14-7-2015 Gedruckt am 27-06-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/16475

Leistungsfähigkeit durch Storage-Virtualisierung

Dem Speicher auf den Zahn gefühlt

Lückenlose Datenspeicherung und Speicheradministration werden in Zeiten von Big Data und fortschreitender Digitalisierung der Wirtschaft immer wichtiger für Unternehmen jeder Größe. Die Datenmengen, die es zu speichern und verwalten gilt, nehmen stetig zu, so dass Storage-Umgebungen in immer kürzeren Abständen ausgebaut, erneuert und um zusätzliche Funktionen erweitert werden müssen.

Foto: W&H/FalconStor

Zudem ist der unterbrechungsfreie Zugriff auf die aktuellsten Unternehmensdaten essenziell für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit. Es müssen also Vorkehrungen für einen nahtlosen Failover sowie lückenlose Sicherung getroffen werden um die Business Continuity jederzeit zu wahren.
 
Der Mittelstand steht in diesem Umfeld vor einer besonderen Herausforderung: Hier sind die Budgets meist knapp kalkuliert und umfassende Technik-Updates reißen große Löcher in die Kostenpläne der IT Abteilungen. Außerdem bestehen hier oft heterogene, historisch gewachsene Speicherumgebungen, deren effiziente Verwaltung und Erneuerung zeit- und ressourcenintensiv ist. Ausfälle in den Rechenzentren und damit der Zugriff auf geschäftskritische Datenverursachen finanzielle Schäden, die möglicherweise nicht aufgefangen werden können.
 
Die Virtualisierung der Speicherumgebung bietet einen Ausweg aus diesem Dilemma. Zum einen lassen sich heterogene Umgebungen über einen Server, der alle Teile der Infrastruktur überspannt, einfacher verwalten. Zum anderen können durch effiziente Provisionierung der Speicherressourcen in den bestehenden Infrastrukturen Leistungssteigerungen erzielt werden ohne in teure Hardware-Updates investieren zu müssen. Automatisierte Sicherheitsfunktionen ermöglichen schließlich die kontinuierliche Datensicherung.

Alles, nur nicht zahnlos

Die W&H Dentalwerk Bürmoos GmbH, ein führendes Unternehmen im Bereich der Dentaltechnik, stellte seine Speicherumgebung entsprechend auf eine virtualisierte Lösung um. Das Unternehmen betreibt für die Ausfallsicherheit zwei Rechenzentren, die räumlich voneinander getrennt sind. Die Hitachi Speichereinheiten in beiden Rechenzentren bieten ein Speichervolumen von je 25 Terabyte. Bis ins Jahr 2011 wurden die beiden Rechenzentren über das alte System gespiegelt und so die Daten doppelt gegen viele Notfallszenarien gesichert. Ein unterbrechungsfreies Failover bot dies jedoch nicht und damit konnte keine durchgängige Business Continuity gewährleistet werden.
 
Nach Evaluierung unterschiedlicher Anbieter entschied sich W&H 2011 für den Network Storage Server (NSS) von FalconStor. Dieser erfüllt nicht nur die technischen Anforderungen wie herstellerunabhängige und synchrone Spiegelung oder transparenten Failover, sie hat auch den Vorteil, dass sie sich trotz neuer Software und Hardware Appliances schon nach zwei Jahren gegenüber dem alten System amortisiert.

Integration der Lösung

FalconStor NSS ist eine skalierbare und hochverfügbare Lösung, um den gesamten Speicher in einem Unternehmen virtualisiert zu organisieren und zu verwalten. Damit erlangen Unternehmen einen hohen Grad an Unabhängigkeit von Speicherherstellern und so eine optimale Nutzung der Ressourcen auch in heterogenen Umgebungen bei möglichst geringem Administrationsaufwand. Durch die Virtualisierung und die freie Provisionierung aus Speicherpools können alle im Unternehmen befindliche Speichereinheiten deutlich effizienter genutzt werden. Über frei definierbare Richtlinien bieten sich auch Business Continuity Funktionalitäten, die auf die Bedürfnisse des Unternehmens und dessen Service-Level-Agreements individuell angepasst sind.
 
Der Integration ging eine genaue Vorplanung und Vorkonfiguration sowie ein Test voraus um den schnellen und problemlosen Übergang zu sichern. Installiert wurden je eine geclusterte Appliance pro Rechenzentrum. Die beiden rund zwei Kilometer voneinander entfernten Standorte sind über eine dedizierte und redundant ausgelegte Dark Fibre Glasfaserleitung verbunden. Um einem Ausfall der IT sicher vorzubeugen, werden die Daten aller wichtigen Systeme, darunter 28 Windows Server und zwei Hyper-V Cluster gespiegelt. Somit wird eine durchgängige und komplette Redundanz der Daten erreicht. Im Mai 2011 wurde die Migration vom alten System auf die neue Umgebung gestartet. Der Übergang geschah nahtlos, sodass alle Daten ohne Ausfallzeiten im laufenden Betrieb übertragen werden konnten.

Laufender Betrieb mit minimaler Administration

Neben der Spiegelung der Daten der beiden Rechenzentren sorgt die Virtualisierung auch für eine unkomplizierte und zuverlässige Provisionierung von Speicherressourcen. Über die Konsole der Lösung lassen sich Speicherumgebungen unabhängig vom Hersteller verwalten und an die Bedürfnisse von W&H anpassen. Somit ist auch gewährleistet, dass bei einem Austausch oder der Erweiterung der Speichersysteme eine Speicherzuordnung unabhängig vom Hersteller schnell und zuverlässig erfolgt.
 
W&H nutzt auch eine in die Lösung integrierte Snapshot-Funktionalität. Diese Momentaufnahmen werden beispielsweise vor der Installation neuer Applikationen oder größerer Updates angefertigt und zur Sicherheit gespeichert. So kann bei einem Problem sehr schnell die ursprüngliche Konfiguration wiederhergestellt werden, ohne dabei auf langwierige Backups, die nie wirklich aktuell sind, zurückgreifen zu müssen.
Kurz nach der Einführung bestand die neue Umgebung bereits einen ersten Test. Einer der Appliance Server stürzte ab, was im selben Moment das Failover aktivierte. Bis auf die Fehlermeldung von der Hardware und der Meldung, dass NSS das Failover gestartet hat, wurde im laufenden Geschäftsbetrieb nichts davon bemerkt.

Große Veränderungen in kleinen Schritten

An diesem Beispiel sieht man, dass Storage-Virtualisierung ein erster, entscheidender Schritt hin zu einer robusten und zukunftssicheren Speicherumgebung sein kann. Es können bestehende, heterogene Infrastrukturen weiterverwendet und optimiert werden, sodass der wichtige Kostenpunkt gegenüber einem Hardware-Update relativ gering bleibt. Die kontinuierlichen, automatischen Failover-Funktionen und die Offenheit für zukünftige Ergänzungen geben Unternehmen jeder Größe die nötige Absicherung und Flexibilität, um auch im Angesicht der neuen Daten-Herausforderungen am Markt bestehen zu können.