12-1-2017 Gedruckt am 25-05-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/17085

Gastartikel - Mark Armstrong, Progress

Digitale Transformation braucht Tandem aus IT und Marketing

Für eine erfolgreiche Digitale Transformation sind Unternehmen ganz besonders darauf angewiesen, dass IT und Marketing eng zusammenarbeiten. Deshalb sollten sie Abteilungssilos aufbrechen und für einen Austausch von Kompetenzen und Know-how sorgen.

Gute Zusammenarbeit zwischen IT und Marketing ist wichtig. (Bild: CC0 Public Domain - pixabay.com)

Die IT hat es wirklich nicht leicht. Ihr normales Tagesgeschäft ist schon auslastend genug; und jetzt möchte auch noch jede Abteilung neue Gadgets und Lösungen, um die Herausforderungen der Digitalen Transformation zu meistern. An der Spitze der Schlange steht dabei das Marketing – mit zumeist zeitkritischen Anfragen nach neuen, datengetriebenen und agilen Tools, die eine bindende Interaktion mit den Kunden ermöglichen, die Konversionsraten und die Kundenloyalität erhöhen und damit für mehr Umsatz sorgen. Die IT unter Druck, zahlreiche Projekte zu bearbeiten und das Marketing unter Druck, eine personalisierte Customer Experience über alle Touchpoints hinweg zu bieten: diese Situation erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen den beiden Parteien.
 
IT und Marketing müssen als Tandem zusammenarbeiten, um zu ermitteln, welches digitale Ziel genau erreicht werden soll und wie es erreicht werden kann. Denken sie darüber gemeinsam nach, fördert dies statt eines rein technologischen einen holistischen, strategischen Ansatz; und damit einen Ansatz, der den Anforderungen der Kunden besser gerecht werden kann und den langfristigen Erfolg des Unternehmens sichert. Außerdem sorgt ein solches Vorgehen dafür, dass sich alle Beteiligten auf dasselbe Ziel konzentrieren. Zeitraubende Implementierungen von Tools, die lediglich "nice to have" sind, werden verhindert. Stattdessen kommen nur solche Lösungen zum Einsatz, die den entscheidenden Unterschied ausmachen.
 
Um eine derartige Zusammenarbeit zu gewährleisten, müssen die Abteilungssilos aktiv aufgebrochen werden. Bleiben die Abteilungen separiert, gibt es einen Mangel an Transparenz darüber, woran die einzelnen Teams arbeiten – und auf dieser Basis ist es äußerst schwierig, ein Projekt erfolgreich umzusetzen. Deshalb sollte jedes Team dafür verantwortlich gemacht werden, den jeweils anderen Teams seine Ziele verständlich darzulegen, die erwünschten Ergebnisse des Projekts zu kommunizieren und ihnen so einen Einstieg zu ermöglichen. Solange sich die Teams als unabhängig von den anderen betrachten und sich nicht als eine gemeinsame Einheit sehen, werdenProjekte der Digitalen Transformation nur schwer in die Gänge oder sogar ganz zum Stillstand kommen.
 
Idealerweise hört die Zusammenarbeit zwischen IT und Marketing aber nicht bei der verbesserten Kommunikation auf – sondern beinhaltet auch den Austausch von Kompetenzen und Know-how. Unternehmen sollten aktiv nach Talenten Ausschau halten, die sich sowohl in der IT als auch im Marketing auskennen. Sie können dann nicht nur die Anforderungen beider Seiten verstehen, sondern auch auf beide Seiten einwirken. Das Finden solcher Kräfte können Unternehmen zum einen in ihre externen Rekrutierungsprozesse einbinden. Zum anderen sollten sie aber auch in ihrem eigenen Haus nach Talenten suchen, die das Potenzial für eine entsprechende Weiterbildung mitbringen. Ebenso wichtig ist es, dass Unternehmen nicht auf Technologie setzen, mit der nur einige wenige Experten zurecht kommen. Sie sollte stattdessen – zumindest grundlegend  – auch von denjenigen verstanden werden können, deren Arbeit von ihr geprägt wird.
 
Die Zusammenarbeit über Teams und betriebliche Funktionen hinweg ist der Schlüssel zum Erfolg der Digitalen Transformation. Bei ihr geht es nämlich nicht darum, einfach eine neue Software einzuführen oder irgendeinen Prozess zu ändern. Die Digitale Transformation betrifft alles, was ein Unternehmen tut: von der Art der Kommunikation bis hin zur Rekrutierung und Ausbildung von Nachwuchskräften. All dem zugrunde liegt die interne Abstimmung. Wenn sie gelingt, befindet sich das Unternehmen auf dem richtigen Weg. 
 
Mark Armstrong ist Vice President und Managing Director EMEA von Progress.