1-5-2015 Gedruckt am 25-06-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/16375

Fraunhofer-Studie über Software-Thin Clients

Staune und spare: Aus alt mach neu

Beim direkten Vergleich zwischen einem neu angeschafften, aktuellen PC und einem vorhandenen und als Software-Thin Client weiterbetriebenen, stellten die Wissenschaftler mit einer Betriebszeit von drei Jahren fest, dass die Treibhausemissionen beim Software-Thin Client um bis zu 60 Prozent niedriger ausfallen; die Gesamtkosten sinken um bis zu 47 Prozent.

Mit der Umarbeitung alter PC's in Thin Clients bleibt unter'm Strich mehr im Sparschwein übrig. Foto: Thorben Wengert / pixelio.de

Im Rahmen einer von IGEL Technology beauftragten Studie hat das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT verschiedene Ansätze für IT-Arbeitsplätze hinsichtlich ihrer Klimarelevanz und Wirtschaftlichkeit untersucht. Dabei stellten die Wissenschaftler neuen PCs und Notebooks jeweils ältere Geräten gegenüber, die als Software-basierte Thin Clients weiterbetrieben werden. Das Ergebnis: Über den gesamten Lebenszyklus mit dreijähriger Betriebsphase reduzieren Software-Thin Clients das Treibhauspotential um bis zu 60 Prozent. Die Gesamtkosten sinken um bis zu 47 Prozent.
 
Aber auch ökonomisch kann die Alternative zum Neukauf punkten: Für ein Szenario mit 100 Arbeitsplätzen errechnet das Fraunhofer UMSICHT eine Kostenersparnis von 1.008 Euro je Arbeitsplatz, das ist ein Minus von 47 Prozent. Fazit: Software-Thin Clients beinhalten ein großes ökologisches und ökonomisches Potential, eignen sich darüber hinaus aber auch als idealer Einstieg in das strategisch bedeutsame Konzept des Server Based Computing. 

Beachtliche Emissionsreduktion

Für die Ökobilanzierung ermittelte das Fraunhofer UMSICHT für jedes Einsatzszenario das jeweilige Treibhauspotential, kurz GWP (Global Warming Potential), das in Kilogramm CO2-Äquivalenten [kg CO2eq] bzw. kg CO2e gemessen wird. Wird statt einem Neukauf ein älterer PC als Software Thin-Client weiterverwendet, reduzieren sich die Emissionen um 198,8 kg CO2eq je Arbeitsplatz und damit um den Faktor 2,5. Lassen sich im Idealfall sämtliche Arbeitsplätze in Thin Clients umwandeln, beläuft sich die Einsparung bei 100 Arbeitsplätzen auf 19,88 t CO2eq und für eine größere Organisation mit 600 Arbeitsplätzen auf 119,3 t CO2eq. Bei einem sehr großen Unternehmen mit 15.000 Arbeitsplätzen sind es sogar 2.982 t CO2eq.

Massive Einsparungen möglich

Auch im Hinblick auf die ökonomischen Aspekte kommt die Fraunhofer UMSICHT Studie zum dem Schluss, dass sich der Einsatz von Software-Thin Clients lohnt. Während ein Desktop-PC im Szenario mit 100 Clients Kosten von ca. 2.165 Euro aufwirft, schlägt ein älterer, als logischer Thin-Client betriebener PC mit ca. 1.157 Euro zu Buche. Idealtypisch gerechnet, kann ein Unternehmen, das alle vorhandenen Altgeräte in logische Thin Clients konvertiert und keine neuen Geräte anschafft, somit über 100.800 Euro einsparen oder das frei werdende Budget für andere Investitionen nutzen.