Österreich darf stolz sein: „Kein anderes EU-Land weist eine vergleichbare Dynamik auf“, heißt es im Innovationsbericht, der jährlich von der Deutschen Telekom Stiftung und dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) im Herbst veröffentlich wird. 26 Länder weltweit werden dabei nach den fünf Kriterien Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Staat und Gesellschaft verglichen. Zieht man nur EU-Länder heran, so liegt Österreich überhaupt auf Platz fünf.
An der Spitze des Rankings liegt unangefochten die Schweiz, mit deutlichem Abstand gefolgt von Singapur und Schweden. Innovations- und Wissenschaftsministerin Doris Bures freute sich naturgemäß über das gute Ergebnis für Österreich: „Unsere Investitionen in Forschung und Entwicklung tragen Früchte.“ Allerdings hat Österreich vor allem vom sehr guten Abschneiden in der Kategorie „Gesellschaft“ profitiert, dort konnte die Alpenrepublik den hervorragenden vierten Platz erringen. Bei „Wirtschaft“ und „Staat“ landete Österreich nur im Mittelfeld (Platz 14 bzw. 17, siehe auch Grafik).
Der achte Gesamt-Platz im Ranking beschert Österreich die beachtenswerte Bewertung als „Aufsteiger“, im Jahr 2000 gab es noch einen 16. Platz. Der Bericht hält weiter fest: „Österreich hat wie vielleicht kein zweites Land der EU das sogenannte Barcelona-Ziel ernst genommen, nämlich die gesamtwirtschaftlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu erhöhen. Gleichzeitig konnte die österreichische Wirtschaft ihren Innovationsoutput deutlich erhöhen.“
Innovationsministerin Doris Bures will jetzt nicht nachlassen: „Wir haben gerade eine neue Forschungsförderungs-Ausschreibungsrunde gestartet und in unserer neuen FTI-Strategie das klare Ziel formuliert, dass wir bis 2020 ein Innovation Leader in der EU sein wollen.“ Seitens ihres Ministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) werde diese Strategie mit einer klaren Schwerpunktsetzung in der angewandten Forschungsförderung verfolgt. „Das Budget dafür wurde heuer vom BMVIT um fünf Prozent auf jetzt 420 Mio. Euro erhöht“, sagte Bures. Mitte Oktober wurden eine Reihe von Forschungsförderungs-Ausschreibungen gestartet. Alle Ausschreibungen werden von der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) abgewickelt.
Um in Zukunft im Wissenschafts- und Forschungsbereich noch mehr vom Spitzenreiter Schweiz zu profitieren, hat Wissenschafts- und Forschungsminister Karlheinz Töchterle Ende Oktober in St. Gallen mit seinem Schweizer Amtskollegen, Bundesrat Didier Burkhalter, eine gemeinsame Erklärung zur bilateralen Zusammenarbeit der beiden Länder im Bereich Hochschulbildung, Forschung und Innovation unterzeichnet. „Die Zusammenarbeit wird weiter ausgebaut und intensiviert“, so der Minister.
Es gibt bereits zahlreiche und vielfältige direkte Kontakte und Kooperationen zwischen den Forschenden beider Länder, vor allem aufgrund der seit 2003 bestehenden engen Zusammenarbeit zwischen dem Wissenschaftsfonds (FWF) und dem Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung (SNF) im Rahmen der sogenannten
„D-A-CH-Kooperation“.