Das akademische Lehrkrankenhaus der Medizinischen Hochschule Hannover zählt gemeinsam mit der zweiten Betriebsstätte Aschendorf 293 Planbetten. Es deckt mit sechs Hauptabteilungen und zwei Belegabteilungen ein breites medizinisches Spektrum ab. Zum Unternehmen gehören auch ein neues ambulantes Reha-Zentrum, eine Privatklinik und mehrere Medizinische Versorgungszentren (MVZ). Um bei rund 350 PC-Arbeitsplätzen die damit verbundenen IT-Kosten angesichts des stetigen Wachstums der Organisation zu begrenzen, vollzieht das Marienkrankenhaus derzeit eine kontinuierliche Migration auf Server Based Computing.
Immer mehr Anwendungen und Daten werden auf das zentrale Rechenzentrum konsolidiert, wodurch sich die in der Vergangenheit stark angestiegenen Administrationskosten nachhaltig minimieren. Die PCs im Unternehmen weichen nach und nach Thin Clients, die im Vergleich nicht nur stromsparender sind, sondern sich auch effizienter zentral fernadministrieren lassen. „Die Konsolidierung der Anwendungen im Datencenter war nötig, um die wachsende Anzahl an PCs weiterhin mit derselben Anzahl an Administratoren pflegen zu können“, erklärt Hermann Bette, IT-Leiter der Marienkrankenhaus Papenburg-Aschendorf GmbH.
Er schätzt, dass die zentrale Thin-Client-Administration im Vergleich zu PCs mit lokal installierten Anwendungen Einsparungen in der Größenordnung von 50-60 % bewirkt. Dazu kommen noch Kosteneinsparungen im Backend, wo die Anwendungen zentral auf insgesamt vier Terminalservern unter Citrix Presentation Server 4.5 laufen. Insgesamt betreibt das Marienkrankenhaus 40 Server, die zurzeit in einer Konsolidierungsphase mithilfe von VMware vSphere virtualisiert werden.
Die platzsparenden und lüfterlosen Thin Clients zahlen sich unter anderem an patientennahen Arbeitsplätzen aus. „In Behandlungsräumen und OPs setzten wir bislang PCs ein, die wir jedoch aus hygienischen Gründen mit speziellen Gehäusen abschotten mussten“, berichtet der IT-Leiter. „Solche aufgrund der hohen Wärmeentwicklung sehr fehleranfälligen Konstruktionen sind jetzt nicht mehr nötig.“
Unterstützung von Kartenlesern
Eine wichtige Anforderung an die Thin Clients bildete die Unterstützung unterschiedlicher Lesegeräte für Krankenkassenkarten. Neben seriellen, USB- und PS/2-Schnittstellen bildete auch der Stromverbrauch ein wichtiges Auswahlkriterium, ebenso wie eine umfassende, einfach zu bedienende und lizenzkostenfreie Managementlösung. Nach ausführlichen Tests über mehrere Monate, in denen Geräte von vier Herstellern evaluiert wurden, fiel die Wahl auf ein kompaktes Allroundmodell des deutschen Anbieters Igel Technology mit integriertem Kartenlesegerät und einem universellen Firmwarekonzept.
Sicherheit
Im Zuge der sukzessiven Umstellung auf Thin Clients lassen sich auch die Datenschutzrichtlinien immer einfacher umsetzen. „Im Falle der PCs müssen wir relativ aufwendige Werkzeuge verwenden, um USB-Schnittstellen zu sperren“, erklärt Projektleiter IT Holger Nintemann. „Bei den Igel Thin Clients sind die USB-Ports grundsätzlich gesperrt und können explizit für bestimmte Geräte freigeben werden.“
Im Einzelfall gestattet das Marienkrankenhaus seinen Mitarbeitern auch einen eingeschränkten Zugriff auf das Internet. Um das Netzwerk und die zentralen Server nicht zusätzlich zu belasten, wird der Zugang teils über den lokalen Browser bereitgestellt, den die Igel-Universal- Desktops ab der Firmwareversion „Standard“ bieten.
Weiterer Ausbau geplant
Angesichts dieser positiven Erfahrungen plant das Marienkrankenhaus, über die nächsten Jahre so viele PCs wie möglich zu ersetzen. Langfristig rechnet man mit einer Thin Client-Quote von 80-90 %. Um diese zu erreichen, sollen neben den Servern künftig auch Desktops virtualisiert werden, um schließlich auch nicht-terminalserverfähige Anwendungen zentral bereitstellen zu können. Die Thin Clients sind technologisch bereits für diesen Schritt gerüstet, denn sie unterstützen die führenden VDI-Lösungen wie Citrix XenDesktop oder VMware View. Strategischer Lösungspartner bei diesem Projekt war das als Authorized-Igel-Partner zertifizierte BSH Systemhaus GmbH mit Hauptsitz in Westerstede.o





1/2012
8/2011


Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. 