18-6-2015 Gedruckt am 27-06-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/16436

App vergleicht Ernährungsgewohnheiten

Qlik will’s wissen: Gibt es eine europäische Identität?

Im Großen und Ganzen im Mittelfeld – so ordnet die Qlik App unter anderem die österreichischen Ernährungsgewohnheiten im europäischen Vergleich ein. Verglichen werden 28 Mitgliedstaaten mit 24 verschiedenen Amtssprachen. Gibt es bei so viel Vielfalt so etwas wie eine gemeinsame europäische Identität? Dieser Frage ist Qlik, Anbieter von Visual Analytics, nachgegangen und hat statistische Daten verschiedenster offizieller Quellen zu allen EU-Ländern in einer interaktiven App zusammengeführt.

Gemüse an vorderster Front - so ganz vorne beim Verzehr mit dabei sind wir Österreicher damit nicht, aber immerhin im Mittelfeld... Foto: Jörg Brinckheger / pixelio.de

Deutsche trinken zwar wenig Alkohol, essen aber auch vitaminarm: Spannend ist der Europavergleich beispielsweise beim Ernährungsverhalten: Denn auch wenn das deutsche Bier weit über die Landesgrenzen bekannt ist – die Spitzenplätze beim Konsum von Alkohol haben andere Länder inne. Spitzenreiter ist Tschechien, dicht gefolgt von Irland und Großbritannien. Österreich reiht sich auf dem elften Rang ein.
 
Bei Wasser liegen die Österreicher im Mittelfeld. Trinken die Deutschen rund einen Liter Wasser  durchschnittlich pro Tag sind es hierzulande nur mehr 870 Milliliter. Nur die Tschechen und die Spanier trinken mehr davon. Obst- und Gemüsesäfte trinken wir täglich knapp 150 Milliliter und belegen damit den dritten Platz.
 
Beim Ernährungsverhalten allerdings zeigt sich, dass sich das Klischee der „Gemüsemuffel“ bewahrheitet: Die Deutschen sind kein großer Fan von Blattsalat & Co. Nur rund 110 Gramm werden durchschnittlich täglich verzehrt. Etwas mehr  Gemüse essen die Österreicher mit  172 Gramm – die Italiener (230 Gramm) und Spanier (420 Gramm) sind hier wesentlich großzügiger in ihrer täglichen Gemüsezufuhr. Der EU-Vergleich zeigt aber auch, dass die Ernährung der Österreicher insgesamt gar nicht so schlecht ist: Wir belegen mit 36 Gramm Süßem pro Tag den Platz 2. Unsere deutschen Nachbarn sind auch recht zurückhaltend beim Konsum von Süßigkeiten – nur 23 Gramm werden durchschnittlich pro Tag konsumiert.

Visualisierung der Daten zeigt: Wie europäisch sind Sie?

Mit der interaktiven App von Qlik werden neben den Unterschieden zwischen den einzelnen Ländern auch ähnliche Gewohnheiten beleuchtet. Damit kommt man der Frage ein Stück näher, was uns als Europäer auszeichnet. Betrachtet man etwa die Lebenshaltungskosten, sind diese in Dänemark, Irland, Finnland und den Niederlanden am höchsten. Die Bewohner der genannten Länder geben am meisten für Benzin und Verkehrsmittel aus, auch Nahrungsmittel und Restaurantbesuche sowie die Freizeit im Fitnessstudio und Sportverein sind hier am teuersten. Auch die Lebenserwartung lässt sich vergleichen: Diese liegt in Europa durchschnittlich bei 79 Jahren,  in Österreich liegt sie etwas höher mit 81,1 Jahren.  Nachbar Deutschland liegt mit 80 Jahren nur geringfügig darüber, Schlusslicht ist Polen mit nur 76 Jahren.
 
„Wir haben unterschiedliche Vorstellungen davon, was es bedeutet Europäer zu sein. Zugleich haben wir Vorurteile über einzelne Länder“, sagt Wolfgang Kobek, RVP Southern Europe & Managing Director D/A/CH. „Anhand unserer App ‚Wie europäisch sind Sie?‘ lässt sich nun ergründen, wie viel Wahrheit dahinter steckt. Statt in vielen Datenquellen sind die Informationen nun übersichtlich in einer App zusammengeführt. So können nicht nur wir Europäer, sondern auch Menschen außerhalb Europas ergründen, wie wir in Europa leben, arbeiten und unsere Freizeit verbringen.“

Über die App

Die App wurde von Qlik gemeinsam mit Dr. Pablo Calderon Martínez, Dozent für European Studies am Kings College in London erstellt. Der Launch der App erfolgt in drei Etappen: Die Daten zum Bereich Leben sind bereits erschienen, Arbeit und Freizeit folgen in den kommenden Wochen. Die App ist in mehreren Sprachen für jeden frei zugänglich unter http://www.howeuropeanareyou.eu