1-3-2016 Gedruckt am 29-05-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/16712

ESET-Umfrage über Nutzungsverhalten von Kindern

Strenge schützt vor Web-Welt nicht

Der Security-Software-Hersteller hat eine Studie zum Thema „Kinder und Technologie“ veröffentlicht, die verschiedenste Facetten des Erwachsenwerdens in Deutschland, Großbritannien, Russland und den USA beleuchtet. Die Ergebnisse sind auch für Österreich interessant.

Surfen die Kleinen viel zu früh? Foto: Helene Souza / pixelio.de

Der erste Wackelzahn, sturzfreie Meter auf dem Fahrrad, der eigene Wohnungsschlüssel: Oft können Eltern gar nicht so schnell gucken, wie sich der bauchrobbende Windelträger zum aufrecht gehenden Teenager entwickelt. 

Russische Eltern geben sich im Kleinkind-Alter besonders restriktiv: Der Nachwuchs unter fünf erhält in der Regel weder mobile Gadgets noch Zugang zum Internet. Dies ändert sich dann aber schlagartig, wenn die jungen Russen das soziale Netz für sich entdecken – im internationalen Vergleich ist russischer Nachwuchs im Durchschnitt bereits mit rund 8,5 Jahren unbeaufsichtigt online und wenige  Monate später schon in sozialen Netzwerken registriert. Mit sieben Jahren sind russische Kids auch die ersten im Vergleich, die ein Handy erhalten.

Früh übt sich's im Westen

Ganz anders sieht es in der westlichen Welt aus. Ob in den USA, UK oder Deutschland: Vor dem 10. Lebensjahr erhalten Kinder im Durchschnitt keinen Zugang zu sozialen Netzen wie YouTube oder Instagram. Auch das Facebook-Pendant VKontakte wird von russischen Kids zwei Jahre früher genutzt als bei den Sprösslingen im internationalen Vergleich. Und das, obwohl das Mindestalter für die Registrierung zwischen 13 (Facebook, Snapchat, Twitter), 16 (WhatsApp) und 18 Jahren (VKontakte / VK.ru, YouTube) liegt. Rebellisch, der digitale Nachwuchs.

Britische Eltern nutzen Kinderschutz-Apps

Im Rahmen der Umfrage stimmten 97 Prozent der befragten russischen Eltern zu, dass Kinder „heutzutage Technologie und das Internet in einem zu jungen Alter nutzen“. In Deutschland bestätigten diese These lediglich 65 Prozent der Eltern, in den USA 68 Prozent und in Großbritannien 64 Prozent. Die Umfrageergebnisse legen nahe, dass britische Eltern im internationalen Vergleich das größte Sicherheitsbewusstsein haben. Beinahe drei Viertel (73 Prozent) der befragten britischen Eltern gaben an, die Aktivitäten ihres Nachwuchses über spezielle Kinderschutz-Apps zu überwachen. Ganz im Gegensatz zu den Deutschen, die solche Sicherheitslösungen nur sehr begrenzt einsetzen (44 Prozent).