Die Stadt Wien zählt in Sachen Technologie zu den Vorreitern. Dabei wird konsequent versucht, der breiten Öffentlichkeit nicht nur Informationen rund um die Stadt zugänglich, sondern auch nutzbar zu machen. Dabei greifen die Verantwortlichen auch die Vorteile neuer Medien und Geräte auf, so etwa von Smartphones, Tablets und den dazugehörigen Apps.
Herzstück der Bemühungen bildet die sogenannte „Open Data“-Bewegung, im Rahmen derer zunehmend mehr Informationen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Mit diesem mittlerweile enormen Datenfundus ermöglicht die Stadt Wien es Bürgern, Wissenschaftlern, Unternehmen und anderen Organisationen, die maschinenlesbaren Verwaltungsinformationen für nützliche Anwendungen zu verwenden.
Das Angebot wird stetig erweitert und umfasst mittlerweile Kataloge aus den Bereichen Verkehr, öffentliche Einrichtungen, Budget, Freizeit, Bildung oder Bevölkerungsstruktur. Die Zusammenarbeit mit Bürgern, Unternehmen und Forschung funktioniert nach dem erwähnten Open Data-Ansatz: Die veröffentlichten Informationen können in Software-Entwicklungen integriert und genutzt werden, diese Applikationen werden dann wieder der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt.
Mittlerweile finden sich so mehrere mobile Apps für Smartphones und Tablets im Katalog der Stadt Wien. Insgesamt 18 nützliche Anwendungen wurden bereits entwickelt, die Spanne reicht dabei vom Schwimmpreisrechner, der die nächstgelegenen Schwimmbäder gereiht nach dem Eintrittspreis anzeigt, über die „Toilet Map Vienna“ – die, wie der Name vermuten lässt, die Standorte von öffentlichen WC-Anlagen aufzeigt – bis hin zur für Autofahrer interessanten „Kurzparkzonen Wien“-App, die einen Überblick über die flächendeckenden Wiener Kurzparkzonen ermöglicht.
Kein Problem bei der Mülltrennung
Auch der Themenbereich Abfall beziehungsweise die Vermeidung desselben ist mittlerweile unter den Open Data-Apps zu finden. Die Anwendungen „Clean-Wien – wegwerfen.at“ und „iDump“ helfen bei der Mülltrennung, ausgehend vom jeweiligen Abfalltyp werden die dafür relevanten Entsorgungsorte auf einer Karte angezeigt. Informationen zu den Öffnungszeiten der Sammelstellen sowie zusätzliche Informationen zu Mülltrennung können ebenfalls eingeblendet werden.
Die Pionierarbeit, die die Stadt Wien im Bereich von Open Data leistet, zeigt mittlerweile auch Auswirkungen. So folgen verschiedene Verwaltungseinrichtungen in Österreich wie auch in Deutschland mittlerweile dem Wiener Beispiel und haben ihre eigenen Open Data-Initiativen ins Leben gerufen. Das Engagement der Stadt Wien in diesem Bereich zeigt knapp ein halbes Jahr nach dem Startschuss schon einige Auswirkungen: So wurde Open Government Data Wien mittlerweile bereits zweimal international ausgezeichnet. Im Juli bekam Wien im Rahmen der „PSI Alliance 5 Stars competition“ einen Ehrenpreis für den Open Government Data-Katalog. Zudem wurde das Engagement der Stadt beim „eGovernment Wettbewerb 2011 Deutschland, Österreich, Schweiz“ mit dem ersten Preis in der Kategorie „Innovativstes eGovernment-Projekt“ honoriert.