30-8-2016 Gedruckt am 28-03-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/16937

Enterprise statt Pro

Windows 10 Enterprise im KMU-Abo

Windows 10 Enterprise ist ab dem 1. September 2016 auch in Österreich als Abonnement für kleine und mittelständische Unternehmen verfügbar. Für knapp 6 Euro pro Nutzer sollen KMU nicht nur ein Betriebssystem bekommen, sondern auch ihre IT-Sorgen abgeben können.

Rudolf Felser

(c) Microsoft

 Microsoft hat im Juli auf seiner Worldwide Partner Conference (WPC) in Toronto neue Abo-Modelle für Windows 10 Enterprise angekündigt: Windows 10 Enterprise E3 und E5. Die Version E5 lässt noch auf sich warten und soll zusätzlich zum Betriebssystem auch Windows Defender Advanced Threat Protection enthalten - ein Dienst der Unternehmen dabei unterstützt, Cyber-Attacken abzuwehren. Windows 10 Enterprise E3 jedoch ist ab dem 1. September 2016 auch für österreichische Unternehmenskunden erhältlich. Es ist hauptsächlich für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) konzipiert, kann aber auch von größeren Unternehmenskunden in Anspruch genommen werden.
 
Der Unterschied zu einer "normalen" Windows-Edition besteht unter anderem darin, dass Kunden bei Windows 10 Enterprise E3 ihr Betriebssystem über ein monatliches Abonnement für einen UVP von laut Microsoft 5,90 Euro pro Nutzer beziehen, und zwar über einen Cloud Solution Provider (CSP). Weitere Details haben die Redmonder auch in einem Blog-Eintrag zusammengefasst.
 

IT-Abteilung wird entlastet

Was für Unternehmen mit keiner eigenen (oder einer kleinen) IT-Abteilung interessant ist: Microsoft-Partner stellen nicht nur die Abonnements bereit, sondern helfen ihren Kunden darüber hinaus auch bei der Verwaltung ihrer Hardware. Somit würden durch das Partner-Modell beim Wechsel von Windows 10 Pro auf Windows 10 Enterprise keine weiteren Aufgaben für die eigene IT anfalle, verspricht Microsoft. Vielmehr würden Firmenkunden auch "von einer Vereinheitlichung im Bereich der Verwaltung profitieren" – beispielsweise durch nur noch einen Vertrag, einen Nutzer-Account, einen Anlaufpunkt für Support-Anfragen und eine Rechnung.
 
Voraussetzung für die Nutzung des Angebots ist den Angaben zufolge eine gültige Version von Windows 10 Pro mit installiertem Anniversary Update auf dem betreffenden Gerät. Über den Login des Kunden via Azure Active Directory werden die bereits im System vorhandenen Enterprise-Funktionen dann aktiviert. Firmen wechseln auf diesem Weg von Windows 10 Pro auf Windows 10 Enterprise.
 
Um Windows 10 Enterprise via CSP zu lizensieren, müssen Kunden eine Lizenz für die Mindestlaufzeit von einem Jahr abonnieren. Die damit erworbene Lizenz umfasst fünf Geräte pro Anwender. Werden weitere Lizenzen benötigt, können diese dem Abonnement bei Bedarf monatlich hinzugefügt oder wieder entfernt werden. Endet das Abonnement oder wird es ausgesetzt, wechselt das Gerät nach 90 Tagen zurück auf Windows 10 Pro. Zum Schutz vor Datenverlusten bei versehentlich ausgesetzten Abonnements sollen laut Microsoft wichtige Daten und Funktionen auch nach dem Ablaufen der Frist weiter im Hintergrund erhalten werden, können bis zur Erneuerung des Abonnements aber nicht mehr genutzt werden.
 

Schmeckt nicht jedem Admin

Mit seinem individuell anpassbaren Abo-Modell "macht man es kleinen und mittelständischen Unternehmen so einfach wie noch nie, die aktuellsten Steuerungs- und Management-Funktionen von Windows 10 Enterprise zu nutzen", so Microsoft in einer Aussendung. Gerade Organisationen aus den Bereichen Gesundheitswesen, Handel, Finanzdienstleistungen oder Produktion hätten einen gestiegenen Bedarf an den umfangreichen Sicherheitsfunktionen, die Windows 10 Enterprise mit sich bringt. Zudem mache das Modell gerade die Anschaffung von Lizenzen noch einfacher und vor allem flexibler möglich, argumentiert Microsoft. So haben CSP-Partner ab sofort die Möglichkeit, ihren Kunden das gesamte Spektrum von Microsofts Cloud-Lösungen aus einer Hand anzubieten: Von Windows 10, über die Enterprise Mobility Suite (EMS), bis hin zu Office 365 und Dynamics CRM Online.
 
Schon beim Windows 10 Anniversary Update hat Microsoft deutlich gezeigt, wohin es seine (kleineren) Unternehmenskunden, die bislang aus Kostengründen oft auf die Pro-Version setzen, bringen will: Nämlich zum Abschluss von Abos, die für das Unternehmen und seine Partner regelmäßige Einnahmen bedeuten. Nicht umsonst hat das Update bei der Pro-Version beispielsweise Funktionen für Gruppenrichtlinien entfernt, die nun den Versionen Windows 10 Enterprise sowie Windows 10 Pro Education und Windows 10 Education vorbehalten sind. Das hat damals nicht jedem Admin geschmeckt. So sinnvoll das neue Abo-Modell für viele Unternehmen auch ist - bei manchem IT-Profi hinterlässt es einen faden Beigeschmack.