22-8-2013 Gedruckt am 28-02-2017 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/15109

Forum Alpbach

FH St. Pölten präsentiert Grundregeln für sicheres Internet

Angriffe auf IT und Telekommunikation stellen derzeit die höchste Gefahr für Wirtschaft und staatliche Einrichtungen dar. Ohne funktionierende IT stehen öffentliches Leben und Unternehmen still. Doch die heutige IT ist leicht verwundbar und die Angriffe nehmen stetig zu. Bei den Alpbacher Technologiegesprächen präsentieren Experten der FH St. Pölten ihr Konzept für ein sicheres Internet.

(Bild: FH St. Pölten)

Betrug und Wirtschaftsspionage via Internet boomen und kalte Kriege werden heute auf virtueller Ebene geführt. Unternehmen, vor allem Klein- und Mittelunternehmen, müssen oft in Kauf nehmen, dass sie von MitbewerberInnen ausspioniert und sabotiert werden. Zudem kommen mit neuen Technologien und Praktiken wie Bring-your-own-Device, dem Informationsaustausch zwischen Endgeräten (Machine to Machine) und dem Internet der Dinge weitere Angriffsszenarien hinzu.
 
Deswegen gilt es rasch und wirksam vorhandene Sicherheitsmängel umfassend zu beseitigen. Doch die aktuellen nationalen und internationalen Aktivitäten sind noch bei Weitem nicht ausreichend. „Wiederholen wir gerade eine Negativentwicklung, wie den Weg zur Weltwirtschaftskrise 2008, die voraussehbar war, aber nicht ausreichend ernst genommen wurde - nur diesmal in der IT? Für uns stellt sich daher die Frage: Wie lange kann es in der IT so noch weitergehen?“, sagt FH-Vizerektor Johann Haag, Leiter des Bachelorstudiengangs IT Security und des Masterstudiengangs Information Security an der FH St. Pölten.

Geeignete Sicherheitskonzepte

Eine genaue Analyse der Probleme zeigt, dass die Gesellschaft wesentlich mehr benötigt, als derzeit am Markt verfügbar ist. Dazu gehören vor allem geeignete Sicherheitskonzepte und Mechanismen, verbunden mit umfangreichen gesetzlichen Regelungen. Denn viele Maßnahmen können mit reiner Freiwilligkeit nicht umgesetzt werden. „Wir haben am Institut für IT-Sicherheitsforschung der FH St. Pölten die Gefahrenbereiche analysiert und ein geeignetes Sicherheitskonzept ausgearbeitet, das auch in der Praxis relativ leicht umsetzbar ist“, sagt Ernst Piller, der Leiter des Instituts für IT-Sicherheitsforschung der FH St. Pölten.
 
ecoplus, die Wirtschaftsagentur des Landes Niederösterreich, hat für die diesjährigen Alpbacher Technologiegespräche den Arbeitskreis „web attack! Der Kampf gegen Hacker und Datenverlust“ organisiert, im Rahmen dessen Ernst Piller und Johann Haag diesen Freitag die Grundelemente ihres Konzeptes vorstellen. Es besteht aus sechs zentralen Elementen:
  • Sichere Identifikation und Authentifizierung der Benutzer, Daten und Software,
  • sicherer Webbrowser, optimale Browserarchitektur,
  • sichere Zonen mit „Grenzkontrollen“ im virtuellen Raum,
  • gesetzliche Regelungen inklusive „Internetpolizei“ (Internetpol),
  • sichere Software(entwicklung) und deren Zertifizierung, Update und passende Konfigurationsmechanismen sowie
  • Kryptografie inklusive kryptografischer „Zugriffsschutzsysteme“, Informations-Selbstschutz und „Recht auf Vergessen“ durch Kryptografie.
Vortrag „ Sicheres Internet“ im Rahmen des Arbeitskreises „web attack! Der Kampf gegen Hacker und Datenverlust“
Freitag, 23. August 2013, 09:00 bis 15:00 Uhr, Arbeitskreis 7, Hauptschule Alpbach, Europäisches Forum Alpbach 2013, Die Zukunft der Innovation: Voraussetzungen – Erfahrungen – Werte, Alpbacher Technologiegespräche.
Der Arbeitskreis wird organisiert von ecoplus, der Wirtschaftsagentur des Landes Niederösterreich.
Links:
Bachelorstudiengang IT Security: http://www.fhstp.ac.at/studienangebot/bachelor/is
Masterstudiengang Information Security: http://www.fhstp.ac.at/studienangebot/master/is