27-6-2016 Gedruckt am 30-05-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/16879

Pilotprojekt im St. Anna Kinderspital

Vom Krankenbett in die Schule

Die Teilnahme am regulären Unterricht bleibt Kindern mit lang andauernden Erkrankungen in den meisten Fällen verwehrt. Seit Mitte März läuft im St. Anna Kinderspital allerdings ein Pilotprojekt, das es jungen Patienten ermöglicht, zumindest fallweise am Klassengeschehen teilzunehmen. Möglich macht das Cisco TelePresence.

Rudy: "Kontinuierlicher Kontakt ist günstig für den Krankheitsverlauf". Bild: Rudy

Schwere Erkrankungen und die therapiebedingten Nebenwirkungen verhindern über lange Zeit den Besuch der Stammschule. In dieser Zeit erhalten die Patienten des St. Anna Kinderspitals Unterricht von Lehrern der Wiener Heilstättenschule. Damit Kinder trotz gesundheitlicher Beschwerden den schulischen Alltag ihrer Herkunftsschule miterleben können, hat der IT-Anbieter Cisco in Kooperation mit der MA 56-Wiener Schulen das Projekt „ichbindabei – smart learning“ initiiert. Gemeinsam mit dem Cisco-Partner x-tention wurden die technischen Komponenten installiert: Mit nur einem Knopfdruck kann sich der Patient per Videokonferenz in den Unterricht einklinken und am Schulgeschehen teilnehmen. Das österreichische Erstprojekt wird noch bis Ende des Schuljahres im St. Anna Kinderspital weiterlaufen.
 
„Wir sehen häufig, dass unsere jungen Patienten insbesondere die Isolation von ihrem gewohnten sozialen Umfeld beschäftigt. Mit diesem Projekt können Kinder wieder Teil ihrer sozialen Gruppe und somit ein aktives Mitglied der Klassengemeinschaft sein. Die einfache Bedienung der Lösung war uns ein besonderes Anliegen, das das Videokommunikationssystem von Cisco gänzlich erfüllt. Mit nur einem Knopfdruck kann das Kind nun am Klassengeschehen teilnehmen. Wir sehen das Angebot von Cisco als wertvolle Ergänzung zur schulischen Betreuung, die wir im St. Anna Kinderspital anbieten. Darüber hinaus hat sich der kontinuierliche Kontakt via E-Learning-Modellen bereits als günstig für den Krankheitsverlauf erwiesen“, zeigt sich Marina Rudy, Stationslehrerin im St. Anna Kinderspital, begeistert vom Pilotprojekt.
 
Der virtuelle Schulbesuch bringt mehr Abwechslung in den Tagesablauf von Kindern, die lange Krankenhausaufenthalte erdulden müssen. Der Cisco-Partner x-tention bietet das Videokommunikationssystem als Cloud-Service an. Dies ermöglicht, dass der Patient über ein bereitgestelltes Tablet auf das System zugreifen kann. Parallel dazu wurde in der Neuen Mittelschule Neubaugasse ein mobiles Gerät mit einem Flachbildschirm und einer schwenkbaren Kamera installiert (Cisco TelePresence SX10). Der Patient kann die Kamera über das Tablet bedienen und so auch mit seinen Klassenlehrern und Klassenkollegen interagieren. Die Übertragung verläuft live über einen Stream (keine Datenspeicherung). Darüber hinaus ist die Datenübertragung verschlüsselt, wodurch alle Datenschutzrichtlinien eingehalten werden können.
 
Achim Kaspar, General Manager Cisco Austria, fasst zusammen: „Dieses Einsatzgebiet zeigt, wie vielfältig, sinnvoll und kostengünstig Videokonferenzsysteme eingesetzt werden können. Wichtig dabei sind die rasche Einsetzbarkeit, die einfache Bedienung und höchste Datensicherheit. Für eine geringe monatliche Pauschale wird das TelePresence-as-a-Service inklusive des kompletten technischen Equipments bereitgestellt. Wir freuen uns sehr, dass das Teamwork mehrerer Organisationen und der dabei beteiligten Verantwortungsträger zu diesem innovativen Schulprojekt in der „Smart City Wien“ geführt hat und hoffen, dass nach dem Pilotprojekt auch viele andere Kinder diese Lösung nutzen können“.