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48 % der heimischen Unternehmen nutzen Facebook, Twitter und Co.

Durchhalten bringt Erfolg im sozialen Netz

Social Media boomt in heimischen Gefilden. Besonders für KMU wird das Engagement in sozialen Netzwerken immer wichtiger und auch zunehmend profitabler. Allerdings gilt es, einige Stolpersteine zu meiden und genügend Zeit zu investieren. Sonst wird aus dem Erfolg im Netz schnell ein Scheitern. ­Einige Ratschläge helfen dabei.

Thomas Mach

 2,25 Millionen Facebook-Accounts und 37.000 Twitter-Nutzer gibt es in Österreich laut einer im Frühjahr 2011 vom ­E-Center der Wirtschaftskammer Österreich veröffentlichten Studie. Hinzu kommen Nutzer in weiteren Netzwerken, etwa Google+, Linkedin oder Xing. Wenig verwunderlich also, dass dieses Thema für heimische Betriebe zunehmend wichtiger wird. Laut der WKO-Studie setzen diese zunehmend auf soziale Medien. So gaben 48 % der Unternehmen an, soziale Medien zu nutzen - im Jahr davor waren es noch 39 %. Facebook (77 %), Twitter 

(24 %) und Xing (56 %) erweisen sich dabei als die beliebtesten Plattformen. Hätten sich Unternehmen einmal für die Nutzung sozialer Plattformen entschieden, betonen die Studienautoren, seien sie dort sehr aktiv. Demnach gaben zwei Drittel der befragten Unternehmen an, zumindest wöchentlich Neuigkeiten zu posten, 18 Prozent sogar täglich. 

KMU als größte Nutznießer

Besonders KMU profitieren von ihrem Engagement in sozialen Netzwerken, wie der Social Media Marketing Report 2011 zeigt. Der Umfrage unter 3.343 Marketing-Leitern (davon 47 % selbstständig oder Eigentümer von kleinen bis mittelgroßen Unternehmen) nach scheinen KMU den größten Nutzen aus Social-Media-Tätigkeiten zu ziehen. 90 % der Befragten seien der Meinung, dass Social Media wichtig für ihr Unternehmen ist, Selbstständige und Inhaber von KMU haben mit 66 beziehungsweise 67 % sogar überdurchschnittlich oft „starke Zustimmung“ ­bekundet, wie Studienautor und Marketing-Experte Michael Stelzner betont.
 

In hart umkämpften ­Märkten auffallen

Die Gründe dafür sind schnell gefunden. So sei sich die Mehrheit der befragten Manager einig, dass Social Media helfe, um in hart umkämpften Märkten aufzufallen. Dies wirke sich auch auf die Kundenkontakte aus. So würden 72 % ein Wachstum bei ­Besuchern beziehungsweise Newsletter-Abonnenten infolge ihrer Social-Media-­Aktivitäten erfahren. Hinzu kämen größere Aufmerksamkeit für das Unternehmen, neue Kooperationen und Partnerschaften, mehr qualifizierte Leads, mehr Verkäufe und reduzierte Marketing-Kosten.
 
Besonders zwei Ratschläge legt Marketing-Experte Stelzner KMU ans Herz: 
 
1. Durchhalten. Unternehmen, die drei Jahre oder länger im sozialen Netz aktiv seien, hätten die größten Effekte. Nur 25 %  der Unternehmen, die „erst ein Jahr“ dabei seien, hätten neue Partnerschaften lukriert, während es bei denen, die über mehr als drei Jahre Social-Media-Erfahrung hätten, 80 % seien. 
 
2. Zeit investieren. Denn Betriebe, die mindestens sechs Stunden pro Woche für Social Media aufwenden, berichten über ein höheres Besucheraufkommen. Die Folge ist eine höhere Wahrscheinlichkeit bei der Generierung von Leads.  

Zensur ist tabu

Im Social-Media-Umfeld gilt es allerdings, einige wichtige Ratschläge zu befolgen, um Fehler zu vermeiden und damit ein Scheitern der Bemühungen zu verhindern. Dabei steht Authentizität an oberster Stelle. Wenn ein Unternehmens-Mitarbeiter als solcher bloggt oder postet, sollte er sich als Mensch zu erkennen geben. Nicknames und Pseudonyme sind Marketingexperten zufolge Gift für eine glaubhafte Kommunikation. Selbiges gilt für die vermittelten Botschaften - aufdringliche Werbung ist tabu. Gefragt sind hingegen Witz und Selbstironie.
 
Wer als Experte wahrgenommen werden will, sollte sparsam mit seinen Posts umgehen. Letztlich gilt das ungeschriebene Web- 2.0-Gesetz „Sag nur etwas, wenn Du etwas zu sagen hast“. Ein wichtiger Punkt ist auch, die eigene Expertise zu teilen. Immer noch sind viele Inhalte im Netz kostenfrei auffindbar, zahlreiche Fachleute geben in Foren ihr Wissen unentgeltlich preis. Souveränität ist wiederum im Umgang mit Kommentaren gefragt. Bei Nutzern hinterlässt Zensur kein gutes Bild, auch auf bissige Kommentare sollte gelassen mit Dialogbereitschaft reagiert werden. Ein wichtiger Punkt ist zudem die Aktualität. Ein Unternehmensblog sollte täglich kontrolliert werden, bei Anfragen von Kunden sollte der Kommunikationskanal den gleichen Stellenwert genießen wie eine Hotline oder der persönliche Besuch. 
 
Lesen sie mehr über Social Media für KMU, Online-Marketing und Cloud-Lösungen im MONITOR 8/2011, der Anfang Dezember erscheint.
So gelingt Ihr Social-Media-Auftritt: 
  • Seien Sie authentisch! Verstecken Sie sich nicht hinter einem Nicknamen oder einem Pseudonym. Das ist Gift für eine glaubhafte Kommunikation.
  • Machen Sie keine aufdringliche Werbung! Agieren Sie hingegen mit Intelligenz, Witz und Selbstironie.
  • Sagen bzw. posten Sie nur etwas, wenn Sie etwas zu sagen haben! Nur dann werden Sie als Experte ernst genommen.
  • Gehen Sie mit Kommentaren souverän um! Zensieren ist tabu. Reagieren Sie lieber mit Gelassenheit und Dialogbereitschaft - auch bei bissigen Anmerkungen.
  • Halten Sie durch. Je länger Sie auf Social-Media-Plattformen aktiv sind (und die genannten Punkte beachten), desto größer auch der Effekt bzw. Erfolg.
  • Investieren Sie Zeit. Ab sechs Stunden pro Woche zeigen die Maßnahmen erst richtig Wirkung.

 

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