26-8-2016 Gedruckt am 25-05-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/16935

TU Austria Innovations-Marathon

Schlaflos für innovative Ideen in Alpbach

Mit viel Hirnschmalz und Kaffee: Acht interdisziplinäre Studierendenteams entwickelten beim diesjährigen TU Austria Innovationsmarathon in Alpbach in nur 24 Stunden innovative Lösungskonzepte für reale Aufgabenstellungen von acht Unternehmen.

Rudolf Felser

TU Austria Innovations-Marathon (c) TU Austria

 Vom Starter-Kit für Startups über ein Mobilitätskonzept für die urbane Zukunft, vom App-Store für die Industrieautomatisierung bis zum innovativen Bedienkonzept für Straßen-Motorräder: Kern des 2. TU Austria Innovationsmarathons waren acht reale Herausforderungen, die österreichische Unternehmen aktuell beschäftigen. Der Aufgabe, in nur 24 Stunden dafür kreative Lösungskonzepte zu entwickeln, stellten sich acht interdisziplinäre Studierendenteams im Rahmen der Alpbacher Technologiegespräche. Die Teams setzten sich aus 40 Alpbach-StipendiatInnen zusammen. Etwa die Hälfte der Studierenden kommt von einer technischen Universität, die andere Hälfte kommt aus den unterschiedlichsten Studienrichtungen. "Wir sind überzeugt, dass interdisziplinäre Teams bessere Ergebnisse zusammenbringen", argumentiert Mario Fallast, Leiter des Organisationsteams des TU Austria Innovations-Marathons.
 
Am Donnerstag, 25. August fiel um 9 Uhr der Startschuss im Congress Centrum Alpbach. Pro Team eine Aufgabenstellung, ein Raum mit Arbeitsmaterial und 24 Stunden Zeit, um mit Fachkompetenz, Klebestreifen und Hirnschmalz Probleme der Industrie zu lösen. Mit dabei: Unternehmensvertreter als Coaches. Am Freitag um 9.00 Uhr war das nonstop-Tüfteln beendet, die Ergebnisse wurden den Auftraggebern präsentiert.
 
Sabine Seidler, Rektorin der TU Wien und amtierende TU Austria-Präsidentin, Harald Kainz, Rektor der TU Graz und Wilfried Eichlseder, Rektor der Montanuniversität Leoben, zeigten sich beeindruckt von den Ergebnissen und der Konzeptionsstärke der interdisziplinären Studierendenteams: "Der zweite TU Austria Innovations-Marathon zeigte auf eindrucksvolle Weise das Innovationspotenzial unserer Studierenden. Kompetenz, Praxisnähe, Kreativität und der Mut ungewöhnliche Wege zu gehen sind die notwendigen Zutaten, um auch unter immensem Zeitdruck Neues zu entwickeln."
 
Der Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Mag. Christoph Neumayer, wies darauf hin, dass im Zeitalter der Digitalisierung Menschen immer wichtiger werden, die "das Ganze" verstehen. "Nicht nur die Industrie sucht immer häufiger nach Talenten, die die Entwicklung und Steuerung von komplexen, technischen Systemen beherrschen. Neben einer soliden Grundausbildung in MINT-Disziplinen gewinnt damit interdisziplinäres Denken, Teamfähigkeit und ein hohes Maß an Problemlösungskompetenz immer mehr an Bedeutung. Der Innovationsmarathon führt schon heute in beeindruckender Weise vor, wie unsere Arbeitswelt von morgen aussehen wird."
 

Ideen auf Bestellung

Die Kapsch Gruppe, Infineon, KTM, NXP, Siemens, AT&S, AVL und die voestalpine group waren die Unternehmenspartner, die beim diesjährigen TU Austria Innovations-Marathon Anwendungskonzepte und Prototypen für konkrete Fragestellungen aus der Praxis in Auftrag gaben:
  • AT&S: Leiterplattenintegration – wo und wie soll die Leiterplatte nach außen treten?
  • AVL: Wie sieht ein cloud-basiertes Support-System für Maschinen, Software, Fahrzeuge in 2025 aus?
  • Infineon: Konzipierte und vermarkte das Infineon Starter-Kit für Startups
  • Kapsch Gruppe: Konzipiere das Mobilitätskonzept der urbanen Zukunft
  • KTM: Innovatives Bedienkonzept für Straßen-Motorräder
  • NXP: Integrated Near Field Communication (NFC) Demonstrator for Tradeshows
  • Siemens: Ein App-Store für die Industrieautomatisierung
  • voestalpine group: Die lückenlose Materialverfolgung von einzelnen nahtlosen Stahlrohren
 
TU Austria Präsidentin Sabine Seidler sieht in der Ausbildung des akademischen Nachwuchses einen Beitrag zur Sicherung Österreichs als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort. "Das Innovationspotenzial der TU Austria Universitäten ist ein Baustein, der das Mithalten im internationalen Wettbewerb sichert. Unsere Basis sind exzellente Forschung und daraus abgeleitete erstklassige Lehre. Das macht uns für Wirtschaft und Industrie zum kompetenten und verlässlichen Partner."