29-9-2016 Gedruckt am 24-03-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/16975

ELO ECM Fachkongress 2016

"Digitalisierung wird die Gesellschaft brutal verändern"

ELO Digital Office lud am 28.9. zum "ELO ECM Fachkongress 2016" ins Wiener Marriot Hotel am Parkring. Das Thema der Veranstaltung war "Digitalen Vorsprung erleben".

Rudolf Felser

ELO Digital Office im Wiener Marriot Hotel (c) Rudolf Felser

 ELO ist seit 1996 am Markt, besitzt 42 internationale Landesvertretungen und hat weltweit 480 Mitarbeiter sowie über 850 Partner. In Österreich ist der Hauptsitz in Linz. Eigenen Angaben zufolge sind von der eigenen Software 750.000 Lizenzen in Umlauf. Damit wurden im Jahr 2015 rund 52 Mio. Euro Umsatz erwirtschaftet. Weltweit zählt das Unternehmen über 10.000 Kunden aus allen Bereichen, von kleinen Steuerberatern bis Unternehmen wie Lufthansa, IKEA, Wüstenrot oder EADS. 
 
"Den digitalen Vorsprung zu erleben und nutzbringend im Unternehmen anzuwenden, das war die Zielsetzung von diesem Fachkongress", begrüßte Johann Müller, der Geschäftsbereichsleiter der ELO Digital Office AT GmbH, die zahlreichen Gäste zum Fachkongress. Insgesamt haben sich rund 140 Teilnehmer eingefunden, um den Vorträgen in drei separaten Tracks zu lauschen – und etwas für sich und ihre Unternehmen mitzunehmen. 
 

Den Wandel aktiv gestalten 

Karl Heinz Mosbach, CEO von ELO, ging in seinem Eröffnungs-Vortrag auf das Thema "Den digitalen Wandel aktiv gestalten" ein. Er spannte dabei den Bogen vom stationären PC in den 90er-Jahren, über den Laptop und später Smartphones und Tablets, bis hin zum künftigen "Internet of Everything". Diese Zunahme der vernetzten und zunehmend mobilen Geräte "hat unser Leben verändert und wird es auch noch weiter verändern", so Mosbach. 
 
Nicht nur das Business und die Arbeitswelt ändern sich laut dem ELO-CEO, sondern auch der Kunde: "Kunden haben heute ein ganz andere Erwartungshaltung, weil sie im persönlichen Umfeld Möglichkeiten kennenlernen, die sie auch nutzen wollen." Das trifft auch auf Mitarbeiter zu, die Technologien, die sie im privaten Umfeld schätzen gelernt haben, auch für ihre Arbeit nutzen wollen. 
 
"Die Mitarbeiter wollen sich nicht weiter abmühen, obwohl es Werkzeuge gibt, mit denen die Arbeitsabläuft viel komfortabler möglich wären. Heute sind die Mitarbeiter offen, diese Technologie aus dem Privaten ins Arbeitsumfeld zu bringen", erklärte Mosbach. Wenn im Unternehmen Rechnungen noch ausgedruckt oder abgetippt werden, ist das seiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäß: "Wenn wir die Daten digital haben, können wir Abläufe digitalisieren und beschleunigen." 
 
Der große Nutzen der Digitalisierung der Daten liegt laut Mosbach in der Automatisierung der Business-Logik: "Natürlich kann ich alles manuell machen. Aber wenn ich automatisiere, dann funktionieren diese Abläufe in Sekunden." 
 
Mosbach kam selbstverständlich auch konkret auf die Lösungen von ELO Digital Office zu sprechen. Die Speziallösungen für unterschiedliche Bereiche basieren auf der zentralen ELO ECM Suite, die Grund-Funktionalitäten bereitstellt. Darauf bauen dann die spezialisierten Apps wie das Rechnungsmanagement, Vertragsmanagement, Besuchermanagement oder die für die öffentliche Hand gedachte E-Akten-Lösung – die beispielsweise von der Stadt Zürich eingesetzt wird – auf. Erwähnt wurde auch die intelligente Middleware ELO BLP, die für die Verzahnung der Systeme mit anderen Tools im Haus, etwa dem ERP oder der Buchhaltungssoftware, sorgt. 
 

Digitalisierung motiviert! 

Als Gastredner für die Keynote der Veranstaltung hat sich ELO Peter J. Mirski, Professor am Management Center Innsbruck (MCI) und Leiter der Studiengänge Management, Communication und IT gesichert. Das Thema seines erfrischenden Vortrages, für den er konträr zum Motto des Fachkongresses komplett auf Powerpoint-Folien oder Videoeinspieler verzichtete, lautete "Digitalisierung motiviert!". Mirski beschäftigt sich seit einer Unternehmensgründung vor rund 20 Jahren mit der Digitalisierung in Wissenschaft und Forschung und war auch an der Gründung des MCI beteiligt. Es ging damals darum "Uni anders zu machen", die Idee war, den Universitätsbetrieb schlank und digital aufzubauen. Oder, wie Mirski es ausdrückte: "Es ging darum – wie bei der Digitalisierung – darüber nachzudenken, wie man die Dinge anders machen kann."  
 
"Die unglaubliche Explosionskraft der Digitalisierung ist, dass der Endkonsument Produkte zur Verfügung gestellt bekommt, für die er nichts bezahlen muss. Wenn Sie Facebook nutzen wissen sie, dass niemand dafür bezahlen will. Die Währung sind heute persönliche Informationen", so Mirski. Zum Vergleich mit den heutigen Ereignissen zog der Universitätsprofessor die industrielle Revolution vor rund einem Jahrhundert heran. Damals wurde begonnen, am Fließband zu produzieren. Aber zu Anfang waren weder die Märkte bereit, so viele Produkte aufzunehmen, noch waren die Arbeitskräfte an die neuen Umstände angepasst. All das hatte massive Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Gesellschaft. 
 
Zurück ins Jetzt: Für welche Veränderungen sorgen die Digitalisierung und Technologien wie 3D-Druck? Laut Mirski stehen sie der "gewohnten" Massenproduktion entgegen, denn es bedeutet Produktion in kleinen Stückzahlen dort, wo man sie braucht. "Da liegt eine unglaubliche Kraft darin. Das ist nicht nur politisch und gesellschaftlich relevant, sondern auch für Sie persönlich. Hier ändern sich Dinge massiv", so der Experte, und abschließend: "Digitalisierung wird unsere Gesellschaft brutal verändern."