Nachdem Apples Betriebs-Systeme in den letzten Jahren beim Thema Viren und Co. zumeist mit dem sprichwörtlichen "blauen Auge" davon gekommen sind, mehren sich in jüngster Zeit die Schädlinge, die auf Mac OS X und iOS abzielen. So haben die Virenjäger aus dem Hause ESET in den vergangenen Wochen eine neue Bedrohung für Mac OS X ausgemacht. Neben nach wie vor stark verbreiteten Würmern INF/Autorun und Win32/Conficker weist die Oktober-Statistik des ESET Live Grids auch eine Modifikation eines ursprünglichen Linux-Codes mit Namen Linux/Tsunami aus, der als OSX/Tsunami.A. nun für Unruhe im Apple-Lager sorge.
Der über IRC kontrollierte Trojaner mache, betonen die ESET-Experten, einen infizierten Rechner zu einem Knoten für ein Botnetz, um damit gezielte DDoS-Attacken zu reiten. Zudem bestehe die Gefahr, dass durch die "Übernahme" des Rechners durch Dritte weitere Schadsoftware heruntergeladen werde. "Die Telemetrie-Daten von ESET zeigen, dass im Moment nur wenige Hosts mit OSX/Tsunami.A. infiziert sind. Die Malware befindet sich also noch in der Testphase. Der Code ist nicht raffiniert und kompliziert genug, weshalb das Risiko für Mac-User derzeit noch begrenzt ist", erklärt Pierre-Marc Bureau, Senior Malware Researcher bei ESET.
Im weltweiten Oktober-Malware-Ranking von ESET würden deshalb weiter die "Malware-Dauerbrenner" INF/Autorun und Win32/Conficker auf den vorderen Plätzen rangieren. Neu auf Nummer zwei dazwischengeschoben habe sich mit Win32/Dorkbot ein Schädling, der sich wie auch INF/Autorun vor allem über Wechselmedien wie USB-Sticks oder CD-Roms verbreite. Der Wurm mit einer weltweiten Infektionsrate von 3,12 Prozent erlaube es, Rechner fremdzusteuern und dabei Benutzernamen und Passwörter auszuspähen, wenn User bestimmte Webseiten aufsuchen.
www.eset.at



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Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. 