30-5-2016 Gedruckt am 29-05-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/16838

Industrienationen im Fokus

Globale Cyberkriminalität

Eine jüngst veröffentlichte Studie von Sophos hat einen Blick auf Angriffsziele Cyberkrimineller weltweit geworfen. Erwartungsgemäß liegen in den Industrienationen die beliebtesten Angriffsziele, diese sind allerdings oft schwer zu knacken. Die höchsten Malware-Infektionsraten zeigen sich nämlich in anderen Teilen der Welt.

Österreich liegt mit einem TER-Wert von 4,5 Prozent noch vor Frankreich und Kanada. Grafik: Sophos

Für die Studie wurden zwischen dem 1. Jänner und dem 8. April 2016 Informationen von Millionen von Endpoints weltweit gesammelt und von den Security-Experten der SophosLabs analysiert – unter anderem die so genannte "Threat Exposure Rate (TER)" der einzelnen Länder.
 
Die TER-Daten repräsentieren die Malware-Infektionen und Angriffe pro 1000 Endpoints in jedem Land. Hier zeigte sich, dass obwohl die westlichen Wirtschaftsnationen öfter angegriffen wurden, sie in der Regel eine niedrigere TER aufwiesen. Zu den Nationen mit den niedrigsten TER-Werten zählten beispielsweise Frankreich mit 5,2 Prozent, Kanada mit 4,6 Prozent, Australien und Deutschland mit je 4,1 Prozent, die USA mit 3 Prozent und das Vereinigte Königreich mit 2,8 Prozent. Insgesamt präsentierten sich europäische Länder mit TER-Werten deutlich unter 10 Prozent als weniger betroffen. Zu den Ländern mit dem höchsten Anteil von Endpoints, die von Malware infiziert waren, zählten Algerien mit 30,7 Prozent, Bolivien mit 20,3 Prozent, Pakistan mit 19,9 Prozent, China mit 18,5 Prozent und Indien mit 16,9 Prozent.

Mehr Investitionen in Sicherheit

Die Sophos-Experten führen diese scheinbare Diskrepanz zwischen Beliebtheit als Angriffsziel und tatsächlichen Malware-Infektionen darauf zurück, dass in den Industrienationen neuere, technisch besser ausgestattete Rechner stehen als in weniger wohlhabenden Staaten. Die finanziellen Möglichkeiten sowie die Bereitschaft, regelmäßig in Sicherheit zu investieren sind in den Industrienationen deutlich höher. Als einen weiteren Aspekt für die geringeren Infektionsraten in Industrienationen führt Chester Wisniewski, leitender Sicherheits-Berater bei Sophos, auch auf das Nutzerverhalten zurück. "Ein US-amerikanischer User wird in aller Regel eher auf eine US-amerikanische Website surfen, ein deutscher eher auf eine deutsche. Man bleibt also tendenziell eher innerhalb seines relativ geschützten Systems, in dem Websites auf Malware gefiltert werden etc."