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Weltblick

Fujitsu Forum 2011: Ausblick auf eine IT aus der Cloud

Stairway To Heaven?

Hardware – vom Notebook bis zum schnellsten Supercomputer der Welt – und Business-Lösungen, das ist die Welt von Fujitsu. ­Kompetenzen, die Fujitsu-Technology- ­Solutions-CEO Rolf Schwirz’ Ankündigung „mit Volldampf in Richtung Cloud-Business“ aufbrechen zu wollen, unterstreichen. ­Während man den Weg zu den Wolken ­beschreitet, soll das Unternehmen stufenweise kräftig wachsen.

Markus Klaus-Eder

 Bis zum Jahr 2015 will Fujitsu Technology Solutions (FTS) 30 Prozent seines Geschäfts in der Cloud machen.  Dennoch, oder gerade deshalb, betont CEO Rolf Schwirz auf dem ­Fujitsu Forum in München vor versammeltem Auditorium während seiner Keynote: „Wir stehen jetzt und für immer zu jedem Element unseres Hardware-Portfolios. Wir mögen ­unser Hardware-Geschäft, und wir werden es fortsetzen.“ 

 
Dass diese vollmundige Ankündigung auch als Seitenhieb auf Mitbewerber HP zu verstehen ist, wird spätestens klar, als er ergänzt: „Ich möchte ganz besonders alle HP-Partner begrüßen, die sich in bedeutsamer Zahl auf diesem Event zeigen. Ihnen kann ich nur sagen: Sie sind nun endlich am richtigen Ort!“
 
Selbstverständlich geht es auf Fujitsus Partnerevent, zu dem mehr als 10.000 Besucher aus 96 Ländern gekommen sind, nicht um die Konkurrenz. Vielmehr zeigt die Art und die Zahl der Neuankündigungen, dass mit dem Unternehmen betreffend IT-Infrastruktur und Business-Lösungen – auch, oder gerade in Europa – zunehmend zu rechnen ist.
 
Neben Hardware, die „Engineered in Japan, made in Germany“ ist, wie sich Schwirz ausdrückt, dringt Fujitsu nun auch in den Business-Solutions-Markt vor und will dabei gleich ein ganzes Öko-System schaffen. Zudem präsentiert sich das Unternehmen als starker SAP-Partner und zeigt in diesem Umfeld gleich mehrere Lösungen. 

Business-Appstore

Eine der wesentlichen Neuheiten war die Vorstellung des „Business Solution Store“. Dabei handelt es sich um eine Plattform, über die unabhängige Software-Anbieter ihre Anwendungen als Software-as-a-Service vermarkten können sollen. Ähnlich wie Apples Appstore sollen Kunden so ab dem Frühjahr 2012 auf Geschäftsanwendungen aus der Cloud zugreifen können.  
 
Auch Fujitsu selbst möchte hier Applikationen anbieten, allen voran die CRM Cloud Services, die auf Open- Source-Technologie basieren und ab Start des Stores verfügbar sein sollen. Anwendungen stehen Kunden dabei als Pay-as-you-use-Modell zur Verfügung, bezahlt wird also auf Subskriptionsbasis. 
 
Partnern wiederum soll damit ein Gewinnbeteiligungs-Modell zur Verfügung stehen, mit dem sie neues Geschäft in der Cloud generieren können. Die Anwendungen selbst laufen dabei in Fujitus Global Cloud, Prozesse wie die Abrechnung mit dem Nutzer sollen ebenso übernommen werden.
 
Zudem sollen Unternehmen mit ihren Eigenentwicklungen auch auf Anwendungen von Fujitsu aufsetzen können. Ziel sei es, ein eigenes Öko-System für Business-Lösungen zu schaffen, und ein solches müsse auch für jedermann verfügbar sein, erläuterte dazu Dr. Joseph Reger, Chief Technology Officer von FTS im Q&A mit Journalisten. 
 
Er sehe dabei kein Problem mit Konkurrenzprodukten – wenn ein Partner auch eine CRM-Anwendung bringen wolle, dann solle er das tun. Auswahl sei ein wichtiger Bestandteil eines funktionierenden Öko-Systems. 
 
