6-3-2015 Gedruckt am 25-06-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/16291

Drei-Chef Trionow verspricht 100 Prozent LTE-Netzabdeckung bis zum Sommer

Gewinn trotz Umsatzrückgang

Drei zieht Bilanz über das Jahr 2014: 174.00 Neue Kunden konnten gewonnen werden, der Marktanteil stieg von 26 auf 27,6 Prozent. Beim Umsatz setzte es ein Minus von acht Prozent auf 686 Mio. Euro. Das EBITDA konnte von 182 auf 245 Mio. Euro gesteigert werden (+ 35 Prozent). Das EBIT belief sich auf 170 Mio. Euro (+60 Prozent).

Under Construction: Drei will bis zum Sommer das LTE-Netz voll ausbauen. Beim Betriebsergebnis 2014 verzeichnete Drei trotz Umsatzrückgang einen Gewinn. Foto: Wahlmüller

Gründe für den Umsatzrückgang sieht Drei-Chef Jan Trionow vor allem bei regulatorischen Effekten wie der Senkung der Roaming-Gebühren und beim weiteren Rückgang der Preise pro Einheit am Markt". Laut Trionow ist der Preis pro Einheit (eine Minute, eine SMS oder ein MB) innerhalb von zwei Jahren von 2,9 Cent (Q2/2012) auf 1,3 Cent (Q2/2014), das heißt um mehr als die Hälfte, gefallen. "Österreich bleibt weiter ein Paradies für Mobilfunkkunden", resümierte Trionow.

Die Nutzung der Mobilfunknetze dagegen ist in Österreich 2014 insgesamt weiter gestiegen und hat im zweiten Quartal 2014 rund 45 Milliarden Einheiten erreicht. Das ist eine der Erklärungen für die Gewinnsteigerung bei Drei. Das EBIT belief sich 2014 auf 170 Millionen Euro, das entspricht einem Plus von 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der durchschnittliche Erlös pro Kunde hingegen ist von 20,6 auf 19,66 Euro (minus 5 Prozent) gesunken. Dafür hat Drei intern Kosten eingespart: Drei hat die eigenen Betriebskosten um 19 Prozent auf 212 Millionen Euro gesenkt. Beim Marktanteil freute sich Trionow über einen Zuwachs um 1,6 Prozent auf 27,6 Prozent. "Wir wollen heuer einen Marktanteil von 30 Prozent erreichen", gab Trionow die Zielvorgabe bekannt, die vor allem durch das Wachstumspotenzial im Prepaid- und Business-Bereich erreicht werden soll.

Bis zum Sommer Vollabdeckung bei LTE

Der LTE-Netzausbau ist Trionow ein großes Anliegen: Derzeit beträgt die LTE-Abdeckung in Österreich 70 Prozent. Bis zum Sommer will Trionow eine Vollabdeckung erreichen. Das heißt, jeder hat theoretisch dann die Chance LTE zu nutzen (sofern man ein LTE-fähiges Gerät besitzt und den entsprechenden Tarif bezahlt). "Von unseren 3,6 Mio. Kunden sind bereits eine Mio. mobile Breitband-Kunden", freut sich Trionow. Die Datennutzung ist im Jahr 2014 um 63 Prozent gestiegen und hat 4,5 Gigabyte pro Nutzer und Monat erreicht, heißt es in den Drei-Unterlagen.

Die Netzprobleme, über die sich viele Drei-Kunden gerade nach der Netzzusammenlegung mit Orange beschwert haben, "haben wir inzwischen gelöst", sagte Trionow. Nach der Zusammenlegung habe es 2013 tatsächlich Schwierigkeiten gegeben, "das haben wir mittlerweile gelöst, das Netz ist deutlich stabiler und auch von der Geschwindigkeit her deutlich besser", sagte Trionow.

Hoffnungsmarkt Business-Bereich

Große Hoffnungen setzt Trionow auf den Business-Bereich, "Cloud und M2M sind für uns wichtige Wachstumsbereiche, LTE wirkt da zudem als wichtiger Treiber", so Trionow. Differenzieren vom Mitbewerb willl sich Drei vor allem durch die persönliche Betreuung ab der ersten SIM-Karte vor Ort beim Kunden. "Ab 10 SIM-Karten wird ein individuelles Angebot erstellt", versprach Trionow. Wie viele Businesskunden Drei derzeit hat, wollte Trionow jedoch nicht bekannt geben. Tatsache ist, dass A1 bei den Businesskunden im Mobilfunksektor uneingeschränkter Marktführer ist (cws).