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IT-Business in Österreich

2012 wird das Jahr der “aktiven Alten”

Alt werden, aktiv bleiben. Ein Anliegen, das uns alle angeht. Das kommende Jahr hat die EU dem ­“aktiven Altern” gewidmet und dazu bereits einiges an Maßnahmen, Veranstaltungen sowie Forschungsprogrammen beschlossen. Auch an IKT-Forschung speziell für ältere Menschen wurde gedacht.

Bild: iStockphoto.com / STEVECOLEccs

 Dass Österreich in kaum 20 Jahren eine „alte Gesellschaft“ sein wird, ist bekannt. Auch die EU hat für 2012 dieses Thema aufgegriffen und das Jahr zum „Europäischen Jahr das aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen“ bestimmt. Der wachsende Anteil älterer Menschen in Europa und die Zunahme chronischer Erkrankungen macht es wichtiger denn je, das Altern bei guter Gesundheit für alle und insbesondere für ältere Menschen zu fördern. 

In ihrer im Mai des Vorjahrs bereits angenommenen Aussendung „Eine digitale Agenda für Europa“ hat die Kommission die Bedeutung von Informations- und Kommunikationstechnologie-Anwendungen und -Diensten für gutes Altern betont und insbesondere den weiteren Ausbau des gemeinsamen Programms für umgebungsunterstütztes Leben (Ambient Assisted Living, AAL) vorgeschlagen. In der digitalen Agenda für Europa wurden zudem konzertierte Maßnahmen empfohlen, um die Kompetenzen bezüglich digitaler Medien aller EuropäerInnen zu vertiefen, einschließlich älterer Menschen. Sie haben an den 150 Mio. Bürgern (bzw. ungefähr 30 Prozent der Gesamtbevölkerung), die noch nie Gebrauch vom Internet gemacht haben, besonders hohen Anteil. Die Erleichterung des Zugangs zu und die Bereitstellung von Fortbildungen für die Verwendung neuer Technologien würde die Möglichkeiten älterer Menschen weiter verbessern. Zum Maßnahmekatalog zählen neben Konferenzen, Veranstaltungen und Initiativen auch umfassende Informations-, Werbe- und Aufklärungskampagnen, europaweiter Austausch von Informationen und Erfahrungen und Bildung von Netzwerken und Forschungsprojekten.
 
Am 7. November hat die Europäische Kommission einen „Strategischen Implementierungsplan“ (SIP) für die Europäische Innovations-Partnerschaft (EIP) zu „Active and Healthy Ageing“ (AHA) verabschiedet. Bereits im Mai war eine europaweite Steering-Gruppe gebildet worden. Der neue SIP beinhaltet sowohl eine politische Strategie als auch einen operationalen Plan. Drei Säulen wurden dabei definiert: 1. Prävention, Screening und frühe ­Diagnose, 2. Pflege und Behandlung sowie 3. aktives Altern und unabhängiges Leben.
 
„Wir sind sehr stolz, dass wir bereits in dieser ersten Phase des EIP on Active and Healthy Ageing mitwirken konnten, weil diese Innovationspartnerschaft wirklich einen ganz wichtigen Meilenstein für unser aller Zukunft bildet. Es zeigt sich auch damit wieder die Schlüsselrolle des AAL Joint Programms“, betonte Lena Gustafsson, Präsidentin der AAL-Association in Reaktion auf die Präsentation des SIP. Beim AAL-Programm spielt Forschung und insbesondere auch IKT-Forschungsförderung eine große Rolle.
 
In Österreich veranstaltet die Wirtschaftskommission UNECE (United Nations Economic Commission for Europe) gemeinsam mit Österreich (Sozialministerium) vom 18. - 20. September 2012 eine Ministerkonferenz zu Fragen des aktiven Alterns in Wien. Das Thema der Wiener UNECE-Konferenz lautet: „Ensuring a society for all ages: promoting quality of life and active ageing“. Die Abhaltung der UNECE-Konferenz ist ein wesentliches Element des österreichischen Arbeitsprogramms im Rahmen des  Europäischen Jahrs des aktiven ­Alterns 2012. 
 

Mehr “benefit”für ­ältere Menschen

Neben der EU fördert auch Österreich im eigenen Land die Technologie- und IKT-Forschung für ältere Menschen mit dem Programm „benefit“. Im Oktober wurde eine neue Ausschreibung gestartet. 2,9 Mio. Euro stehen zur Verfügung.
 
In Europa steigen der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung und die Lebenserwartung stetig an. Umfasste die Gruppe der über 65-Jährigen im Jahr 2000 noch knapp 16 Prozent, so wird sie sich bis zum Jahr 2050 verdoppeln. Vor allem auch durch die zunehmende Kaufkraft älterer Menschen wächst der Bedarf nach nützlichen Produkten und Dienstleistungen für diese Zielgruppe und eröffnet somit neue Marktchancen für Österreichs Unternehmen. Das Programm „benefit“ ist das erste Technologieprogramm in diesem Bereich in Österreich. Ziel ist es, ältere Menschen in ihrem Leben in den eigenen vier Wänden so lange wie möglich zu unterstützen. Benefit soll die Forschung und Entwicklung für innovative Technologie-Produkte (insbesondere im IKT-Bereich) und technologiegestützte Dienstleistungen anregen. Damit soll zur Erhaltung bzw. Steigerung der Lebensqualität der EndanwenderInnen beigetragen werden.
 

Weitere Programmziele:

  • Erhöhung der Bedien- und Anwendbarkeit der entwickelten Produkte und technologiegestützten Dienstleistungen
  • Erhöhung der gesellschaftlichen Akzeptanz für umgebungsunterstütztes Leben (AAL)
  • Anregungen von neuen Geschäftsmodellen, Marketingkonzepten und Wertschöpfungsketten
Die bisher abgewickelten Projekte zeigen bereits eine große Vielfalt an Möglichkeiten und Entwicklungen auf, die ältere Menschen in ihrem Leben gut unterstützen können. So untersuchte etwa eine Studie der Uni Wien die Akzeptanz von „Smart-Home-Systemen“. Ein anderes Projekt war der Musiktherapie bei Demenz und der Entwicklung eines speziell für die Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnittenen Musikabspielgeräts gewidmet. Am ICT&S Center der Uni Salzburg wurde von den Forschern gemeinsam mit UserInnen eine Serviceplattform für Ziele und Wege im Stadtteil speziell von und für Menschen über 60 Jahre entwickelt.
 
Das Programm benefit
Das thematische Programm „benefit“ fördert im technologischen Bereich – insbesondere IKT – die Erforschung und Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen, die auf die Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität älterer Menschen abzielen und ihnen ein möglichst langes und autonomes Leben in den eigenen vier Wänden gewährleisten sollen.
Mitte Oktober wurde im Zuge der großen Forschungsausschreibungsrunde des BMVIT die siebte benefit-Ausschreibung mit dem Schwerpunkt „Demografischer Wandel als Chance“ gestartet.
 
Kontakt wie bei AAL. FFG, 
Dr. Gerda Geyer 
 

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MONITOR-Autoren
Mag. Dominik Troger

Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. ..mehr..

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