17-5-2016 Gedruckt am 25-05-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/16809

Architekt digitaler Unternehmenskultur

Der Chef als Denker & Lenker

Wie steht es um den Faktor Mensch in einer voll digitalisierten Welt? Die Ansprüche an Führungskräfte im Kontext mit der vierten industriellen Revolution standen im Mittelpunkt des Executive-Formats „Chefsache Industrie 4.0“, das diesmal im Wiener Messe-Kongresszentrum stattfand.

Sorgten für eine lebhafte Diskussion (vlnr.): Bernd Bugelnig, Vorstandsvorsitzender bei Capgemini in Österreich, Alec Essati, Geschäftsführer von Zeno Track, Sabine Rachor, Vice President Capgemini Consulting, Benedikt Binder-Krieglstein, Geschäftsführer von Reed Exhibitions sowie Moderator Rudolf J. Melzer. Foto: Melzer PR

„Es zeichnet sich ein klarer Trend ab, dass künftig Selbstkontrolle und Eigenverantwortung der Mitarbeiter ebenso eine wichtigere Rolle spielen werden, wie selbstorganisierte Teams und agiles Arbeiten“, meint Sabine Rachor, Vice President bei Capgemini Consulting, im Rahmen der Erstpräsentation der Studie „Leader 4.0: Neue Rollen für Führungskräfte im Kontext von Industrie 4.0“, die auf einer Befragung von Industrie-Top-Managern aus Österreich und Deutschland beruht.
 
Das Schaffen von Freiräumen für agile Teams mit mehr Autonomie für Mitarbeiter und innerbetriebliche Netzwerke ist da nur eine von mehreren wichtigen Aufgaben im Rahmen einer notwendigen „Change Strategy“. Dazu Rachor: „Der Chef 4.0 muss als ‚Gamechanger‘ fungieren und eine ganz neue Unternehmenskultur etablieren, die Technologie und Mitarbeiter in einer ganzheitlichen Strategie vereint.“
 
Darüber hinaus müsse er fließende Organisationsstrukturen schaffen, die das Tagesgeschäft unterstützen, aber auch neue Ideen generieren, die über das Bestehende hinausgehen; – das alles mit dem Fokus auf die starke Kundenorientierung, für die Industrie 4.0 steht. Er müsse internes und externes Wissen im Betrieb integrieren sowie sich auch als Talent Scout für die neuen Skills und Jobprofile, die die Digitalisierung erfordert, bewähren und diese in der Belegschaft etablieren und konsequent weiterentwickeln. „Und nicht zuletzt muss er die neue Kultur selbst vorleben, um sie nachhaltig in die Organisation zu tragen“, so Rachor.