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Im Test

Barracuda Backup Server 390 im Test

Doppel-Backup

Backups sind und bleiben eine lästige Aufgabe, die - außer im Fehlerfall - keinen praktischen Nutzen haben. Hier schicken sich die Barracuda-Backup Server an, die Sicherung der wichtigen Unternehmensdaten zukünftig einfacher zu gestalten.

Christian Sudec

 Zum Testen hat unsere Redaktion das Model 390 erhalten, in dessen Inneren ein RAID-Verbund in der Größe von einem TB seinen Dienst verrichtet. Nur das kleinste Modell 190 besitzt nur eine 250 GB-Festplatte. Prinzipiell stehen jedoch Größen von bis zu 24 TB (Model 990) zur Verfügung. Barracuda empfiehlt aber, nur die Hälfte davon zu nutzen, damit mehrere Sicherungsstände darauf Platz haben. Doch zurück zu unserer Appliance im blau-schwarzen Gehäuse, in deren Verpackung sich sonst nur noch zwei Info-Blätter, Strom- und Netzwerkkabel befinden.

 
Die Einrichtung ist laut „Quick Start Guide“-Blatt in neun Schritten zu erledigen. Die ersten Schritte beschreiben die Inbetriebnahme des Gerätes im eigenen Netzwerk. Nach dem Start kann man in der angezeigten, minimalistischen Oberfläche entweder manuell eine IP-Adresse angeben oder sich eine vom DHCP-Server automatisch zuweisen lassen. Wichtig ist, dass die Appliance damit ins Internet kommt, was sie sogleich in Form eines grünen Ampel-Symbols anzeigt. In der Regel ist die Einrichtung nach gestoppten zwei Minuten erledigt, und man kann mit dem Verbindungsprozess beginnen. Hierbei müssen Sie die Appliance mit einem Online-Konto bei Barracuda Networks koppeln, denn - und das ist der Clou - alle weiteren Aufgaben führen Sie z. B. mit Mozilla Firefox im besagten Web-Interface durch. Dieses ist übrigens mit Tabellenreitern und Symbolen so aufgepeppt, dass man glauben könnte, man befände sich in einem lokal gestarteten Programm.  
 
Gibt es Updates, werden diese zudem automatisch im Hintergrund aus dem Internet geladen und installiert, so ist dafür gesorgt, dass das Gerät mit der aktuellsten Betriebssystemversion ausgestattet ist.

Erstes Backup

Als nächsten Schritt gilt es bereits, die zu sichernden Rechner auszuwählen und der Appliance bekannt zu machen. Dies geschieht über „Computer hinzufügen“ im Reiter „Jetzt sichern“ und ist gleichfalls äußerst simpel gehalten. Unterstützt werden Windows, Novell Netware und Unix-basierte Systeme wie Linux und MacOS. 
 
Standardmäßig wird der „Agent-Software-Backup“-Typ empfohlen, bei dem besagte Software auf dem Clientcomputer installiert wird. Dieser kann dann  von der Appliance zwecks Sicherung gesteuert werden. 
 
Ist der Client installiert, muss dieser im Browser als Datenquelle hinzugefügt werden. Dies bestimmt beim anschließenden Backup das Was, Wie und Wohin. Sofern man die Einstellung auf „Barracuda Agent Software“ belässt, geschieht dies in Folge mithilfe von Snapshots aber nahezu automatisch. So lässt sich in diesem Abschnitt nur mehr festlegen, ob Backups ausgesetzt und ob nur bestimmte ­Daten (manuell auszuwählen) gesichert werden sollen.

Ab in die Wolke!

Die einzige weitere interessante Option hier ist „Daten nach draußen senden“ - und zwar in die Barracuda-eigene Cloud. Je nachdem, wie viel Online-Speicherplatz man bei der Anschaffung des Backup-Servers miterworben hat, erstellt dieser dort eine Kopie der gesicherten Daten. Somit ist man gegenüber lokalen Katastrophen ebenfalls gefeit. Was nützt einem schließlich das beste Backup, wenn es zum Beispiel zusammen mit dem Server in Flammen aufgeht, weil es sich im gleichen Raum befindet? 
 
Jedenfalls ist nach dem Speichern der Änderungen die Arbeit getan, denn für den Schnellstart existiert bereits eine Zeitplanung, die täglich ab 20 Uhr alle Datenquellen abgrast und auf die internen Platten sichert. 
 
