos: Plattformanbieter, die den Zugriff auf unterschiedliche Services über einen einzigen Zugangspunkt ermöglichen, haben die Regeln des Wettbewerbs komplett auf den Kopf gestellt. Unternehmen sind nun zum Umdenken ihrer bisherigen Geschäftsmodelle gezwungen. Eine Plattformstrategie allein reicht heute nicht mehr aus. Stattdessen ist ein umfangreicher und robuster Ökosystem-Ansatz gefragt, um den Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil im 'neuen Informationszeitalter’ zu verschaffen. Mehr als ein Viertel der Führungskräfte (27 Prozent) ist der Meinung, dass digitale Ökosysteme die Wertschöpfung in ihrem Unternehmen von Grund auf verändern.
  • Portale für freie Mitarbeiter gewinnen an Bedeutung: Die Zahl der Online-Plattformen, in denen freie Mitarbeiter ihre Unterstützung anbieten, hat stark zugenommen. Gleichzeitig sind kollaborative Tools zur ortsunabhängigen Zusammenarbeit von Mitarbeitern heute allgegenwärtig. Diese Entwicklungen führen dazu, dass immer mehr Unternehmen ihre traditionellen Hierarchien auflösen und durch Online-Marktplätze für freie Mitarbeiter ersetzen. Damit erleben wir eine der größten Veränderungen in der Organisationsweise von Unternehmen seit der industriellen Revolution. 85 Prozent der Führungskräfte planen, in den kommenden zwölf Monaten noch stärker auf freie Mitarbeiter in ihrem Unternehmen zu setzen.
  • "Neuland" betreten: In der digitalen Wirtschaft von heute, in denen Ökosysteme eine prominente Rolle einnehmen, müssen Unternehmen bereit sein, sich auf neues Terrain vorzuwagen und altbekannte Denkweisen abzulegen. Die Herausforderung besteht darin, nicht mehr nur Produkte und Services zu entwickeln, sondern wesentlich weiter zu denken: Es geht darum, bereits heute die Regeln und Standards für ganz neue Geschäftsfelder zu etablieren, deren Entstehen sich durch die Digitalisierung gerade erst abzeichnet. Tatsächlich sind knapp drei Viertel der Führungskräfte (74 Prozent) der Ansicht, dass ihr Unternehmen zukünftig komplett neue digitale Geschäftsfelder erschließen wird, die bisher noch nicht einmal definiert sind.
 

 

Seit 17 Jahren Trend-Beobachter

Accenture befasst sich schon lange mit Technologie-Trends. Seit fast 17 Jahren beobachtet und analysiert der Dienstleister systematisch die Entwicklung von Unternehmen sowie Märkten und identifiziert dabei die Technologietrends mit dem größten disruptiven Potenzial. Für die Studie zeichnen die Accenture Labs verantwortlich. Die aktuelle Ausgabe beruht unter anderem auf der Expertise des Technology Vision External Advisory Board. Dieses Gremium versammelt mehr als zwei Dutzend Entscheider und Unternehmer aus Privatwirtschaft und öffentlicher Hand, Wissenschaft, Wagniskapitalgebern und Startups. Zudem hat das Team der Technology Vision neben Technologie-Vordenkern und Branchenexperten auch fast hundert Führungskräfte von Accenture befragt.
 
Zusätzlich führte Accenture Research eine weltweite Online-Umfrage unter mehr als 5.400 Business- und IT-Entscheidern aus 16 verschiedenen Branchen in 31 Ländern durch. Die Umfrage untersucht, inwiefern Unternehmen bereits junge Technologien nutzen, auf welche Herausforderungen sie dabei treffen und wo sie Prioritäten setzen. An der Umfrage beteiligten sich vor allem Führungskräfte und Bereichsleiter in Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 500 Millionen US-Dollar. Die Mehrheit der befragten Unternehmen wies einen Jahresumsatz von mehr als sechs Milliarden Dollar auf.