Man darf gespannt sein, wie schnell und umfassend sich das Angebot im Business-Appstore von Fujitsu entwickeln wird und mit welchem Portfolio dieses im Frühjahr 2012 auf den Markt kommen wird. 

SAP-Kosten senken mit Fujitsu

Mit FlexFrame Compact for SAP stellte Fujitsu auf seinem Forum auch eine neue Lösung speziell für mittelständische Unternehmen vor. Die Compact-Variante ist eine neue Einstiegsversion der vollständig virtualisierten IT-Infrastrukturlösung FlexFrame, die laut FTS bereits bei über 250 Großunternehmen erfolgreich im Einsatz sein soll. Die Lösung soll dabei nicht nur den Betrieb kompletter SAP-Umgebungen (Server, virtuelle Maschinen, Speicher- und Netzwerkkomponenten ) optimieren und hochverfügbar sein,  sondern auch die Gesamtbetriebskosten um bis zu 60 Prozent senken können.
 
Das System soll unter anderem für die Anwendungen SAP Customer Relationship Management, SAP Supply Chain Management und SAP Product Lifecycle Management nutzbar sein. 
 
FlexFrame Compact soll sich besonders für Unternehmen eignen, die eine Kapazitätsanforderung von bis zu 200.000 „Order Line Items“ pro Stunde bzw. 10.000 SAPS (der SAP-Standard für Anwendungsperformance) haben. Das entspricht in etwa zehn Systemen, auf denen SAP-Anwendungen laufen. 
 
Parallel zur Präsentation auf SAPs Sapphire in Madrid, wurde SAP HANA auch auf dem Fujitsu Forum zum Thema gemacht. (siehe dazu auch Seite 10) In München ging es allerdings vornehmlich um die von Fujitsu zur Verfügung gestellte und von SAP als weltweit erstmalig zertifizierte Multiknotenumgebung für SAPs In-Memory-Datenbank. Fujitsus Technologie soll dabei die Hochverfügbarkeit und die Datenbankgröße um den Faktor acht erweitern. Damit soll es möglich sein, mehrere Terabytes an Daten in Echtzeit zu verarbeiten.  
 
Für einen schnellen Einstieg in die In-Memory-Technologie und Echtzeit-Datenanalyse bringt Fujitsu zudem SmartStart for SAP HANA auf den Markt – eine Lösung für die Implementierung, mit der sich die Einführungszeit auf nur wenige Tage verkürzen soll.
 
Dass dies auch in der Praxis funktioniert, zeigt die Einführung bei Red Bull, über die auf SAPs Sapphire ausführlich berichtet wurde (siehe dazu auch das Interview auf Seite 12). Der Grund für diese rasche Verfügbarkeit: Die Technologien sind vorinstalliert, vorkonfiguriert und basieren auf vordefinierten Anwendungsszenarien. Dadurch können sie bereits innerhalb von rund fünf Tagen für ein operatives Reporting sowie eine effiziente Analyse genutzt werden.  Die erste von mehreren geplanten Lösungen von Fujitsu SmartStart for SAP HANA umfasst eine schnelle Implementierung für das Reporting und die Analyse von SAP ERP-Anwendungen und SAP HANA. SAP Rapid Deployment soll Kunden eine bessere Planbarkeit bei ihren Projekten sowie eine nahtlose Integration in bestehende Infrastrukturen bringen.
 
Derart große Lösungen großer ­Unternehmen müssen jedoch auch den Weg zum Kunden finden.  Um die zerstreute Landschaft kleiner und mittelständischer Unternehmen in Österreich zu erreichen, setzt Fujitsu daher auf ein starkes Partnernetzwerk, das aus rund 2.000 Fachhändlern besteht. ­Johannes Baumgartner, Managing Director Fujitsu Österreich, meint dazu: „Ja, wir sind ein globales ­Unternehmen, aber wir haben ­lokal viel Spielraum. Diese Herangehensweise schafft eine ganz wichtige Nähe zum Kunden. Die österreichische KMU-Landschaft tickt natürlich anders als die deutsche Industriebranche – das wissen wir und dementsprechend agieren wir“. 

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