5-11-2015 Gedruckt am 25-06-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/16590

Atos und Siemens stärken globale Allianz

Unify wird von Atos geschluckt

Atos und Siemens wollen ihre globale Allianz voranbringen und ihre geschäftlichen Kooperationen weiter ausbauen. Ein Teil der Vereinbarung ist auch die Übernahme von Unify durch Atos. Unify ist weltweit die Nummer drei für integrierte Kommunikationslösungen und ist derzeit noch ein Joint Venture der Gores Gruppe und Siemens.

Der Unify-Deal hat ein Gesamtvolumen von 590 Mio. Euro. Foto: Screenshot/Unify

Siemens und Atos haben nicht nur den Ausbau ihrer bestehenden IT-Vereinbarung beschlossen sondern wollen ihre gemeinsamen Marktinitiativen weiter ausdehnen. Außerdem soll die Forschungs- und Entwicklungszusammenarbeit erweitert werden. Siemens wird zudem die Veräußerungsbeschränkung für seine Anteile an Atos bis zum 30. September 2020 verlängern. Siemens ist der größte Gesellschafter von Atos und hält 12,5 Mio. Aktien beziehungsweise zwölf Prozent des derzeitigen Grundkapitals. In einer hiervon unabhängigen Transaktion wird Atos Unify übernehmen, weltweit die Nummer drei für integrierte Kommunikationslösungen.
 
Mit der Übernahme kann Atos einzigartige integrierte Lösungen im Bereich Unified Communications auf den Markt bringen, um soziale Interaktionen in Echtzeit zu ermöglichen und um über digitale Transformationsprozesse die Geschäftsleistung seiner Kunden zu optimieren. Die Transaktion wird, abhängig von der Unterrichtung der Arbeitnehmervertreter sowie der Genehmigung durch die Kartell- und Aufsichtsbehörden, voraussichtlich im ersten Quartal des Kalenderjahres 2016 abgeschlossen. Inklusive Schulden und Verbindlichkeiten, die Atos ebenfalls übernimmt, hat die Transaktion ein Volumen von 590 Mio. Euro.
 
Unify wurde 2008 als Siemens Enterprise Communications gegründet und hat seinen Sitz in München. Das Unternehmen ist ein Joint Venture des Finanzinvestors Gores Gruppe (51%) und Siemens (49%) und schwerpunktmäßig in Europa und Amerika aktiv. Unify bietet durchgehende vertikale Kommunikationssoftware-Lösungen und -Services, die der Optimierung sozialer Interaktionen, digitaler Transformationsprozesse und der Geschäftsentwicklung dienen. Mit 5.600 Mitarbeitern und Geschäftsaktivitäten in mehr als 60 Ländern erwirtschaftet Unify heute einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro.
 
Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG, zeigt sich zufrieden mit der der umfangreichen geschäftlichen Zusammenarbeit und der positiven Entwicklung des Shareholder Value, die Atos seit Beginn unserer globalen Partnerschaft erreicht hat. "Diese Partnerschaft setzt Maßstäbe in der IT-Branche. Basierend auf diesen Erfolgen haben wir beschlossen, dass Atos die Unterstützung von Siemens bei IT-Services und der Umsetzung unserer Digitalisierungsstrategie ausweiten wird. Damit sehe ich ein noch größeres Wertschöpfungspotenzial und deshalb haben wir entschieden, unsere Atos-Aktien für die nächsten fünf Jahre zu halten."
 
Thierry Breton, Chairman und CEO von Atos: „Nach vier Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit setzt Siemens erneut sein Vertrauen in Atos und erweitert sein Geschäftsvolumen erheblich, um seine digitale Transformation voranzutreiben. Unsere strategische Allianz wird als bevorzugter europäischer Anbieter digitaler Dienstleistungen für globale Unternehmen anerkannt und befindet sich bei den meisten digitalen Angebotsfeldern (Cloud, Big Data, Social Mobility et cetera) weltweit unter den Top drei."

Investitionen in Innovationen

Das gemeinsam von Atos und Siemens aufgelegte Investitionsprogramm für Innovationen wurde von ursprünglich 100 Millionen Euro auf 150 Millionen Euro erhöht. Die beiden Unternehmen haben eine Reihe gemeinsamer Softwarelösungen für die verarbeitende Industrie, Energieversorgungsunternehmen, Verkehrsmanagement und Datenzentren entwickelt. Erst kürzlich brachten Atos und Siemens eine vorkonfigurierte Analyseplattform auf den Markt, die von Branchenanalysten als überdurchschnittlich gegenüber dem Marktstandard, mit einem einzigartigen Wettbewerbsvorteil, eingestuft wurde.