8-1-2016 Gedruckt am 29-05-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/16636

So lange nix passiert ...

Ungeliebter Datenschutz

Um Datenschutzlösungen steht es bei Unternehmen in der DACH-Region nicht zum Besten. Trotz steigender mobiler Bedrohungen vernachlässigen nahezu die Hälfte aller Unternehmen ihre IT-Sicherheit sträflich.

Unternehmen kümmern sich recht wenig um einen effektiven Schutz von Daten. Foto: Andreas Morlok / pixelio.de

Einer aktuellen Untersuchung des Marktforschungsunternehmens IDC zufolge, haben Unternehmen mit Datenschutz-Lösungen nicht viel am Hut. Die Umsetzung ist mangelhaft, das Interesse der Unternehmen unzureichend und die Akzeptanz bei den Usern schwach.
 
44 Prozent der Unternehmen, so stellte der IDC-Infobrief fest, haben signifikante Sicherheitslücken und wissen sogar um diese. So gaben lediglich 24 Prozent an, einige formale Prozesse implementiert zu haben, 13 Prozent setzen wenige oder keine Basis-Tools zum Schutz ein und weitere fünf Prozent konnten gar keine Angaben machen. Nur sechs Prozent aller Befragten gaben an, in ihrem Unternehmen würde die Abwehr von Cyberangriffen die höchste Priorität genießen. Immerhin 33 Prozent erkennen die Gefahr und verwenden Schutz- und Wiederherstellungsmaßnahmen, weitere 18 Prozent verfolgen zusätzlich die Angriffe. Auch mobil sieht’s düster aus: 60 Prozent der Unternehmen verzichten auf Data Protection-Lösungen für Smartphones und Tablets, 44 Prozent lassen auch PCs und Notebooks ohne Schutz.

Man speichert überall

Transparente und in sich abgeschlossene IT-Systeme gehören der Vergangenheit an. An ihre Stelle treten lose IT-Formationen mit vielen Zugriffspunkten, beispielsweise über mobile Arbeitsplätze. Genutzt werden sie nicht mehr nur von Betriebsangehörigen, auch externe Mitarbeiter erhalten immer häufiger Zugriff auf Unternehmensinhalte. Gespeichert wird so gut wie überall: 64 Prozent aller im Rahmen der Untersuchung befragten Unternehmen speichern ihre Daten auf File-Servern, 56 Prozent nutzen mobile Festplatten, 55 Prozent setzen auf externe Geräte und weitere 52 Prozent speichern direkt in den Clients. Sascha Pfeiffer, Sicherheitsberater bei Sophos: „Vielen Unternehmen fällt es schwer, die richtigen Maßnahmen für ihre Bedürfnisse auszuwählen und Richtlinien zu definieren und diese auch umzusetzen. Sie nehmen zwar die steigende Bedrohung wahr, wissen aber nicht, was sie tun sollen. Aus diesem Gefühl heraus nun aber gar nichts zu tun, ist viel zu gefährlich.“ 

Top-3-Gründe für Data Protection

Die höchste Verbreitung von Data Protection-Lösungen findet sich in der Schweiz, gefolgt von Deutschland und Österreich. Das Bewusstsein der Sicherheitslage im Unternehmen zeigt dasselbe Bild: auch hier liegen Schweizer Unternehmen vor Deutschland und Österreich.
 
Die Motivationen unterscheiden sich bei Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Für Deutsche und Schweizer Unternehmen ist das Einhalten interner Sicherheitsrichtlinien der wichtigste Grund für den Einsatz von DP-Lösungen, gefolgt von Datendiebstahl und der Tatsache, dass die Geschäftsführung diese Sicherheitslösungen fordert. In Österreich spielt das Gewährleisten von Vertraulichkeit die wichtigste Rolle. Das Einhalten interner Sicherheitsrichtlinien und die Angst vor Datendiebstahl folgen auf den Plätzen zwei und drei.
 
Pfeiffer dazu: „Wir kennen die Sorgen unserer zumeist mittelständischen Kunden gut. Um ihren besonderen Herausforderungen gerecht zu werden und gefährliche und zumeist vermeidbare Lücken zu schließen, hat Sophos das System Heartbeat ins Leben gerufen. Es verbindet alle Einzelmodule intelligent miteinander, und erhöht so den Schutz für die Unternehmen, ohne den sonst nötigen finanziellen und personellen Aufwand.“ 
Den IDC Infobrief finden Sie unter diesem Link.
 
Befragt wurden übrigens IT-Direktoren, -Leiter und –Manager aus 201 Unternehmen in Deutschland (50%), Österreich (25%) und der Schweiz (25%).