15-6-2015 Gedruckt am 25-06-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/16425

Noch am Freitag hat er eine IT-Security-Studie präsentiert

TA-Chef Ametsreiter muss gehen

Gemeinsam mit Innenministerin Johanna Mikl-Leitner hatte Hannes Ametsreiter am Freitag noch eine Studie zur IT-Security präsentiert. Heute steht fest: Hannes Ametsreiter, seit 2009 Generaldirektor der Telekom Austria Group, wird das Unternehmen per 31. Juli verlassen.

Da war die Welt noch in Ordnung. Sora-Geschäftsführer Christoph Hofinger, Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und Ametsreiter präsentierten die IT-Security-Studie. Foto: A1

Dass Ametsreiter seinen Vertrag bei der Telekom Austria definitiv vorzeitig auflöst bzw. auflösen muss, berichten die Tageszeitungen Presse und Kurier heute in ihren Printausgaben. Laut Kurier verlässt Ametsreiter das Unternehmen freiwillig, laut Presse auf Druck des Mehrheitsaktionärs América Móvil. Branchenkenner glauben eher an den Druck von América Móvil. Mittlerweile hält América Móvil bereits 59,7 Prozent der TA-Anteile. Fest steht, dass es beim größten heimischen Telekom-Anbieter mehr als brodelt. Von "ordentlichen Umstrukturierungen und festen Sparmaßnahmen", erzählen etliche Mitarbeiter, die namentlich nicht genannt werden wollen.

Dabei startet A1 gerade mit einer Kampagne in Richtung IT-Security. Dazu wurde am Freitag eine IT-Security-Studie mit brisanten Ergebnissen präsentiert: Acht von zehn Unternehmen hatten bereits einen IT-Störfall mit vorübergehenden Beeinträchtigungen. Ein Drittel der Unternehmen hat bereits den Verlust wichtiger Dateien festgestellt. Angriffe werden erst spät oder gar nicht bemerkt. "Und die Dunkelziffer bei Hackerangriffen ist dadurch sicher noch höher" sagte Christoph Hofinger, Geschäftsführer bei SORA, die die Studie durchgeführt hat. Befragt wurden dazu 500 Unternehmen und 200 heimische IT-Dienstleister. Weitere brisante Ergebnisse: Nur 38 Prozent, etwas mehr als ein Drittel der Unternehmen, haben einen Schutz ihrer mobilen Endgeräte vorgesehen. Lediglich 80 Prozent der Unternehmen führen ein regelmäßiges Backup ihrer Daten durch, die meisten auf externen Festplatten, Servern oder USB-Sticks.
 
"Um Cybersicherheit in Österreich zu gewährleisten, müssen wir auch gemeinsam in digitale Sicherheitsvorsorge investieren", betonte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner. "Wir haben ein eigenes Zentrum für Cybersicherheit und sind gerade dabei, eine Cybersicherheitsplattform ins Leben zu rufen", so Mikl-Leitner. Dazu forderte sie rasch die Umsetzunge des neuen Cybersicherheitsgesetzes. "Wir braucnen ein flexibles Gesetz, um nicht dauernd den aktuellen Entwicklungen hinterherzuhinken", meinte die Ministerin. Derzeit befindet sich das Gesetz in der Planungsphase, es soll Ende des Jahres auf Schiene sein. Momentan würden sich Arbeitsgruppen damit beschäftigen, sagte Mikl-Leitner.

A1 nimmt die Studie als Startpunkt, um die heimischen Unternehmen mehr für IT-Security zu sensibilisieren. Ab sofort wird vor allem für Klein- und Mittelbetriebe auch ein Online-Security-Check unter www.a1.net/securitycheck angeboten. Darüberhinaus bietet A1 umfassende IT-Security-Lösungen, u.a. in Kooperation mit den Herstellern Checkpoint, Barracuda und Cisco (cws).