Newsfeed abonnieren
Im Test

Im Test: Livescribe Echo SmartPen

Schreiben ist Steinzeit

Genauso wie uns das Meißeln in Steintafeln zur Aufzeichnung von Text heute veraltet vorkommt, könnten wir das Schreiben von Notizen in Anbetracht der modernen ­Möglichkeiten eines Livescribe SmartPens sehr bald als ­steinzeitlich betrachten.

Markus Klaus-Eder

Livescribe Echo SmartPen

Digitale Stifte gibt es ja schon länger. Stifte also, die das Geschriebene digital aufzeichnen und als Grafik für die Weiterverarbeitung im Computer speichern. Die SmartPens von Livescribe bieten darüber hinaus Funktionen an, die das Produkt zu einer echten Innovation machen: Es fungiert neben der digitalen Schriftaufzeichnung auch als Diktiergerät. 

Allerdings erst die smarte Kombination dieser beiden Aufzeichnungsmethoden machen das Produkt außergewöhnlich, denn der Stift merkt sich bei paralleler Audio-Aufzeichnung während des Schreibens, wann was gesagt wird und kann das zum entsprechenden Zeitpunkt Gesagte vize versa beim Antippen der notierten Worte mit der Stiftspitze über den integrierten Lautsprecher wiedergeben. 

Tippen statt Klicken

Ungewöhnlich ist auch das Bedienungskonzept, denn Aufnahme, Wiedergabe und viele andere Funktionen lassen sich durch Antippen der auf dem Papier abgedruckten Bedienungssymbole steuern. Livescribe liefert deshalb mit dem Produkt einen Spezialblock mit ­Rasterpapier und Funktionstasten am unteren Rand mit. 

Selbstredend, dass der Hersteller derartige Blöcke als Zubehör zum Nachkaufen anbietet. Wer dahinter jedoch eine Kostenfalle ortet, irrt. Denn die zur Kommunikation mit dem PC oder Mac mitgelieferte Software Livescribe Desktop erlaubt auch den Druck des zur Aufzeichnung mit dem Stift nötigen Spezialpapiers.

Mit der Livescribe-Software können die handschriftlichen Notizen auf den PC oder Mac übertragen werden.

Die Livescribe-Stifte sind für die Verarbeitung und Erkennung des Rasters mit einem ARM9-Prozessor und einer Infrarot-Kamera bestückt. Das Spezialpapier ist mit beinahe unsichtbaren Micro-Dots (ein mikroskopisch kleines Punktmuster) bedruckt, die von der integrierten Kamera gelesen werden können. 

Über die Software Livescribe Desktop lassen sich eigene Notizen als PDF- oder Audio-Datei auf dem Computer sichern und abspielen. Eine Suchfunktion erleichtert das schnelle Auffinden von Inhalten. Darüber hinaus können Notizen in „Pencasts“ konvertiert und als interaktive Flash-Files in Blogs und Websites eingebettet oder über Facebook geteilt werden. Die Software Livescribe Desktop ist für Windows-PC und Macs verfügbar. Wer sich für einen MyLivescribe-Account registriert, kann zudem auf 500 MB Online-Speicherplatz zurückgreifen, um Pencasts zu speichern, zu verwalten und mit anderen zu teilen.

Pencast PDF

Für die Wiedergabe von kombinierten Text- und Audioaufzeichnungen hat Livescribe das Pencast-PDF-­Format entwickelt, das sogar über den kostenlosen und weit verbreiteten Adobe Acrobat Reader (ab Version 10) abgespielt werden kann. 

Besonders praktisch haben wir die kostenlos verfügbare App für iPhone und iPad gefunden, die via Livescribe Connect eine Übertragung der eigenen Aufzeichnungen auf diese mobilen Geräte erlaubt. Über diese Livescribe-Anwendung lassen sich eigene Notizen auch für andere Plattformen und Anwendungen wie E-Mail, Google Docs, Facebook oder Evernote verfügbar machen.

Rechnen und Klavier spielen

Neben der ohnehin schon ungewöhnlichen Aufzeichnungsmethode verblüfft Livescribe Anwender mit einer Taschenrechnerfunktion oder der Klaviatur-App. So lässt einen der Stift auf einem am Notizblock abgedruckten Taschenrechner durch Antippen der „Tasten“ auch Berechnungen durchführen. Das Ergebnis wird dann auf dem integrierten Display angezeigt. Und wer nach Anweisung des Stifts eine Klaviatur auf seinen Notizblock malt, kann auf den gezeichneten Tasten sogar Klavier spielen. 

Zugegeben - letztere Funktion erhöht nicht unbedingt die Produktivität, sorgt aber für jede Menge Spaß (und fasziniertes Kopfschütteln bei Demonstrationen). Im eigenen AppStore bietet Hersteller Livescribe mittlerweile über 100 weitere Anwendungen zum Kauf an. Darunter Übersetzungsprogramme, die geschriebene Worte sogleich in die gewünschte Sprache übersetzen und am Display anzeigen, oder eine Handschrifterkennung.

Fazit

Mit dem Echo SmartPen ist Livescribe ein äußerst innovatives Produkt gelungen, das dem modernen „Homo Sapiens Digitalis“ ­helfen kann, die Produktivität zu steigern und die Lücke zwischen analoger Handschrift und der digitalen Welt zu schließen. Wer seine Notizen gerne handschriftlich macht und dennoch digital weiterverarbeiten möchte, dem kann der Echo Smartpen nur wärmstens empfohlen werden.o

www.livescribe.com

weitersagen: drucken
Termine

18. Juni - 22. Juni

In ganz Österreich

SAP Mittelstandstage

Print-Archiv
Folgen Sie uns
Leser empfehlen
MONITOR-Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter!

E-Mail:
Die von Ihnen angegebene E-Mail Adresse wird von MONITOR Online weder an Dritte weitergegeben noch zu anderen Zwecken verwendet.
MONITOR-Autoren
Alexandra Riegler

Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. ..mehr..

Die neuesten Artikel:

© Copyright 1983-2012 by MONITOR / Bohmann Druck und Verlag Gesellschaft m.b.H. & Co. KG (www.bohmann.at)

Add to Google  | Abo | Themenvorschau | Mediadaten | Inserate buchen | Kontakt | Impressum