20-12-2016 Gedruckt am 25-03-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/17071

Workspace in Zeiten der digitalen Transformation

Wie die Liquid Experience den Workspace revolutioniert

Mit der Umstellung auf die NTT Com Enterprise Cloud hat sich Matrix42, Spezialist für Workspace-Management, von File-Servern verabschiedet und sukzessive interne Dienste in die Cloud verlagert, um unabhängig von der lokalen Infrastruktur zu sein.

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Auch am Arbeitsplatz, so man überhaupt noch einen sein eigen nennen kann, ist nichts mehr, wie es einmal war. Er wird – den Wünschen der Digital Natives entsprechend – mobiler, digitaler und vernetzter. Denn sie erwarten agilere Prozesse, mehr Flexibilität in Bezug auf Arbeitszeit, -ort und -geräte sowie eine positive User Experience. Der geräteunabhängige, flexible und sichere Zugriff auf Applikationen und Geschäftsdaten wird zur zentralen Voraussetzung für neue Services und Geschäftsmodelle. 
 

Disruptives Denken gefragt

Wie sich Matrix42, Spezialist für Workspace-Management, zukunftsfähig aufgestellt hat, berichtet der Cloud Operations and IT Manager Ronald Leeb: "Wir haben schon vor einigen Jahren begriffen, dass die Zukunft mobil und Cloud-orientiert ist. Traditionelle Geschäftsprozesse werden zunehmend von digitalen abgelöst, disruptives Denken ist gefragt. Daher haben wir bereits vor sieben Jahren auf die Cloud umgestellt und mit NTT Com einen zuverlässigen und kompetenten Partner gefunden, mit dem uns eine vertrauensvolle Zusammenarbeit verbindet."
 
Matrix42 richtet seine Unternehmensstrategie an der Devise ‚Smarter workspace – better life’ aus. Denn Leeb zufolge hat die Transformation erst begonnen. Sogenannte ‚Living Services’ unterstützen den Anwender im Arbeitsalltag – in Echtzeit, personalisiert und kontextbezogen. Was die Digitalisierung und den Wandel der Dienste antreibt, beschreibt Fjord, ein Tochterunternehmen von Accenture, in seiner Marktstudie ‚The era of living services’ (hier als PDF; Aktuelle Prognosen von Fjord finden Sie auch in unserem Artikel "Die Digital-Trends des nächsten Jahres"). "Wenn wir das Warum dahinter verstehen, erhalten wir die Antwort, wie vorzugehen ist. Jedes Unternehmen agiert hier anders, auch wenn die Ausgangssituation – und damit das Warum – oftmals ähnlich sind", so Leeb.
 

Die Einfachheit der Prozesse im Visier

In Zeiten des Internet der Dinge bzw. der Digitization of everything verändern sich laut Leeb nicht nur die Prozesse von analog in Richtung digital, nein auch das Verhalten unterliegt einem Wandel. So wird das Smartphone schon längst nicht mehr nur zum Telefonieren oder Austauschen von E-Mails und Messages verwendet. Mittlerweile fungiert es auch als Türöffner in Hotels oder zum Bestellen und Bezahlen eines Taxis, wobei die App genau verrät, welcher Fahrer mit welchem Wagen den Besteller wann abholen wird. Mobile Endgeräte sind die neuen Fernseher oder Kinoleinwände ohne feste Spielzeiten. Digitale Musik-Dienste wie Spotify liefern die Lieblingssongs und nehmen bei der Auswahl auf Wunsch – Hand in Hand mit der iWatch – sogar den Abgleich mit der Herzfrequenz vor. 
 
All diese Services verbinden neben dem anwenderbezogenen Kontext Werte wie Transparenz, Schnelligkeit und intuitive Handhabung: kurz Einfachheit. Es geht nicht länger um Funktionen oder darum, Dinge zu besitzen. Heutzutage sind verbrauchsbasierte Modelle angesagt. Das Erfolgsrezept heißt einfache Handhabung und damit positive Nutzererfahrung. Eine mobile Arbeitsumgebung ist daher heute ein Muss. Traditionelle Unternehmen haben diese Entwicklung unterschätzt und sind nun gefordert, umzudenken. Die Aufholjagd hat begonnen. 
 

