20-1-2016 Gedruckt am 29-05-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/16658

Weg vom traditionellen Outsourcing

T-Systems formiert sich neu

T-Systems, die IT- und TK-Geschäftskundentochter der Dt. Telekom, versucht sich, im "schwierigen" Outsourcing-Geschäft neu aufzustellen. Helfen dabei sollen gezielte neue Partnerschaften mit Technologieführern. Nach den neuen Cloud-Partnerschaften mit Huawei, Microsoft und Cisco tritt der IKT-Dienstleister nun auch im klassischen IT-Geschäft aggressiver auf. Mit dem neuen Angebot "Run on Satisfaction" für SAP setzt der Outsourcing-Spezialist auf vollständige Kundenzufriedenheit und verspricht einen risikofreien Wechsel zu T-Systems mit flexibler Vertragsbindung.

T-Systems, IKT-Dienstleister der deutschen Telekom ist mit Umbau und Neuausrichtung beschäftigt. Künftig will man "Digitaliserung. Einfach.machen" so auch das Messemotto für die CeBIT 2016. Foto: Wahlmüller

"Der vor uns liegende Umbau führt uns weg vom klassischen Outsourcing und hin zu neuen Märkten in der Digitalisierung", sagte der deutsche T-Systems-CEO Reinhard Clemens auf der CeBIT im vergangenen Jahr bei einem Pressegespräch. Das Outsourcing-Geschäft bezeichnete er in den vergangenen Jahren als "äußerst schwierig", es sei kein Wachstum zu erwarten und die Margen seien dahin geschmolzen. Daher war naheliegend, dass sich T-Systems anders positionieren muss.
 
In Österreich ist dies zunächst durch einen Wechsel des Managements passiert. Gleich drei Köpfe sind seit 2015 neu: Seit März ist Dirk Lukaschik neuer CEO in Österreich, ebenfalls seit März ist Christoph Fink als Director Delivery an Board, beide waren zuvor in der Region Asia Pacific tätig. Seit September verstärkt zudem Gerhard Schuster (zuletzt bei ATOS) als Director Sales & Services das österreichische Management. Auch in Österreich gilt die Devise: Weg vom klassischen Outsourcing Geschäft und hin zur Neupositionierung des Helfers in allen Fragen der "Digitalisierung".
 
Weg mit langfristigen Bindungen

In der Branche sind langjährige Laufzeiten bei großen IT-Projekten Standard - eine alte Vertragsform, die sich in Zeiten von Cloud-Services und Pay-what-and-when-you-use einfach überholt hat. Ab sofort bietet T-Systems den Großkunden der Telekom schon drei Monate nach Abschluss der Migration ein Kündigungsrecht, wenn sie mit der Ausführung der verabredeten Leistungen nicht zufrieden sind. Als erstes einer Reihe von Angeboten bricht "Run on Satisfaction" für dynamische SAP-Services und SAP HANA mit den überholten Mustern auf dem Outsourcing-Markt und ermöglicht einen einfachen Umstieg auf IT-Lösungen der Deutschen Telekom. Zur CeBIT 2016 vom 14. bis 18. März will T-Systems die Serie fortsetzen und weitere neue Angebotsmodelle vorstellen.

Die wichtigste Veränderung ist, dass an Stelle traditioneller Outsourcing-Modelle, bei denen Aufgaben und Technologien eines Kunden 1:1 von einem IT-Dienstleister übernommen werden, jetzt die die Transformation auf flexible Verträge und neue, leistungsfähigere und standardisierte Plattformen tritt. "Kunden sollen künftig durch Qualität statt durch Vertragsdauer an uns gebunden werden", betont Gerhard Schuster, für Vertrieb und Services bei T-Systems Österreich verantwortlich. "In den kommenden zwei Jahren wollen wir in Österreich den Markt transformieren und unser Angebot an die veränderten IT-Bedürfnisse im digitalen Zeitalter anpassen.  Dazu setzen wir seit 2015 verstärkt auf Automatisierung und Standardisierung. Wir haben etwa mit IPsoft eine Kooperation geschlossen, um unseren Kunden effiziente, standardisierte IT-Prozesse zu ermöglichen. Zusätzlich investieren wir 2016 verstärkt in digitale Zukunftsfelder wie Healthcare, eMobility, Cloud Computing oder Cyber Security", sagt Schuster zum MONITOR.
 
CeBIT: Kunden bei Digitalisierung begleiten

Zur Neupositionierung passt auch das Motto der deutschen Telekom und T-Systems zur diesjährigen CeBIT: "Digitalisierung. Einfach. Machen". Präsentiert werden konkrete Lösungsbausteine für die Digitalisierungsstrategien für Unternehmen jeder Größeordnung: Vom KMU bis hin zu großen Geschäftskunden. Laut Umfragen fühlen sich 71 Prozent der IT-Entscheider mit der Komplexität im Internet der Dinge überfordert. Fast alle wissen, dass sie etwas tun müssen, aber nur wenige handeln tatsächlich.

Deshalb will die Telekom nicht nur die Möglichkeiten und Chancen der Digitalisierung ausmalen, sondern praxisnah zeigen, wie Digitalisierung in einzelnen Branchen wie etwa in der Automobilindustrie oder im Handel funktioniert. Die Schwerpunkte zur CeBIT liegen auf den Bereichen Cloud Computing, Konnektivität und IT-Sicherheit. Bereits angekündigt hat die Telekom den Start der Open Telekom Cloud mit dem Partner Huawei für den 14. März 2016. Mit der Kooperation wird die Telekom künftig Rechenleistung aus der Public Cloud bereitstellen. Der Konzern steigt damit in ein Marktsegment ein, das bislang vor allem von der amerikanischen Internetwirtschaft bedient wurde (cws).