18-2-2016 Gedruckt am 29-05-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/16699

Sechs-Milliarden-Dollar-Deal

Chinesen schlucken Ingram Micro

Der chinesische HNA-Konzern hat starkes Interesse am US-Broadliner Ingram Micro (IM) angemeldet. Das Angebot der HNA-Tochtergesellschaft Tianjin Tianhai Investment soll 38,90 Dollar je Aktie betragen, was ein Gesamttransaktionsvolumen von rund sechs Mrd. (ca. 5,4 Mrd. Euro) bedeutet. Die Aufsichtsräte beider Unternehmen hätten dem Geschäft bereits zugestimmt, heißt es.

Auch wenn man an die Chinesen verkauft wird: Das schicke Headquarter wird in Kalifornien bleiben. Foto: Ingram Micro

Damit würde Ingram zu einem Bestandteil der HNA Group, dem größten Anteilseigner von Tianjin Tianhai, werden. Zu den Geschäftsfeldern des chinesischen Mischkonzerns gehören unter anderem Luftfahrt, Tourismus und Logistik.
 
Ersten Meldungen zufolge soll sich für IM nicht so viel ändern. Der Hauptsitz wird auch künftig in Kalifornien sein, die Firmenkultur will man beibehalten. Auch soll das Management im Amt bleiben, an dessen Spitze weiterhin Alain Monié als CEO stehen wird. Die Geschäftsbereiche des Distributors sollen durch den Merger ebenso wenig beeinträchtigt werden wie das Geschäft der regionalen Organisationen, heißt es weiter.
 
Allerdings werde der Broadliner in der Lage sein, „strategische Investitionen zu forcieren“, kommentiert Monié. Auch eine stärkere Präsenz in China ist natürlich angedacht.