22-12-2016 Gedruckt am 27-05-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/17075

Gastartikel - Jan Königstätter, Otago

Suchmaschinen-Marketing: Das kommt 2017

Suchmaschinen sind für Unternehmen in den letzten Jahren zu wichtigen Marketingkanälen geworden. Menschen können genau dann erreicht werden, wenn sie durch eine Suche ein Bedürfnis ausdrücken. Aber was erwartet Unternehmer und Websitebetreiber 2017 in puncto SEO (Suchmaschinenoptimierung) und Suchmaschinenmarketing? Viele Herausforderungen – und viel Potenzial – ist sich Jan Königstätter, SEO-Experte von Otago Online, sicher. Er hat für Sie die wichtigsten Trends für 2017.

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Suchmaschinen setzen auf Qualität

Saubere und nutzerorientierte Arbeit ist die notwendige Basis für eine erfolgreiche Website. Nur so können gute Rankings in den Suchmaschinen erreicht werden.
 
Websites sollen sich an dem orientieren, was die Menschen brauchen und suchen. Denn: Suchmaschinen werden immer besser darin, das zu erkennen. Die Zeiten der Tricks & Kniffe sind vorbei – technisch sauber umgesetzte Websites, gutes Contentmarketing und Inhalt, der für Menschen und nicht für Suchmaschinen geschrieben wird, sollten auf dem Plan stehen.
 

Mobil und schnell

Unzählige Menschen nutzen das Internet auf mobilen Endgeräten und erwarten schnelle Ergebnisse. Seitengeschwindigkeit spielt deshalb eine wichtige Rolle. Alternative Angebote sind nur einen Klick entfernt – Seitenbetreiber sind deshalb gefordert, die Seitengeschwindigkeit zu optimieren, um die Nutzerfreundlichkeit ihrer Seiten zu gewährleisten. Wer sich mit diesem Thema nicht auseinandersetzt, verspielt potenziellen Traffic.
 
Responsive Websites (Seiten, die das Aussehen an das Endgerät anpassen), optimierte Seitengeschwindigkeit und sinnvolle, klare Userführung durch die Website bleiben wichtige SEO-Elemente.
 
Auch im Kommen ist die Stimme als Steuerungsinstrument: Google Voice Commands, Apples’ Siri und Devices wie Amazon Echo werden zum digitalen Assistenten. Wetterbericht abfragen, Anruf starten, Taxi bestellen, Musik starten – mit Sprachbefehlen werden Smartphones oder eigene Geräte (wie eben Amazon Echo) gesteuert. Bei uns ist der Trend erst am Anfang, die Unternehmen arbeiten jedoch bereits an der Weiterentwicklung dieser Systeme.
 

Google als individuelle Antwortmaschine

Ein Trend, der sich 2016 bereits abgezeichnet hat, wird 2017 sicherlich verstärkt: Antworten auf Faktensuchen werden schon direkt in Google selbst präsentiert. Begriffsdefinitionen, Personendetails, kurze How-Tos, Ergebnisse von Sportevents – die Infoboxen erscheinen direkt über den organischen Suchergebnissen. Dadurch wird der Klick auf die Ergebnisse oft überflüssig – und so manches Traffic-Potenzial geht für die Seitenbetreiber verloren.
 
Ein weiterer Trend geht in Richtung Individualisierung: Suchergebnisse werden, vor allem mobil, immer stärker auf den Suchenden zugeschnitten. Besonders häufig wird der Standort berücksichtigt. Das kennen sicher viele: sucht man am Smartphone z.B. nach einer Apotheke, werden die nächstgelegenen Filialen, oft sogar mit genauer Entfernung zum aktuellen Standort, angezeigt. Die Individualisierung wird in den nächsten Jahren sicher noch zunehmen, um optimale Ergebnisse für die Suchenden zu liefern.
 
Spannend für Unternehmer: bei diesen lokalen Ergebnissen bzw. Ortsanzeigen besteht die Möglichkeit, dass Google einen der (meistens drei) Plätze zukünftig als Werbeplatz anbieten wird.
 

Conversionmessung im Geschäft

Für Unternehmer, die online bereits ihre Conversions messen, wird zukünftig auch der Besuch im realen Ladengeschäft messbar werden. Google In Store Visits kann den "offline"-Besuch dank Smartphone registrieren – Unternehmen erhalten so Information über den "analogen" Kauf.
 
Research online – purchase offline kann sich aber auch umdrehen: viele Menschen informieren sich im Geschäft und kaufen Produkte dann online. Gute Information sollte deshalb – so Onlineshop und Ladengeschäft betrieben werden – an beiden Seiten geboten werden.
 
Die Google In Store Visits haben aktuell allerdings hohe Anforderungen, um als Dienst in Anspruch genommen zu werden. Zu Beginn ist das Thema nur für große Anbieter mit einem Filialnetz interessant.
 

Otago Fazit: 2017 wird sportlich und mobil

In unserer Arbeit als Suchmaschinen- und Performancemarketing-Berater beweist sich immer wieder: Suchmaschinenoptimierung ist kein abschließbares Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess. Das Bewusstsein dafür, dass sich eine technisch und inhaltlich gut gemachte Website positiv auf Traffic und Umsatz auswirkt, ist noch nicht bei allen Seitenbetreibern geweckt.
 
Die wachsenden Herausforderungen im Onlinewettbewerb erfordern Information, Fokus und die gezielte Arbeit an den richtigen SEO-Punkten. Auch wer Google, YouTube und Facebook als Werbeplattformen nutzt arbeitet am besten mit klarer Zielsetzung und gleichzeitiger Flexibilität, um auf die sich ändernden Anforderungen reagieren zu können.
 
Konstante und hochwertige Maßnahmen zahlen sich jedenfalls aus: wer sich an der Zielgruppe, den Usern und ihren Bedürfnissen orientiert, die richtigen technischen Schritte setzt und eine solide Website als Basis hat, wird auch 2017 online punkten.
 
Jan Königstätter beschäftigt sich seit über 12 Jahren mit dem Thema Webanalyse & Suchmaschinenoptimierung. 2002 wurde er technischer Leiter bei immodirekt.at, 2009 wechselte er zu derStandard.at und baute dort den Bereich Webanalyse, Suchmaschinenoptimierung und Suchmaschinenmarketing auf und aus. 2014 gründete er zusammen mit Markus Inzinger die Otago Online Consulting GmbH, die sich auf die Beratung im Bereich Suchmaschinenoptimierung und Suchmaschinenmarketing konzentriert. 
 
Ankündigung für SEO-Interessierte: Ab 2017 veröffentlich monitor.at in Kooperation mit Otago Online Consulting in regelmäßigen Abständen eine Einsteigerserie mit Praxis-Tipps zu den Themen Suchmaschinenoptimierung und Performancemarketing. Stay tuned!