21-1-2016 Gedruckt am 29-05-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/16660

FACC fehlen 50 Mio. Euro

Betrug statt Cyberangriff

Es war doch kein Hackerangriff. Entgegen der ersten Stellungnahmen dürfte es sich beim Vorfall beim Flugzeugzulieferer FACC doch "nur" um einen internen Betrug und keinen Angriff von außen handeln. An der Tatsache, dass das oberösterreichische Unternehmen jetzt 50 Mio. Euro vermisst, ändert das freilich nichts.

FACC fertigt unter anderem das Schubumkehrgehäuse der Boeing 787. Foto: FACC

Dienstag Abend hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass man Opfer eines Cyberangriffs geworden sei. Nach den ersten forensischen Ermittlungen präsentiert sich nun aber ein gänzlich anderes Bild. Laut Unternehmenssprecher war der Cyberbetrug kein Hackerangriff und kein Datendiebstahl, sondern man wisse jetzt, dass "intern jemand benutzt" worden sei und sich die Betrugshandlungen im Finanzbereich von FACC abgespielt hätten. So oder so, die 50 Mio. sind vorerst verschwunden.
 
"Der Vorstand setzte umgehend strukturelle Maßnahmen und prüft Schadenersatz- und Versicherungsansprüche", so das Unternehmen in einer Pflichtmitteilung. Gegen wen sich der Verdacht richtet und ob der Konzern eigene Mitarbeiter im Visier hat, darüber gibt es keine Aussagen. Auch nicht, was nun eigentlich genau passiert ist. Bekannt ist nur, dass die liquiden Mitteln aus der Finanzbuchhaltung der FACC Operations GmbH abgeflossen sind. "Es wurde das Vermögen angegriffen, die Systeme sind nicht betroffen", so ein Sprecher zur APA