Ältere Menschen leiden oft unter Ängsten und deren Verwandte sorgen sich um sie. Potenzielle Gefahren wie Krankheiten, Unfälle oder Taschendiebe treiben Senioren oft dazu, die eigenen vier Wände nicht mehr zu verlassen. Doch auch dort können Alltagssituationen zum Risiko werden: Verursachen von Bränden beim Kochen, Überschwemmungen durch offen gelassene Wasserhähne oder Verletzungen durch Stürze.


Folgende Gefahren sollen mit FEARLESS frühzeitig aufgedeckt werden: Feuer/Rauch, Überschwemmung oder das Stürzen einer Person. Tritt eine Gefahr auf, werden entweder Verwandte oder Pflegepersonal umfassend z.B. durch SMS, MMS oder Email informiert.
Die Konsequenz vieler Senioren: Sie reduzieren ihre Aktivitäten drastisch, um keinen Unfall zu verursachen. Die Folgen reichen von Vereinsamung bis hin zu Muskelschwäche. Gegen diesen Teufelskreis richtet sich das Projekt FEARLESS (Fear Elimination As Resolution for Loosing Elderly’s Substantial Sorrows
www.fearless-project.eu), das unter der Koordination der Wiener Firma CogVis (Cognitive Computer Vision
www.cogvis.at)läuft.
Als Spin-off der TU Wien 2007 gegründet, führt CogVis marktnahe Forschungsprojekte durch und ist Bindeglied zwischen Wissenschaft und Wirtschaft im Bereich der Bildverarbeitung.
CogVis-Geschäftsführer Michael Brandstötter hat bereits fundierte Erfahrung als Koordinator für EU-Forschungsprojekte beim 5. und 6. Rahmenprogramm gesammelt. FEARLESS, das im Sommer gestartet wurde, setzt das Projekt MUBISA (
www.cogvis.at/mubisa) fort. Ziel bei MUBISA war die Entwicklung eines automatisierten Computer-Vision-Systems, um älteren Personen ein – weitgehend – unabhängiges Leben zu ermöglichen.
Das neue Projekt FEARLESS setzt bei den älteren Menschen an. Ziel ist es, diese von ihren Sorgen und Ängsten möglichst zu befreien. Ein einziger Sensor soll dabei eine möglichst breite Palette von Risiken erfassen. FEARLESS nutzt die Flexibilität optischer Sensoren und kombiniert sie mit akustischen. „Genau diese Kombination trägt signifikant zur Verlässlichkeit des Gesamtsystems bei“, betont Michael Brandstötter. Folgende mögliche Gefahren sollen damit frühzeitig aufgedeckt werden: Feuer/Rauch, Überschwemmung oder das Stürzen einer Person. Tritt eine Gefahr auf, werden entweder Verwandte oder Pflegepersonal umfassend z. B. durch SMS, MMS oder E-Mail informiert. Das Projekt läuft bis Sommer 2014.
Projekt AALuis
Ebenfalls jetzt im Sommer gestartet wurde das Projekt AALuis (Ambient Assisted Living Unser Interfaces
www.aaluis.eu), ebenfalls mit österreichischem Koordinator, dem Health and Environment Department des AIT Austrian Institute of Technology. Der Hauptfokus liegt in der Entwicklung von innovativen User Interfaces (UIs), das heißt, Benutzeroberflächen für diverse (auch mobile) Endgeräte. Ebenso geht es um eine standardisierte Integration von neuen und bestehenden UIs. Das Ziel ist es, die Benutzeroberflächen und den verbindenden Layer auf offenen, schon bestehenden Middleware-Plattformen anzusiedeln.
Die Verbesserung der Benutzerschnittstellen und auch der Endgeräte und Lösungen für ältere Menschen soll den Zugang, die Akzeptanz und den Einsatz von IKT-basierenden Services verbessern. Auf die Einbindung von Anwendern wird von Beginn des Projektes an großer Wert gelegt. Deshalb sind zwei österreichische Nutzerorganisationen im Konsortium vertreten: Die Senioren-Organisation 50plus sowie das Österreichische Hilfswerk.
Ziel ist es letztlich, die Verbindung von verschieden Services mit verschiedenen Typen von User Interfaces zu erleichtern. Künftige NutzerInnen von AAL-Systemen sollen in der Lage sein, mehr Services mit individuell präferierter Benutzeroberfläche und auf einem gewünschten Endgerät zu nutzen. „Das Projekt insgesamt soll zu einer deutlich erhöhten Nutzung von AAL-Systemen durch ältere Menschen beitragen“, sagt Projektkoordinator DI Dr. Christopher Mayer vom AIT Austrian Institute of Technology.
Projekt FEARLESS
Die Projektpartner: CogVis (Koordinator) www.cogvis.at TU Wien/Computer Vision Lab , Uni Bamberg/Dept. Psychology/D, Tesan/Italien www.tesan.it, Fundació I2Cat/Spanien www.i2cat.net, Infokom/D www.infokom.de, Linkcare Health Services/Spanien, Fraunhofer Institut fürProduktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) www.ipk.fraunhofer.de, Samariterbund Wien www.samariterbund.net, Meduni Wien
Projekt AALuis
Die Projektpartner: AIT Austrian Institute of Technology GmbH (Koordinator) www.ait.ac.at, weTouch e.U. www.wetouch.at, CURE Center for Usability Research & Engineering www.cure.at, zoobe message entertainment GmbH/D www.zoobe.com, Verklizan B.V./NL www.verklizan.com, ProSyst Software GmbH/D www.prosyst.com, 50 Plus GmbH www.50plusgmbh.com, Hilfswerk Österreich www.hilfswerk.at, Philips Consumer Lifestyle B.V./NL www.philips.com
Das Projekt AALuis wird vom AAL Joint Programme, von der Europäischen Union, dem Programm „benefit“, dem österreichischen BMVIT, dem deutschen BMBF und dem niederländischen ZonMw gefördert.
Im Fokus des europäischen Forschungs- und Entwicklungs-Programms AAL JP steht die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen auf der Basis von Informations- und Kommunikationstechnologien.
Durch diese innovativen Entwicklungen soll die Lebensqualität älterer Menschen, ihre Selbständigkeit, Sicherheit und ihr Wohlbefinden gesteigert werden. Vor allem ein möglichst langes und selbständiges Leben im privaten Umfeld soll gewährleistet sein. Um eine hohe Anwendbarkeit und Akzeptanz der geförderten Produkt- und Dienstleistungsentwicklungen zu garantieren, sind End-AnwenderInnen in den Projektkonsortien vertreten. Von Ende März bis Ende Juni lief heuer die vierte AAL-Ausschreibung, im Fokus waren dabei IKT-Projekte zur Förderung der Mobilität bei älteren Menschen.
Kontakt in Österreich für das Programm AAL JP:
FFG, Dr. Gerda Geyer, Tel. 057755-4205,
gerda.geyer@ffg.at