Schlüsselerkenntnisse:
  • User Experience ist Treiber der digitalen Transformation
  • Einfachheit und anwenderbezogener Kontext sind Schlüsselfaktoren der digitalen Ära
  • Verbrauchsbasierte Modelle lösen physischen Besitz ab
  • Neue Dienste reagieren in Echtzeit auf wechselnde Anforderungen

 

Datenanalysen in Echtzeit

In Zeiten "lebender Dienste" geht es um die Nähe zum Anwender, um seine Bedürfnisse und Präferenzen, die Auswirkungen auf sein Leben und seine Arbeit sowie um die Reaktion auf wechselnde Anforderungen in Echtzeit. Ein Digital Native erwartet beim Besuch einer Konferenz, dass er mit der digitalen Registrierung noch weitere Services erhält. So zum Beispiel dass er – anstelle vor Ort nach seinem Ansprechpartner Ausschau halten zu müssen – von diesem direkt beim Eintreffen in Empfang genommen wird. Ein reales Szenario. Doch ohne Big Data und deren Auswertung in Echtzeit – sprich ohne die Cloud – führt da kein Weg hin. 
 
"Dies haben wir erkannt und die Entwicklung unserer Technologie so gesteuert, dass sich ‚Liquid Services’ nutzen lassen. Auf Basis von Daten und Analysen, aus denen hervorgeht, an welcher Stelle noch Bedarf ist, dazuzulernen und die Technologie weiterzuentwickeln", so Leeb. Ihm zufolge bedarf es durchgängiger Kunden-Services, ob bei der Registrierung, der Rechnungstellung oder beim Eskalations-Management.
 

Enterprise Cloud eröffnet neue Möglichkeiten, Hochverfügbarkeit und Flexibilität

Mit der Umstellung auf die NTT Com Enterprise Cloud hat sich Matrix42 von den File-Servern verabschiedet und sukzessive interne Dienste in die Cloud verlagert, um unabhängig von der lokalen Infrastruktur zu sein. Geschäftsprozesse lassen sich so beschleunigen und die Produktivität im (IT-)Service-Management steigern. "Seither haben wir die Expansion des Unternehmens stark vorangetrieben und verfügen mittlerweile über zehn Büros weltweit. Seit 2013 bieten wir unsere Cloud-basierten Dienste auch unseren Kunden an und konnten unseren Kundenstamm so um interessante Player wie die Deutsche Flugsicherung, DPD, McFit oder Zalando erweitern, um nur einige zu nennen." 
 

Fazit:
  • Liquid Services sind die Zukunft
  • Erfolgskritisch sind die Zusammenarbeit mit einem zuverlässigen + kompetenten Cloud-Partner sowie die persönliche und vertrauensvolle Beziehung mit ihm
  • Empfehlenswert ist eine agile und flexible schrittweise Vorgehensweise nach dem Motto "Learning by doing”
  • Die Einhaltung der deutschen/europäischen Datenschutzregeln ist essenziell

 
Seit 2014 nutzt auch die Schweizer Post den Service für das Mobile-Device-Management von Matrix42. Damit werden rund 25.000 Paketscanner und 5.000 Smartphones konfiguriert und über das NTT Com Rechenzentrum in Zürich verwaltet. Hochverfügbarkeit ist dabei für die Schweizer Post – und damit auch den Workspace-Spezialisten – geschäftskritisch, insbesondere zu Spitzenzeiten wie Weihnachten. Künftig sollen über die mobilen Geräte weitere Dienste wie die Ticketerstellung in Schweizer Bussen, das Stromablesen beim Endkunden oder das Tätigen von Überweisungen bei einem Postboten arbeiten. 
 
Die Verfasserin dieses Artikels, Sabina Merk, ist freie Autorin aus München.