9-12-2015 Gedruckt am 27-06-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/16621

Vier von fünf Führungskräften in Österreich sind "Digital Beginners"

Digital noch im Träumeland

Wie definieren sich "Digital Leader" und wie sehen die "digitalen Kompetenzen" in Österreich aus? Das Hauptergebnis der von Dimension Data beauftragten brandaktuellen Studie zeigt: Österreich hinkt bei der Digitalisierung eindeutig hinterher.

"Digitalisierung ist in Österreich noch sehr am Anfang", kommentiert Margarete Schramböck, Geschäftsführerin Dimension Data die Studie "Digital Leadership". Foto und Grafiken unten: Dimension Data

Digitalisierung ist vielfach noch eine abstrakte Größe für viele Unternehmen - und auch eine Generationenfrage. Einig sind sich alle Experten darüber, dass digitalen Vordenkern, gerne als "Digital leader" bezeichnet, die Zukunft gehört. Wer sind aber nun diese Digital Leader? Dazu wurden in einer von Dimension Data beauftragten Studie "Digital Leader - Leadership im Digitalen Zeitalter" 500 Entscheider im Sommer 2015 von Crisp Research befragt.
 
Das Ergebnis: Digital Leader definieren sich durch eine hohe Affinität zu IT und neuen Technologien, sie stehen in engem Austausch mit der IT-Abteilung, sind in der Lage disruptiv zu denken und haben die Kraft zur Umsetzung, etwa indem sie neue Geschäftsmodelle IT-gestützt realisieren, die Innovationskultur im Unternehmen fördern sowie auch die IT-Skills der Mitarbeiter fördern. Leider gibt es davon in der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) noch sehr wenige: Erst sieben Prozent Digital Leaders gibt im deutschsprachigen Raum, in Österreich sind es gar nur vier Prozent.
 
Gering ist auch die Anzahl der "Digitalen Visionäre", die über ausgeprägte digitale und innovative Denkweisen und ausgeprägte Leadership-Fähigkeiten verfügen. Aur der anderen Seite ist die Zahl der "Digital Beginners" mit mäßigen Digitalisierungs-Kenntnissen mit 70 Prozent in der DACH-Region hoch, in Österreich zählen noch vier von fünf Führungskräften zu den digitalen Nachzüglern. "Das Ergebnis zeigt leider deutlich, dass Österreich in punkto Digitalisierung der DACH-Entwicklung hinterherhinkt, aber die Digital Leader Kompetenz spielt künftig für die Wettbewerbsrolle der Unternehmen eine große Rolle", kommentierte Dimension Data Geschäftsführerin Margarete Schramböck das Studienergebnis.
 
 
Aber: Nur etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen (56 Prozent) gibt an, dass die Digitalisierung eine Relevanz für das eigene Unternehmen besitzt. Und nur jedes zehnte Unternehmen in Österreich gibt Digital Skills als wesentliche Einstellungsvoraussetzung an. "Das zeigt deutlich, dass die digitale Transformation noch mit Skepsis und als abstrakte Größe betrachtet wird. Viele können sich auch nicht vorstellen, wie sie konkret Maßnahmen setzen sollen und ob und was diese an Nutzen bringen", meint dazu Jürgen Horak, Director Solutions bei Dimension Data.
 
 
Als Kernthemen der digitalen Transformation werden von den Befragten die digitale Kundenbeziehung (51 Prozent), die Prozessoptimierung (31 Prozent), die flexible IT-Landschaft (13 Prozent) sowie die Initiativen und Einflüsse rund um neue Geschäftsmodelle (11 Prozent) genannt. Horak empiehlt den Unternehmen, mehr Mut zu haben und einfach zu starten, denn "die digitale Transformation ist ein Langstreckenwettbwerb und kein Sprint". Eine wichtige Rolle in der Prozess-Optimierung sieht Horak auch im gezielten Einsatz der Cloud-Technologie.
 
Schramböck meinte bei der Studienpräsentation abschließend: "Wichtig ist, Dinge auszuprobieren und Fehler zuzulassen und sich selbst und die eigenen Mitarbeiter mit den Themen der Digitalisierung zu befassen und vertraut zu machen". Dimension Data schreitet bei der Umsetzung mit eigenem Beispiel voran, dazu wurde ein Digital Leader Forum zur Mitarbeiter-Förderung und Weiterbildung eingerichtet (cws).