Zur Kontrolle sollte der Administrator natürlich das Ergebnis am nächsten Tag begutachten. Dafür stehen umfangreiche Berichte zur Durchsicht bereit. Wer nicht selbst nachschauen möchte, kann auch entsprechende E-Mail-Benachrichtigungen generieren, die dann an beliebige Adressen verschickt werden. 

Kontrolle ist besser

Wir haben einen solchermaßen generierten Backup-Job nun mehrere Tage laufen lassen und meldeten uns danach erneut im Web-Interface an, welches uns infolge auf der Status-Seite verschiedenste Statistiken zu den bereits stattgefundenen Sicherungen präsentierte. Neben Größe und genutztem Speicherplatz in Form von Diagrammen sieht man darunter auch CPU-, RAID- und Netzwerk-Auslastung. 
 
Noch interessanter ist allerdings die Deduplizierungsrate. Dieses Feature zur Speicherplatzmaximierung wurde bisher primär in Enterprise-NAS-Lösungen verwendet. Dabei sucht die Appliance in allen gespeicherten Daten nach identischen Bitmustern, löscht doppelte Einträge und setzt stattdessen Verweise zum verbleibenden Muster. In unserem Test konnten wir problemlos auf die 14 zuletzt gemachten Sicherungen unseres 750 GB großen Dateiservers zugreifen - und nutzen doch nur knapp 640 GB des vorhandenen Speicherplatzes!

Und wieder zurück

Wenn eines Tages der Bedarf besteht, die gesicherten Daten zurückzuspielen, so sind die dafür notwendigen Schritte ebenso einfach auszuführen. Abermals findet sich dazu alles im Web-Interface und zwar im Reiter „Restore“. Dort findet sich neben der Backup-Historie auch ein Download-Link zur jeweils aktuellsten Version des „Barracuda Restore“-Tools. Um mit der Rücksicherung zu beginnen, muss dieses auf dem Zielsystem installiert werden. Handelt es sich um einen neuen Computer, müssen demzufolge zuvor Betriebssystem und Netzwerktreiber installiert werden.
 
Es folgen Dialogfelder, in denen zum einen der gewünschte Sicherungsstand ausgewählt und zum anderen - mittels Schieberegler - die maximale CPU-Belastung festgelegt werden kann. Letzteres ist relevant, wenn der Backup-Server parallel noch andere Rechner (rück)sichert. Wer nicht das komplette Backup benötigt, kann mittels „Folder View“ bzw. „File View“ einzelne Ordner bzw. Dateien auswählen. Anschließend wird der Vorgang mit „Restore“ gestartet, an dessen Ende eine Zusammenfassung aufpoppt - fertig!

Fazit

Einige mögen sich nun wundern, warum sich dieser Produkttest wie ein kleines How-To-Backup-liest, aber genau das ist die Quintessenz: Will man mit dem Barracuda-Backup-Server seine Daten sichern, ist mehr als die Information in diesem Artikel nicht nötig.
 
Die Bedienung geschieht meist intuitiv und geht dank Web­browser flott vonstatten. Nicht nur, dass man sich (endlich!) die Installation einer eigenen Management-Software erspart, auch der Zugriff von unterwegs ist im mobilen Browser ohne weiters möglich (getestet auf einem Android-Tablet). Allerdings finden sich ab und an doch noch ein paar englische Begriffe in der sonst gut eingedeutschten Oberfläche.
 
Die Agents auf den zu sichernden Systemen halten sich angenehm im Hintergrund und belasten die Performance kaum. Und da sie im Web-Interface von Barracuda immer in der aktuellsten Version bereitgestellt werden, erspart man sich die lästige Suche nach Updates. Weitere Features wie Deduplizierung und Cloud-Storage runden den positiven Gesamteindruck ab. Natürlich darf man hier die Kehrseite nicht unerwähnt lassen: Nicht jedes Unternehmen will seine Firmendaten einer Cloud anvertrauen.
 
Alles in allem ist der Barracuda-Backup-Server ein wirklich brauchbares Stück Hardware, das den Spagat schafft, komplexe Software-Teile wie das Management-Interface geschickt ins Web auszulagern und die erforderliche Erstkonfiguration des Netzwerks auf ein Minimum zu beschränken - und das erfreulich einfach zu bedienen ist.
 
www.barracudanetworks.com

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