Im kommenden Jahr sind mehr gezielte Attacken und Social Media Bedrohungen sowie ein Anstieg mobiler Malware zu erwarten, prophezeit der Sicherheitsspezialist M86 Security. Im alljährlichen Threat Predictions Report kommt das Unternehmen zu dem Schluss, dass gerade diese drei Bedrohungsbereiche das kommende Jahr dominieren werden. Der Report basiert auf den vom Anbieter 2011 gewonnenen Forschungsergebnissen.
"Im Jahr 2011 sahen wir, dass gezielte Attacken auf bekannte Organisationen ständig komplexer und schädlicher geworden sind. So wurde das Thema im Mainstream bekannt", betont Bradly Anstis, Vice President of Technical Strategy bei M86 Security. "Einer der beunruhigenden Trends ist die schnelle Entwicklung bei mobiler Malware. Aufgrund der Tatsache, dass mobile Endgeräte, wie Smartphones und Tablets, überall zu finden sind, werden diese für Cyber-Kriminelle immer profitablere Ziele. Sie entwickeln ständig neue Wege um Benutzerdaten zu gefährden oder individuelle Standorte nachzuverfolgen und können so gegen die Privatsphäre verstoßen."
So würden etwa gezielte Attacken immer komplexer und öffentlicher. Cyber-Kriminelle hätten 2011 die gezielten Attacken auf ein „neues Niveau“ angehoben. Zudem hätten sie ihre Methoden verfeinert und würden nun besonders auf bekannte kommerzielle und staatliche Organisationen abzielen. Als Beispiele nennt Anstis Sony und RSA, die gezielten Attacken ausgesetzt waren, welche hohe Kosten verursachten, Benutzerdaten gefährdeten und den Geschäftsablauf beeinflussten.
Zudem würden sich Cyber-Kriminelle sich weiterhin die Beliebtheit Sozialer Netzwerke zunutze machen. Bereits im vergangenen Jahr hätte M86 Security einen Anstieg schädlichen Spams vorhergesagt, der Social-Networking-Seiten wie Facebook, Google+, LinkedIn und Twitter imitiere. Dies habe sich 2011 bewahrheitet. Eine ebenso verbreitete Form des Social-Networking-Betrugs sei das sogenannte "Likejacking". Dabei würden Nutzer Anstis zufolge dazu verleitet, harmlos erscheinende aber schadhafte Seite zu "liken", die dann wiederum mit den Freunden des Nutzers geteilt werden.
Darüber hinaus würde 2012 mobile Malware zur realen Bedrohung. 2011 habe, so der Experte, die Menge an Malware für mobile Endgeräte in besorgniserregendem Ausmaß zugenommen. Gerade die Android-Plattform sei ein häufiges Ziel von Cyberkriminellen gewesen. Darüber hinaus würden zahlreiche Nutzer ihre mobilen Geräte mit den Arbeitsrechnern vernetzen, weshalb Cyberkriminelle diese Geräte verstärkt als Bots nutzen würden.
"Sicherheitslösungen für Mobile Malware stecken noch in den Kinderschuhen, die Möglichkeit zum Schutz der Nutzer und Netzwerke sind sehr begrenzt", unterstreicht Astis. "Um sich vor dem Strom mobiler Malware zu schützen, müssen Unternehmen Ihre Sicherheits-Policies auf mobile Endgeräte ausweiten. Es wird entscheidend sein sicherzustellen, dass alle persönlichen Endgeräte, die auf das Unternehmens-WLAN zugreifen, auch diesen Policies unterliegen."


1/2012
8/2011
7/2011


Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Heute arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für diverse Print- und Online-Medien. Seine Schwerpunkte sind die Bereiche Informationstechnologie, Energiefragen und Managementthemen. 