2-7-2015 Gedruckt am 27-06-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/16462

Auch Computer, Laptops und Tablets leiden unter Hitze

Der Tod kommt oft ab 35 Grad

Nicht nur Mensch und Tier leiden unter der aktuellen Hitzewelle. Bei Spitzenwerten über 40 Grad quittieren oft auch Datenträger wie Festplatten oder Flashspeicher ihren Dienst. Im Sommer, so die Datenretter Attingo, kommt es zu doppelt so vielen Ausfällen.

Fotot: Andrea Damm / pixelio.de

"Oft schaltet sich der Computer oder das Tablet bei Überhitzung einfach selbst aus und lässt sich erst wieder aktivieren, wenn die Temperatur wieder gesunken ist", erklärt Attingo-Chef Nicolas Ehrschwendner. "In vielen Fällen sind die Folgen jedoch fatal: Die Hardware wird defekt und es ist kein Zugriff mehr auf die Daten möglich."
 
An heißen Sommertagen werden die Datenretter im Schnitt doppelt so oft zu Hilfe gerufen. Wobei der Tod durch Überhitzung viele unterschiedliche Typen von Datenspeichern treffen kann: "Wir erhalten in unseren Reinraumlabors aufgrund von Überhitzung PCs, Laptops, Server und RAIDs. Aber auch die immer beliebteren NAS-Systeme sind häufig vom Hitzetod betroffen, da diese häufig in nicht klimatisierten Bereichen eingesetzt werden", berichtet Ehrschwendner.

Datenverlust durch Headcrash 

Attingo hat die Hersteller-Spezifikationen von aktuellen und weit verbreiteten Geräten mit Datenträgern analysiert. Die Angaben sind oft gar nicht oder nur sehr schwierig zu finden. In vielen Fällen liegt die maximal erlaubte Umgebungstemperatur zwischen 5 und 35 Grad, lediglich SSDs verkraften 0 bis 60 Grad. Festplatten reagieren bei Hitze mit minimaler Materialausdehnung, was zu so genannten Headcrashs führen kann: Die Schreib-/Leseköpfe schlagen auf den Magnetscheiben auf und beschädigen dabei die Speicherschicht. Auch Flashspeicher sind empfindlich auf Temperaturschwankungen: Die Lebenserwartung der Speicherbausteine wird deutlich reduziert, im schlimmsten Fall kommt es zum Totalausfall.
 
"Gerade im Sommer steigt auch die Anzahl unserer High-Priority-Einsätze, bei welchen wir rund um die Uhr an sehr dringenden Datenrettungsfällen arbeiten", erzählt Ehrschwendner. "Viele Unternehmen bedenken nicht, dass hohe Temperaturen deren EDV sehr schnell lahmlegen kann. Die Folge ist oft ein Betriebsstillstand - und wir können die Dauer oft auf nur wenige Stunden reduzieren".

Tipps für "E-Health" im Hochsommer

  • PCs, NAS, Server leiden unter Klaustrophobie: Nicht in enge Räume ohne Luftbewegung stellen
  • Ein Lurch lugt hervor: Gehäuse-Lüftungen mittels Druckluft reinigen
  • Fieber messen: Temperatur in Serverräumen überwachen und Klimaanlage kontrollieren
  • Sonnenbrand vermeiden: Notebooks und Tablets nicht in der Sonne schmoren lassen
  • Blitzableiter: Nicht nur Hitze, auch Unwetter können Datenträger zerstören. Überspannungsschutz gegen elektrische Entladungen installieren
  • Nichtschwimmer: Elektronische Geräte reagieren sehr empfindlich auf Feuchtigkeit. Laptops und Tablets daher nicht in der Nähe von Wasser verwenden.
  • Folgeschäden vermeiden: Defekte Datenträger nicht mehr unter Strom setzen - dies erhöht den Schaden