16-8-2016 Gedruckt am 28-02-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/16919

NSA gehackt?

Cyberwaffen werden versteigert

Wenn in Hollywood-Streifen ein Hacker Eindruck schinden will gibt er meistens damit an, dass er die NSA gehackt hat. Eine Hacker-Organisation namens „The Shadow Brokers“ behauptet aktuell, genau das getan zu haben.

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Genauer gesagt geht es angeblich um Programmcode, den die Hacker der sogenannten "Equation Group" abgeluchst haben wollen, einer Gruppierung die mit dem US-amerikanischen Geheimdienst NSA und verbündeten Diensten in Australien, Kanada, Neuseeland und Großbritannien in Verbindung gebracht wird, wie unter anderem CNN berichtet.
 
Als "Teaser" hat die Gruppe einen Teil der Daten ins Netz gestellt, der von Experten rund um den Globus als größtenteils authentisch eingestuft wird. Laut Informationen von CNN soll es sich jedoch um nicht ganz taufrische Informationen handeln, sondern um erbeutete Daten aus dem Jahr 2013. Außerdem sei es unwahrscheinlich, dass die NSA bzw. die Equation Group direkt gehackt wurde, wahrscheinlicher sei es, dass ein unzureichend gesicherter Command&Control-Server kompromittiert wurde.
 
Diese "Cyberwaffen", eine Sammlung von Tools für das Ausnutzen von Sicherheitslücken – zumeist von Routern, soll jetzt versteigert werden, wie die Shadow Brokers auf einer mittlerweile gelöschten Tumblr-Seite geschrieben haben. Der Höchstbietende erhält den Zuschlag. Um welche Files es sich genau handelt wollen die Hacker geheim halten, um auch die NSA selbst zum Bieten zu motivieren. Sollte bei der Auktion insgesamt eine Million Bitcoins erreicht werden, will die Gruppe außerdem weitere Teile der Dateien unverschlüsselt und für die Allgemeinheit frei verfügbar veröffentlichen.
 
Wie golem.de berichtet, tauchen in den Dateien Codenamen auf, die auch in den von Edward Snowden geleakten Dokumenten erwähnt werden. Zudem soll es zum jetzigen Zeitpunkt keine Hinweise auf die Beteiligung eines bestimmten Staates bei der Veröffentlichung des Spionage-Programmcodes geben.