27-9-2016 Gedruckt am 24-03-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/16969

adesso: Vorpremiere von "Snowden" & Podiumsdiskussion

Sind Datenschutz und -sicherheit überhaupt noch möglich?

Das Unternehmen adesso Austria hat anlässlich der exklusiven Kino-Vorpremiere von Oliver Stones neuem Meisterwerk "Snowden" die Frage gestellt, was jeder einzelne, irrelevant, ob privat oder beruflich, für Datenschutz und -sicherheit tun kann. Denn: Sicher ist, dass nichts sicher ist, oder?

Teilnehmer der Podiumsdiskussion - (c) adesso Austria

 Der IT-Dienstleister adesso Austria lud Geschäftspartner, Kunden und Medien ins Cineplexx Wienerberg, um sich anhand der Geschichte des Whistleblowers Snowden die brisante Frage zu stellen, ob und wie Datensicherheit und -schutz Realität werden können. "Uns als IT-Dienstleister ist es wichtig, bei unseren Kunden den Sicherheitsaspekt zu verstärken. Perfekter konnte keine Filmpremiere passen. Nicht nur in sensitiven Branchen unserer Kunden, wie Versicherungen oder Banken, ist das ein zentrales Thema", so adesso-Geschäftsführer Erwin Greiml.
 
Im Anschluss an die Vorpremiere fand eine Podiumsdiskussion statt. Namhafte Experten diskutierten lebhaft mit Moderator Martin Szelgrad, Chefredakteur des Telekom & IT Report. Auf dem Podium waren Gerald Karner, Brigadier a.D. und Geschäftsführer der Aventus GmbH, Andreas Teischl, CSO und CIO der UniCredit Bank Austria AG, Gerald Trieb, Rechtsanwalt, Partner und Experte für Datenschutz und -sicherheit der Preslmayr Rechtsanwälte OG sowie Gilbert Wondracek, Manager im Bereich Risk Advisory bei Deloitte Österreich.
 

Spannender Film, kontroverse Diskussion

Der emotionale Film riss das Publikum im vollen Kinosaal mit. Die Diskussion war entsprechend kontrovers. Sogar Österreich kommt im Film von Oliver Stone vor, wenngleich nicht mit dem besten Image. "Österreich wird nicht umsonst im Film thematisiert, stellt es doch aufgrund seiner geopolitischen Lage ein Drehkreuz dar. Der Zauberwürfel aus dem Film zeigt, dass es im Themenfeld immer um das schwächste Glied der Kette geht, nämlich um den Faktor Mensch, so wird etwa Phishing immer ausgeklügelter", so Teischl.
 
Wenig überrascht zeigte sich Karner auf die Frage, ob so ein Szenario wie im Film auch in Österreich möglich wäre: "Man weiß seit über 30 Jahren über Massendatenspeicherung Bescheid. Mich hat der persönliche Aspekt im Film bewegt, Snowden als tragischer Held illustriert, wie sich das Leben fundamental ändern kann. Wenn jemand sagt, er habe nichts zu verbergen und daher könnte der Staat alles mitlesen oder -hören, dann ist das Unsinn. Es gilt, die Sensibilität für die Grund- und Freiheitsrechte zu erhöhen, nicht zuletzt in Österreich."
 
Unisono stimmte Trieb zu: "Jeder nutzt IT-Services in vielen Lebensbereichen, und stellt dabei seine personenbezogenen Daten den Anbietern zur Verfügung. Was dabei leider oft fehlt sind Information und Awareness. Dies muss über Regulierung dieser Services sichergestellt werden; nur dann kann der Nutzer selbstverantwortungsvoll über ihre Nutzung entscheiden."
 
Auf den Sicherheitsaspekt auf Unternehmensseite ging Wondracek detailliert ein: "Wir beobachten in den Unternehmen noch zu wenig Sensibilität in Sicherheitsfragen. Mitarbeiter verhalten sich häufig viel zu unvorsichtig und blauäugig. So werden beispielsweise in der Öffentlichkeit, auch neben fremden Sitznachbarn, brisante Mails auf dem Mobiltelefon gelesen. Jeder Einzelne ist gefragt, wenn es darum geht die Datensicherheit zu erhöhen."