9-1-2017 Gedruckt am 25-03-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/17077

DenyAll segelt unter deutscher Flagge weiter

Rohde & Schwarz Cybersecurity schnappt sich DenyAll

Das französische IT-Security-Unternehmen DenyAll wurde übernommen. Es gehört jetzt zu dem deutschen Anbieter Rohde & Schwarz Cybersecurity, der damit sein Lösungsportfolio für Netzwerk- und Endpoint-Sicherheit und Security-Management, sowie seine Vertriebs- und Marketingpräsenz erweitern will.

Rudolf Felser

DenyAll unter deutscher Flagge (Bild: CC0 Public Domain - pixabay.com)

 Bei DenyAll ist der Name Programm, oder zumindest war er das in den Anfangstagen des 2001 gegründeten Unternehmens. Der Ansatz war vor 15 Jahren, mit einer Web Application Firewall erst einmal alles, was anklopft, zu blocken und nur solche Anfragen durchzulassen, die wirklich ins Backend sollen – "deny all", alles ablehnen also. Mittlerweile hat sich das Angebot weiterentwickelt, bis hin zum Schwachstellen-Scanner und Themen wie "Virtual Patching", wie das Unternehmen im Rahmen der it-sa 2016 gegenüber monitor.at erklärte.
 
Nun gehört der französische Security-Spezialist also zu Rohde & Schwarz Cybersecurity, die Übernahme aller Anteile wurde am 20. Dezember 2016 abgeschlossen. Sie wurde von AGC Partners begleitet und durch die DenyAll-Hauptanteilseigner Truffle Capital und Omnes Capital unterstützt. Man segelt zwar unter neuer (Landes-)Flagge, aber mit dem selben Kapitän: DenyAll soll auch weiterhin vom bisherigen Management-Team unter CEO Jacques Sebag am Sitz des Unternehmens in Paris geleitet werden.
 
"Webapplikationen sind ein Kernbestandteil zukünftiger Cloud-Geschäftsmodelle und damit Grundlage für die digitale Transformation praktisch aller Wirtschaftszweige", erklärt Ammar Alkassar, CEO von Rohde & Schwarz Cybersecurity, die Hintergründe der Übernahme. "Die dazu passenden Sicherheitslösungen sind Voraussetzung für den Erfolg dieser Transformation."
 
"Mit dem Schwachstellenmanagement, der Firewall für Webapplikationen und den Lösungen für das Zugangsmanagement von DenyAll können wir unseren Kunden diese unverzichtbare Grundlage für Geschäftsprozess-Innovationen künftig aus einer Hand anbieten", ergänzt Alkassar. "Die verhaltensbasierte und applikationszentrierte Lösung von DenyAll ist die perfekte Ergänzung für unser umfangreiches Angebot proaktiver Lösungen im Bereich Netzwerk- und Endpoint-Sicherheit. Gemeinsam werden wir ein noch stärkeres Portfolio innovativer Cybersecurity-Lösungen aufbauen – made in Europe."
 
DenyAll war bislang stark auf seinen Heimatmarkt fokussiert. Das soll sich ändern. "Obwohl das Hauptgeschäft von DenyAll auf Frankreich entfällt, kommt bereits heute ein Drittel unseres Umsatzes aus der EU und internationalen Märkten. Die globale Marke von Rohde & Schwarz sowie die Infrastruktur für Vertrieb und Service wird uns beim Ausbau unseres internationalen Geschäfts helfen", so Jacques Sebag, CEO von DenyAll. Den Anaben zufolge sollen die sich ergänzenden Produktlinien durch die gegenseitige Nutzung der jeweiligen landesspezifischen Ressourcen und Channel-Partnerschaften beider Unternehmen positiven Einfluss auf das Wachstum nehmen.