25-6-2015 Gedruckt am 27-06-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/16449

Schlampiges Ressourcen-Management

Rund 10 Millionen Server liegen im Koma

Laut einer Studie der Stanford University (veröffentlich in Kooperation mit der Anthesis Group) soll ein Drittel aller Server in den globalen Rechenzentren zwar eingeschaltet sein, aber schlicht nichts tun - außer sinnlos Strom zu verbrauchen.

Würde man alle komatösen Server abschalten könnte man vier Atomkraftwerke einstampfen. Foto: Tim Reckmann / pixelio.de

Als Basis dieser Einschätzung dient eine Erhebung der Daten von knapp 4.000 Rechnern, die von TSO Logics - einer Firma die Software für einen energieeffizienten Betrieb von Rechenzentren entwickelt - durchgeführt wurde. Untermauert werden diese Zahlen zudem von Kalkulationen des Uptime-Instituts, wobei sich diese nur auf physische Server beziehen.
 
Allein in den USA sollen demnach 3,6 Mio. komatöse Server ihr Unwesen treiben (oder eben nicht treiben), global wird ihre Zahl auf runde zehn Mio. geschätzt. Als komatös wird ein Rechner übrigens dann bezeichnet, wenn kein Datenverkehr feststellbar ist und sie ohne Last laufen. Würde man alle Koma-Server abschalten, könnte man damit vier Kernkraftwerke einsparen (Verbrauch wird auch vier Gigawatt geschätzt).
 
Bereits 2008 schätzte McKinsey, dass die Auslastung von Servern in Rechenzentren selten über sechs Prozent liegt. Diese Werte sollen sich seitdem nicht wirklich verbessert haben, wobei als Hauptgrund gemeinhin schlampiges Management der Rechenzentren-Ressourcen angegeben wird.